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Panarex

BVL Zul.-Nr. 005190-00

Panarex ist ein hochselektives, systemisches Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und der Gemeinen Quecke in zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Kartoffeln, Ackerbohnen, Erbsen sowie Futter- und Zuckerrüben. Dank seiner Formulierung dringt der Wirkstoff schnell in die Blätter der Schadgräser ein und wird systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome transportiert. Dies sorgt für eine nachhaltige Wirkung selbst gegen hartnäckige, ausdauernde Ungräser.

Als bewährtes Pflanzenschutzmittel im Ackerbau bietet Panarex eine flexible Lösung, um den Konkurrenzdruck durch Schadgräser frühzeitig zu unterbinden. Die Formulierung gewährleistet eine hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Regenfestigkeit, was die Anwendungssicherheit auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen deutlich erhöht.

Wirkstoffe

Quizalofop-P
40 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (Fops) und wird der HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Er wirkt als selektiver Inhibitor des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch die Blockade dieses Enzyms wird der Aufbau von Zellmembranen in den Bildungsgeweben (Meristemen) der Schadgräser unterbunden. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch in die Wachstumszonen der Sprosse und Wurzeln transportiert. Bereits wenige Tage nach der Behandlung stagniert das Wachstum der Ungräser, die Herzblätter verfärben sich rötlich bis nekrotisch und sterben schließlich ab. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine natürliche Toleranz gegenüber diesem Wirkmechanismus, da ihre ACCase strukturell anders aufgebaut ist.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung bei Schadgräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Windhalm zu minimieren, solltest du Panarex stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide den wiederholten, ausschließlichen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Nutze stattdessen Fruchtfolgewechsel, mechanische Unkrautbekämpfung und wechsle den Wirkmechanismus ab, indem du Herbizide mit anderen HRAC-Klassifizierungen (wie beispielsweise Bodenherbizide) in die Spritzfolge integrierst.

Mischbarkeit & Tankmischung

Panarex ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, die die Wirkung gegen die Schadgräser abschwächen. Achte darauf, die Mischungspartner stets nacheinander im Tank vollständig aufzulösen und die Spritzbrühe zügig auszubringen. Bei extremen Witterungsbedingungen wie starker Hitze oder Frostgefahr solltest du von Mischungen absehen, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Panarex ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen an blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden legen. Achte zudem streng darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope gelangt, um aquatische Organismen und die umliegende Flora und Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
AckerbohneGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZierpflanzenGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
FuttererbseGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
FutterrübeGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Panarex gegen die Gemeine Quecke?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt vor, wenn die Gemeine Quecke ausreichend Blattmasse gebildet hat (idealerweise bei einer Wuchshöhe von 15–20 cm) und sich im aktiven Wachstum befindet. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wirkstoffaufnahme über das Blatt am höchsten, und der systemische Transport in die unterirdischen Rhizome erfolgt besonders effizient, was einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg sichert.

Wie schnell ist Panarex nach der Anwendung regenfest?

Dank der modernen Formulierung dringt der Wirkstoff Quizalofop-P sehr rasch in das Blattgewebe der Schadgräser ein. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits ein bis zwei Stunden nach der Applikation regenfest, sodass ein anschließender Niederschlag die Herbizidwirkung nicht mehr beeinträchtigt.

Kannst du Panarex auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr oder Herbst einsetzen?

Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Schadgräser aktiv wachsen und Stoffwechselaktivität zeigen. Bei extremen Temperaturen (unter 8 °C oder über 25 °C) sowie bei anhaltender Trockenheit solltest du die Behandlung jedoch verschieben, da der verlangsamte Stoffwechsel der Pflanzen die Wirkstoffaufnahme und -verteilung einschränkt.

Was musst du bei der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Für Panarex gilt eine gesetzlich festgelegte Wartezeit von einheitlich 60 Tagen zwischen der letzten Behandlung und der Ernte der behandelten Kulturen. Plane deine Applikation daher rechtzeitig ein, um diesen Zeitraum in Kulturen wie Kartoffeln, Raps oder Rüben sicher einzuhalten.

Warum verfärben sich die Gräser nach der Spritzung nicht sofort gelb?

Da Panarex ein systemischer ACCase-Hemmer ist, setzt die Wirkung primär in den Wachstumspunkten der Pflanze an. Das sichtbare Absterben der Schadgräser ist ein langsamer Prozess: Zuerst stoppt das Wachstum, nach etwa 10–14 Tagen verfärben sich die jüngsten Herzblätter rötlich-braun und sterben ab, bevor die gesamte Pflanze vertrocknet. Dies ist ein normales Zeichen für die systemische Wirkung.