Profi Halmstärker 660
Profi Halmstärker 660 ist ein hochwirksamer Wachstumsregler zur gezielten Halmfestigung in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Als lösliches Konzentrat (SL) formuliert, bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Lösung für den professionellen Ackerbau, um die Standfestigkeit der Bestände signifikant zu verbessern. Durch den gezielten Einsatz wird das Risiko von Lagerbildung minimiert, was die Ernteeffizienz sichert und Ertragsverluste verhindert.
Das Produkt ist für den Einsatz in wichtigen Kulturen wie Winter- und Sommergerste, Winter- und Sommerweichweizen, Winterroggen, Triticale sowie Dinkel und Hartweizen zugelassen. Besonders unter intensiven Anbaubedingungen mit hoher Stickstoffdüngung oder in niederschlagsreichen Regionen erweist sich der Wachstumsregler als unverzichtbares Werkzeug zur Absicherung deines Ertragspotenzials.
Mit dem bewährten Wirkstoff Ethephon (660 g/l) greift das Mittel systemisch in den Hormonhaushalt der Kultur ein. Es wird schnell über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und transportiert, was eine präzise Steuerung des Wachstums während der kritischen Schossphase ermöglicht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Ethephon gehört zur Gruppe der Ethylen-Generatoren. Nach der Aufnahme durch die Blätter und Halme wird Ethephon systemisch in der Kultur verteilt und dort hydrolytisch abgebaut. Bei diesem Prozess wird das natürliche Pflanzenhormon Ethylen freigesetzt, welches eine Schlüsselrolle bei der Regulation des Streckungswachstums spielt. Biochemisch führt das freigesetzte Ethylen zu einer Hemmung der Streckung der Zellen in den Internodien, während gleichzeitig das Breitenwachstum und die Festigkeit der Zellwände gefördert werden. Dies resultiert in kürzeren, dickeren und mechanisch stabileren Halmen. Zudem wird die Synthese von strukturgebenden Elementen wie Lignin unterstützt, was die Elastizität und Belastbarkeit des Strohs direkt erhöht.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Ethephon um einen Wachstumsregler handelt, der über den pflanzlichen Hormonhaushalt wirkt, ist das Risiko einer klassischen Resistenzentwicklung bei den Zielkulturen nicht gegeben. Dennoch solltest du die Anwendung in ein vorausschauendes pflanzenbauliches Gesamtkonzept integrieren. Dazu gehören die standortgerechte Sortenwahl mit guter natürlicher Standfestigkeit, eine angepasste und bedarfsgerechte Stickstoffdüngung sowie eine optimierte Saatstärke, um den Lagerdruck von vornherein zu begrenzen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Profi Halmstärker 660 zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreidefungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern (wie AHL) aus. Bei Mischungen mit triazol- oder carboxamidhaltigen Fungiziden kann sich die wachstumsregulierende Wirkung verstärken; passe die Aufwandmenge in solchen Fällen gegebenenfalls an. Vermeide Tankmischungen unter extremen Bedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Temperaturen über 25 °C, um Stressreaktionen der Kultur zu verhindern. Vor der großflächigen Anwendung wird ein einfacher Mischungstest empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel musst du die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind; verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden. Achte streng darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope gelangt, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommergerste | Halmfestigung | 31–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmfestigung | 31–49 | 1.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Halmfestigung | 31–45 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Halmfestigung | 31–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Halmfestigung | 31–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Halmfestigung | 31–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Halmfestigung | 31–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Halmfestigung | 31–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Halmfestigung | 31–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Profi Halmstärker 660?
Der zugelassene Behandlungszeitraum liegt zwischen den BBCH-Stadien 31 (Schossen) und 49 (Grannenrauschen). Für eine optimale Wirkung solltest du das Mittel in Phasen aktiven Wachstums bei wüchsigem Wetter anwenden, idealerweise bei Temperaturen zwischen 12 °C und 20 °C.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung des Wachstumsreglers?
Warme, feuchte und wüchsige Bedingungen beschleunigen die Aufnahme und den Transport von Ethephon in der Kultur, was die Wirkung verstärkt. Wende das Mittel nicht bei extremer Hitze (über 25 °C), starker UV-Strahlung oder bei drohenden Nachtfrösten an, da dies zu Kulturunverträglichkeiten führen kann.
Kann ich Profi Halmstärker 660 in gestressten Getreidebeständen einsetzen?
Nein, du solltest das Pflanzenschutzmittel niemals auf Beständen ausbringen, die unter Trockenstress, Staunässe, Nährstoffmangel, Frostschäden oder starkem Krankheitsbefall leiden. Gestresste Kulturen können den Wirkstoff nicht optimal verstoffwechseln, was zu unerwünschten Wachstumsstockungen führen kann.
Welche Wassermenge wird für die Ausbringung empfohlen?
Für eine gleichmäßige Benetzung der Halme und Blätter wird eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Eine präzise Applikation mit mittlerer Tropfengröße stellt sicher, dass der Wirkstoff optimal von den relevanten Pflanzenteilen aufgenommen wird.
Wie verhält sich die Wirkung in Mischung mit Wachstumsreglern auf anderer Wirkstoffbasis?
Kombinationen mit Wirkstoffen wie Chlormequat-Chlorid oder Trinexapac-Ethyl sind in vielen Kulturen möglich und können synergistische Effekte zeigen. Bei solchen Kombinationen solltest du die Aufwandmengen der Einzelkomponenten reduzieren, um eine zu starke Einkürzung der Kultur zu vermeiden.