NASA (Glyphosate 360 g/l SL)
NASA (Glyphosate 360 g/l SL) von Agria SA ist ein bewährtes, nicht-selektives Blattherbizid mit systemischer Wirkung zur Bekämpfung eines sehr breiten Spektrums von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie holzigen Gewächsen. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Aufnahme über die grünen Pflanzenteile aus.
Das Einsatzspektrum erstreckt sich über verschiedene Kulturen im Acker-, Wein- und Obstbau sowie im Forstbereich und auf Nichtkulturland. Besonders bei der Vorsaatbehandlung, der Stoppelbehandlung oder im gezielten Unterblattspritzen zeigt NASA seine Stärken, indem es hartnäckige, tiefwurzelnde Schaderreger wie die Acker-Kratzdistel und Ampfer-Arten nachhaltig bekämpft.
Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Pflanzen wird nicht nur die oberirdische Biomasse, sondern auch das gesamte Wurzelsystem erfasst. Dies verhindert den Wiederaustrieb mehrjähriger Unkräuter effektiv und macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Ackerbau und der Kulturpflege.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals G) und fungiert als spezifischer Hemmer des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist eine Schlüsselkomponente im Shikimatweg, der ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt und für die Biosynthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) verantwortlich ist. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch sowohl im Phloem als auch im Xylem transportiert und akkumuliert in den metabolisch aktiven Wachstumszonen (Meristemen) von Spross und Wurzel. Der Mangel an Aminosäuren führt zu einem schnellen Wachstumsstopp, gefolgt von Chlorosen und einer vollständigen Nekrose der behandelten Schaderreger innerhalb von 10 bis 14 Tagen.
Resistenzmanagement
Obwohl für Glyphosat (HRAC-Gruppe 9) weltweit ein vergleichsweise geringes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen besteht, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement unerlässlich. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, sollte NASA stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen, mechanische Bodenbearbeitungsmaßnahmen zur Keimstimulation und den Verzicht auf wiederholte Unterdosierungen, um die Selektion schleichender Resistenzen bei schwer bekämpfbaren Arten zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
NASA ist physikalisch und chemisch mit vielen gängigen Herbiziden und Bodenhilfsstoffen mischbar. Bei der Ausbringung in Regionen mit hartem Wasser empfiehlt sich der Zusatz von Ammoniumsulfat (Aussaat- oder Spritzwasser-Konditionierer), um eine Inaktivierung des Wirkstoffs durch Calcium- oder Magnesiumionen zu verhindern. Die Anwendung sollte auf trockene Bestände erfolgen; ein regenfreies Zeitfenster von mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Behandlung ist entscheidend, um eine vollständige Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit NASA ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Beständen vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wiesen, Weiden | Acker-Kratzdistel, Ampfer-Arten | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | 14T |
| Laubholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Schosserrüben, Acker-Kratzdistel | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | 60T |
| Futterrübe | Schosserrüben, Acker-Kratzdistel | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | 60T |
| Weinrebe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Nadelholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
Häufige Fragen
Warum ist die Wasserqualität bei der Anwendung von NASA so entscheidend?
Glyphosat ist ein starker Chelator und kann sich im Spritztank an im Wasser gelöste Kationen wie Calcium, Magnesium oder Eisen binden. Diese Komplexe können von den Blättern der Schaderreger kaum aufgenommen werden, was die herbizide Wirkung spürbar reduziert. Bei hartem Wasser empfiehlt sich daher dringend die vorherige Zugabe von Ammoniumsulfat zur Konditionierung des Spritzwassers.
Wie lange sollte nach der Behandlung mit NASA gewartet werden, bevor eine Bodenbearbeitung stattfindet?
Um eine vollständige systemische Verteilung des Wirkstoffs bis in die Wurzelspitzen der Schaderreger zu garantieren, sollte mit der Bodenbearbeitung gewartet werden, bis erste Wirkungssymptome (Vergilbungen) sichtbar sind. Bei einjährigen Unkräutern reicht meist eine Wartezeit von 3 bis 5 Tagen, während bei ausdauernden Problemunkräutern wie der Acker-Kratzdistel mindestens 7 bis 10 Tage vergehen sollten.
Kann NASA auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst oder Vorfrühling eingesetzt werden?
Ja, eine Anwendung ist grundsätzlich auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Schaderreger noch aktiv assimilieren und wachsen (idealerweise über 10 °C). Bei niedrigen Temperaturen verlangsamt sich jedoch der Stoffwechsel der Pflanzen, weshalb es deutlich länger dauern kann, bis die typischen Absterbesymptome sichtbar werden. Frost kurz nach der Anwendung kann die Wirkung mindern.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Unkräuter für den Bekämpfungserfolg?
Für einen optimalen Bekämpfungserfolg müssen die Schaderreger ausreichend Blattfläche ausgebildet haben, um eine tödliche Wirkstoffdosis aufzunehmen. Ausdauernde Unkräuter wie Disteln oder Ampfer sollten sich idealerweise im Rosettenstadium bis kurz vor dem Schossen befinden, da in dieser Phase ein starker Saftstrom in die Wurzeln stattfindet, der den Wirkstoff dorthin transportiert.
Wie verhält sich NASA im Boden und besteht die Gefahr von Nachbauproblemen?
Glyphosat wird nach dem Bodenkontakt extrem schnell und stark an Bodenpartikel (insbesondere Tonminerale) adsorbiert und dadurch biologisch inaktiviert. Im Boden erfolgt ein rascher mikrobieller Abbau. Daher besteht bei vorschriftsmäßiger Anwendung keine Gefahr von Rückständen im Boden, die den Auflauf nachfolgender Kulturen beeinträchtigen könnten.
Was ist bei der gezielten Anwendung gegen Schosserrüben zu beachten?
Bei der Bekämpfung von Schosserrüben muss die Anwendung extrem selektiv erfolgen, um die eigentliche Rübenkultur nicht zu schädigen. Dies geschieht in der Regel mit speziellen Docht- oder Streichgeräten, die höher eingestellt sind als die Nutzpflanzen, sodass nur die hochgewachsenen Schosser mit der Herbizidlösung benetzt werden.