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PANTHER 250 EC

BVL Zul.-Nr. 00A497-62

PANTHER 250 EC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von pilzlichen Schaderregern in Getreide und Winterraps. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Es hat sich als verlässlicher Baustein im modernen Ackerbau etabliert, um Ertrag und Qualität der Kulturen abzusichern.

Der enthaltene Wirkstoff Prothioconazol bietet sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Krankheiten wie Septoria-Arten, Rostpilze (Gelb-, Braun-, Zwerg- und Haferkronenrost), Echten Mehltau sowie Netzflecken und DTR-Blattdürre. Besonders hervorzuheben ist zudem die starke Wirkung gegen die Halmbruchkrankheit im frühen Bereich sowie gegen Fusarium-Arten und Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) im Raps.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Er blockiert die Biosynthese von Ergosterol, einem essenziellen Bestandteil der Pilzzellmembranen. Durch die Hemmung der C14-Demethylase wird der Aufbau funktionsfähiger Membranen gestört, was letztlich zum Absterben des Pilzmycels führt. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich akropetal (systemisch mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur. Dies gewährleistet nicht nur den Schutz bereits behandelter Pflanzenteile, sondern schützt auch den Neuzuwachs über einen längeren Zeitraum vor einer Infektion durch relevante Schaderreger.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte PANTHER 250 EC stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie eingesetzt werden. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) dringend zu empfehlen. Zudem sollte die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht überschritten und stets die volle zugelassene Aufwandmenge genutzt werden, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

PANTHER 250 EC ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (üblicherweise 200–400 l/ha) und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Die Zugabe von Additiven ist meist nicht erforderlich, da die EC-Formulierung bereits für eine optimale Haftung und Penetration optimiert ist. Vor großflächiger Anwendung komplexer Mischungen empfiehlt sich dennoch eine physische Mischbarkeitsprobe.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Da der Wirkstoff Prothioconazol als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Produkt ist in der Regel als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine Anwendung in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv fliegen, vorzugsweise in den Abendstunden erfolgen, um Risiken für Bestäuber zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteGelbrost (Puccinia striiformis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteZwergrost (Puccinia hordei)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteZwergrost (Puccinia hordei)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteRhynchosporium secalis26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
HartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteRhynchosporium secalis26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteGelbrost (Puccinia striiformis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
RoggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenRhynchosporium secalis26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleRhynchosporium secalis26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Getreide?

Die Bekämpfung von Ährenfusariosen mit PANTHER 250 EC sollte idealerweise während der Blüte (BBCH 61 bis 65) erfolgen. Eine Applikation in diesem engen Zeitfenster, insbesondere bei feucht-warmer Witterung während der Blüte, bietet den besten Schutz vor einer Infektion und reduziert die Mykotoxinbelastung im Erntegut signifikant.

Wie wirkt sich die EC-Formulierung auf die Anwendung bei niedrigen Temperaturen aus?

Die hochwertige EC-Formulierung (emulgierbares Konzentrat) sorgt auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen ab ca. 8 °C für eine schnelle Aufnahme des Wirkstoffs in die Kultur. Dennoch sollte für eine optimale systemische Verteilung aktives Wachstum der Kultur vorliegen und Nachtfröste unmittelbar nach der Spritzung vermieden werden.

Kann PANTHER 250 EC zur Halmbruchbekämpfung im Frühjahr eingesetzt werden?

Ja, eine Anwendung im frühen Frühjahr (BBCH 30 bis 32) erfasst die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sehr effektiv. In diesem Stadium stoppt der systemische Wirkstoff das Eindringen des Pilzes in die Blattscheiden und sichert so die Standfestigkeit der Kultur ab.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Sclerotinia im Raps?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie nach der Kultur "Winterraps" und wählen Sie den Schaderreger "Sclerotinia sclerotiorum" aus. Das System listet Ihnen alle in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich auf.

Warum ist das Einhalten der Wartezeit bei PANTHER 250 EC so wichtig?

Die Wartezeit (je nach Kultur und Anwendung zwischen 35 und 56 Tagen) stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände im Erntegut bis zur Ernte unter die gesetzlich festgelegten Rückstandshöchstmengen (MRL) abgebaut werden. Dies ist für die Vermarktungsfähigkeit des Getreides und Rapses essenziell.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Ausbringung von PANTHER 250 EC?

Prothioconazol ist gegenüber moderaten Schwankungen der Wasserhärte relativ unempfindlich. Bei extrem hartem Wasser kann jedoch die Stabilität der Emulsion leicht beeinflusst werden; in solchen Fällen empfiehlt sich die Verwendung eines geeigneten Wasseraufbereiters vor der Zugabe des Fungizids.