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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

Profi 360 TF

BVL Zul.-Nr. 044044-60

Profi 360 TF von ADAMA ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur systemischen Regulierung eines breiten Spektrums von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie hartnäckigen Ungräsern. Als flüssiges Formulierungskonzentrat (SL) konzipiert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme und eine effiziente Translokation bis in die Wurzelspitzen und Rhizome aus.

Das Produkt findet vor allem im Ackerbau, im Weinbau sowie auf Stilllegungsflächen Anwendung, um Problemunkräuter wie die Gemeine Quecke, Ausfallgetreide und Ausfallraps vor der Saat oder nach der Ernte nachhaltig zu regulieren. Durch die hohe Wirkstoffkonzentration an Glyphosat bietet es eine verlässliche Grundlage für ein sauberes Saatbett und erleichtert das Feldhygiene-Management erheblich.

Dank der modernen Formulierungstechnologie haftet der Spritzfilm hervorragend auf den Blattoberflächen der Schaderreger, was die Regenfestigkeit optimiert und Wirkstoffverluste minimiert. Dies macht Profi 360 TF zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen, bodenschonenden Anbausystemen mit reduzierter Bodenbearbeitung.

Wirkstoffe

Glyphosat
485.39 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals Gruppe G). Er wirkt als systemisches Totalherbizid, das ausschließlich über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und über das Phloem aktiv in die metabolischen Zentren der Schaderreger transportiert wird. Dort blockiert der Wirkstoff spezifisch das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Diese Blockade unterbricht den Shikimatweg, wodurch die Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) unterbunden wird. Da diese Aminosäuren für den Proteinaufbau und das Wachstum der Schaderreger unverzichtbar sind, kommt der Stoffwechsel der betroffenen Pflanzen innerhalb kurzer Zeit vollständig zum Erliegen. Erste Symptome wie Chlorosen und Welkeerscheinungen zeigen sich nach einigen Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben der ober- und unterirdischen Pflanzenteile.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern nachhaltig vorzubeugen, solltest du Profi 360 TF stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Dies umfasst den gezielten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) sowie mechanische Maßnahmen zur Bodenbearbeitung. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von Wirkstoffen der HRAC-Gruppe 9 auf derselben Fläche und achte darauf, überlebende Unkräuter konsequent mechanisch oder mit anderen zugelassenen Pflanzenschutzmitteln zu beseitigen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Profi 360 TF ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Bei der Zubereitung der Spritzbrühe solltest du auf eine hohe Wasserqualität achten, da hartes Wasser (hoher Calcium- und Magnesiumgehalt) die Wirksamkeit von Glyphosat durch Komplexbildung beeinträchtigen kann; die Zugabe von Ammoniumsulfat kann hier Abhilfe schaffen. Vor dem Ansetzen größerer Mischungen empfiehlt sich stets eine physische Mischprobe im Kleinen sowie die Beachtung der Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner. Die Anwendung sollte bei wüchsigem Wetter und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen, um die Wirkstoffaufnahme zu maximieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Profi 360 TF ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, zwingend erforderlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen dennoch auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten. Behandle bevorzugt in den Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik konsequent zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GetreidestoppelAusfallgetreide, Gemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE
StilllegungsflächenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE30T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T
ZuckerrübeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
MaisZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
RapsstoppelAusfallraps, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Profi 360 TF gegen die Gemeine Quecke?

Der beste Zeitpunkt ist, wenn die Quecke ausreichend Blattmasse gebildet hat (ca. 3–4 Laubblätter, wüchsiges Wetter), damit genügend Wirkstoff aufgenommen und in die Rhizome transportiert werden kann. Dies ist meist im Spätsommer nach der Ernte oder im zeitigen Frühjahr vor der Saat der Fall.

Wie lange muss ich nach der Anwendung warten, bis ich den Boden bearbeiten darf?

Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs in die Wurzeln und Rhizome der Schaderreger zu gewährleisten, solltest du nach der Behandlung bei einjährigen Unkräutern mindestens 3 bis 5 Tage und bei ausdauernden Unkräutern wie der Quecke mindestens 7 bis 10 Tage mit der Bodenbearbeitung (z. B. Pflügen oder Grubbern) warten.

Welchen Einfluss hat Regen kurz nach der Spritzung auf die Wirkung?

Profi 360 TF benötigt eine gewisse Antrocknungszeit auf dem Blatt. Setzt innerhalb von weniger als 4 bis 6 Stunden nach der Anwendung starker Regen ein, kann der Wirkstoff abgewaschen werden, was die Bekämpfungsleistung erheblich mindert. Plane die Behandlung daher nur bei sicheren, trockenen Witterungsbedingungen.

Kann ich Profi 360 TF auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst einsetzen?

Eine Anwendung ist prinzipiell möglich, solange die Schaderreger noch aktiv assimilieren und wachsen. Bei niedrigen Temperaturen (unter 10 °C) verlangsamt sich jedoch der Stoffwechsel der Pflanzen, wodurch der Wirkungseintritt deutlich verzögert wird. Vermeide Spritzungen bei Frost oder wenn Frost unmittelbar bevorsteht.

Wie wirkt sich hartes Wasser auf die Spritzbrühe aus und was kann ich dagegen tun?

Sehr kalkhaltiges oder hartes Wasser enthält viele Calcium- und Magnesium-Ionen, die sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme blockieren können. Du kannst dem entgegenwirken, indem du vor der Zugabe von Profi 360 TF ein geeignetes Wasseraufbereitungsmittel oder Ammoniumsulfat in den Spritztank gibst, um die störenden Ionen zu binden.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Du kannst in unserer Produktdatenbank gezielt nach deinen angebauten Kulturen (wie Weinreben oder Mais) filtern und die Suche mit den spezifischen Schaderregern kombinieren, um alle in Deutschland zugelassenen Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen auf einen Blick zu sehen.