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Pantera

BVL Zul.-Nr. 005190-61

Pantera ist ein hochselektives, systemisches Nachauflauf-Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) und Ausfallgetreide sowie der hartnäckigen Gemeinen Quecke. Als bewährtes Pflanzenschutzmittel wird es vor allem in zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Kartoffeln, Leguminosen und Rüben eingesetzt. Dank seiner Formulierung als Emulsionskonzentrat (EC) dringt der Wirkstoff schnell in die Blätter der Schadgräser ein und verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome.

Das Wirkspektrum umfasst sowohl einjährige einkeimblättrige Unkräuter (wie Windhalm, Ackerfuchsschwanz, Flughafer und Hirse-Arten) als auch ausdauernde Schadgräser. Besonders bei der Bekämpfung der Gemeinen Quecke zeigt Pantera seine Stärke, da der Wirkstoff die unterirdischen Ausläufer nachhaltig schädigt und so einen Wiederaustrieb effektiv verhindert. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein in der Unkrautbekämpfung anspruchsvoller Ackerkulturen.

Wirkstoffe

Quizalofop-P
40 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (bekannt als "Fops") und ist in die HRAC-Gruppe 1 als ACCase-Inhibitor klassifiziert. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff rasch in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) der Schadgräser transportiert. Dort blockiert er das Enzym Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Biosynthese von Fettsäuren spielt. Durch diese Blockade wird der Aufbau neuer Zellmembranen verhindert, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp der betroffenen Ungräser führt. Erste Symptome zeigen sich nach wenigen Tagen durch Verfärbungen der jüngsten Blätter, gefolgt von Nekrosen im Herzblattbereich. Schließlich stirbt das gesamte Schadgras innerhalb von zwei bis vier Wochen vollständig ab, während die zweikeimblättrigen Kulturen aufgrund ihrer natürlichen Selektivität völlig unbeeinflusst bleiben.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei Schadgräsern wie Ackerfuchsschwanz oder Weidelgras aktiv vorzubeugen, solltest du Pantera stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, ausschließlichen Einsatz von ACCase-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Nutze stattdessen im Fruchtfolge-Verlauf Wirkstoffe mit alternativen Wirkungsmechanismen und kombiniere chemische Maßnahmen mit pflanzenbaulichen Methoden wie einer abwechslungsreichen Fruchtfolge und mechanischer Bodenbearbeitung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pantera zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln solltest du jedoch vorab stets eine physikalische Mischprobe durchführen. Um die optimale Wirkung zu sichern, empfiehlt sich die Anwendung auf trockenen Pflanzenbeständen bei wüchsigem Wetter; Regen kurz nach der Spritzung kann die Aufnahme beeinträchtigen. Achte zudem auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide Mischungen mit stark sauren oder stark alkalischen Komponenten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Pantera ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsprofil vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Achte zudem penibel darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen gelangt, um aquatische Organismen und die umliegende Flora und Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
AckerbohneGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
FutterrübeGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
FuttererbseGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZierpflanzenGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeGemeine Quecke2.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE60T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung gegen einjährige Ungräser mit Pantera?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf, sobald die einjährigen Ungräser aufgelaufen sind und sich im Stadium vom 2-Blatt bis zur Bestockung befinden. In dieser Phase sind die Schadgräser besonders aufnahmefähig für den systemischen Wirkstoff, was eine schnelle und vollständige Wirkung garantiert.

Wie bekämpfe ich die Gemeine Quecke mit Pantera am effektivsten?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke solltest du warten, bis diese eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht und ausreichend Blattmasse gebildet hat. Verwende in diesem Fall die höhere registrierte Aufwandmenge von 2,25 l/ha, damit genügend Wirkstoff in das weitverzweigte Rhizomsystem transportiert wird, um den Wiederaustrieb dauerhaft zu unterdrücken.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von Pantera?

Warme und wüchsige Wetterbedingungen fördern den Stoffwechsel der Schadgräser und beschleunigen die Aufnahme sowie den Transport des Wirkstoffs in der Pflanze. Vermeide Behandlungen bei extremer Trockenheit, Frost oder wenn die Ungräser unter Stress stehen, da dies die systemische Wirkung deutlich herabsetzen kann. Eine Regenfestigkeit ist meist schon wenige Stunden nach der Anwendung gegeben.

Kann ich Pantera auch in Mischung mit Breitblatt-Herbiziden anwenden?

Obwohl Pantera mit vielen Produkten mischbar ist, kann die gleichzeitige Ausbringung mit bestimmten Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter (Breitblatt-Herbizide) zu antagonistischen Effekten führen, welche die Gräserwirkung mindern. Im Zweifel oder bei starkem Besatz mit Problemgräsern empfiehlt sich eine Splitting-Anwendung mit einem zeitlichen Abstand von einigen Tagen.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Für Pantera ist eine strikte Wartezeit von 60 Tagen zwischen der letzten Anwendung und der Ernte einzuhalten. Plane deine Behandlungen daher rechtzeitig im Frühjahr oder frühen Sommer ein, um diesen gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum in Kulturen wie Kartoffeln, Raps oder Rüben sicher zu gewährleisten.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte gegen Schadgräser?

Du kannst im zentralen Hub gezielt nach dem Schaderreger (z. B. 'Gemeine Quecke' oder 'Einjährige einkeimblättrige Unkräuter') filtern. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel übersichtlich angezeigt, sodass du Wirkstoffe für ein effektives Resistenzmanagement vergleichen kannst.