OKUMA
OKUMA ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung bedeutender Pilzkrankheiten in Getreidekulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Pyraclostrobin (200 g/l) bietet diese flüssige Formulierung einen zuverlässigen Schutz für Kulturen wie Winter- und Sommerweizen, Winter- und Sommergerste, Roggen, Triticale, Dinkel und Hartweizen. Das Produkt zeichnet sich durch seine ausgeprägte vorbeugende (protektive) und kurative Wirkung aus, die das Ertragspotenzial deiner Bestände sichert.
Das Wirkungsspektrum erstreckt sich über wirtschaftlich bedeutende Schaderreger im Getreidebau, darunter Rostpilze wie Braunrost, Gelbrost und Zwergrost sowie Blattfleckenerreger wie die Netzfleckenkrankheit und Rhynchosporium secalis. Dank seiner Formulierung haftet der Wirkstoff hervorragend auf der Blattoberfläche und dringt schnell in das Pflanzengewebe ein, was eine hohe Regenbeständigkeit und langanhaltende Schutzwirkung garantiert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in OKUMA enthaltene Wirkstoff Pyraclostrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (Qo-Inhibitoren / QoI) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen. Pyraclostrobin blockiert den Elektronentransport am Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III) der Atmungskette, wodurch die Synthese von Adenosintriphosphat (ATP) unterbunden wird. Ohne diese essenzielle Energiequelle kommen das Myzelwachstum und die Sporenkeimung der Schaderreger rasch zum Erliegen. Zusätzlich zu dieser direkt fungiziden Wirkung induziert der Wirkstoff physiologische Effekte in der Kultur, die oft als "Greening-Effekt" bezeichnet werden. Dies führt zu einer verbesserten Stickstoffassimilation, einer erhöhten Toleranz gegenüber oxidativem Stress (z. B. durch Hitze oder Trockenheit) und einer verzögerten Alterung (Seneszenz) der Blätter, was sich positiv auf die Kornfüllungsphase und das Tausendkorngewicht auswirken kann.
Resistenzmanagement
Da Pyraclostrobin als QoI-Fungizid (FRAC-Gruppe 11) ein hohes inhärentes Resistenzrisiko aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Um die Wirksamkeit von OKUMA langfristig zu sichern, solltest du die Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt begrenzen und das Pflanzenschutzmittel bevorzugt in Kombination oder im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus (wie Triazolen oder Carboxamiden) einsetzen. Vermeide Solo-Anwendungen bei hohem Befallsdruck und halte dich stets an die empfohlenen Aufwandmengen, um den selektiven Druck auf die Schaderregerpopulationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
OKUMA zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die im Getreidebau eingesetzt werden. Bei der Herstellung von Tankmischungen empfiehlt es sich, die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser zu füllen, OKUMA unter ständigem Rühren hinzuzugeben und eventuelle Mischungspartner erst danach beizumengen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme Temperaturen beim Ansetzen der Spritzbrühe. Eine vorherige Mischprobe im kleinen Maßstab wird empfohlen, um physikalische Unverträglichkeiten auszuschließen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit OKUMA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, während des Anmischens und der Applikation obligatorisch. Da der Wirkstoff Pyraclostrobin toxische Eigenschaften gegenüber aquatischen Organismen aufweist, müssen Abdriftschutzmaßnahmen und die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern sollte die Anwendung nicht in blühende Kulturen oder auf Flächen erfolgen, auf denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; weiche für die Behandlung vorzugsweise auf die späten Abendstunden aus, wenn der Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Triticale | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Hartweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Dinkel | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Wintergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommerweichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–71 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 56T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit OKUMA im Getreide?
Der optimale Anwendungszeitraum liegt zwischen dem Beginn des Schossens (BBCH 30) und dem Beginn der Blüte (BBCH 71). Für eine maximale Wirkung solltest du OKUMA vorbeugend (protektiv) bei ersten Infektionsanzeichen oder nach entsprechenden Warndienstaufrufen applizieren, um die Ausbreitung der Schaderreger frühzeitig zu stoppen.
Wie wirkt sich der physiologische Effekt von OKUMA auf deine Kultur aus?
Neben der direkten Bekämpfung der Schaderreger beeinflusst der Wirkstoff Pyraclostrobin den Gaswechsel und den Stickstoffmetabolismus der Kultur positiv. Deine Pflanzen bleiben länger grün (Greening-Effekt), können die Photosynthese auch unter moderatem Trockenstress besser aufrechterhalten und nutzen die Nährstoffe effizienter, was die Ertragsbildung direkt unterstützt.
Kannst du OKUMA auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?
Ja, OKUMA ist weitgehend temperaturunabhängig wirksam und kann bereits bei kühleren Frühjahrstemperaturen ab ca. 5–8 °C eingesetzt werden, sobald die Kultur aktiv wächst. Wichtig ist, dass die Blätter bei der Applikation trocken sind, damit der Wirkstoff optimal in die Wachsschicht eindringen kann.
Warum ist die Einhaltung der Wartezeit von 56 Tagen so wichtig?
Die gesetzlich festgelegte Wartezeit von 56 Tagen stellt sicher, dass bis zur Ernte alle Wirkstoffrückstände im Erntegut unter die strengen gesetzlichen Grenzwerte abgebaut sind. Dies garantiert die Lebensmittelsicherheit und die uneingeschränkte Verkehrsfähigkeit deines Getreides.
Wie integrierst du OKUMA am besten in ein Spritzprogramm zur Vermeidung von Resistenzen?
Du solltest OKUMA pro Saison maximal ein- bis zweimal anwenden. Kombiniere es in der Tankmischung oder im Blockwechsel mit Fungiziden, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen, wie beispielsweise Azolen (FRAC 3) oder SDHI (FRAC 7). Das verhindert, dass sich resistente Pilzstämme in deinem Bestand selektieren.
Was musst du beim Ansetzen einer Tankmischung mit Wachstumsreglern beachten?
OKUMA lässt sich gut mit gängigen Wachstumsreglern mischen. Achte jedoch darauf, dass Mischungen bei starker Sonneneinstrahlung oder extremen Temperaturschwankungen die Kultur stressen können. Appliziere solche Mischungen am besten in den kühleren Morgen- oder Abendstunden auf trockene Bestände.