Sedim 120
Sedim 120 ist ein hochwirksames, selektives Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern (Schadgräsern) in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Kartoffeln, Raps, Möhren, Zwiebeln und Erdbeeren. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, dringt der Wirkstoff Clethodim schnell in die Blätter der Schadgräser ein und sorgt für eine zuverlässige Wirkung auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen.
Das Wirkspektrum von Sedim 120 umfasst sowohl einjährige Schadgräser wie die weit verbreitete Hühnerhirse und den hartnäckigen Flug-Hafer als auch auflaufendes Ausfallgetreide, das besonders im Rapsanbau rasch konkurrenzstark werden kann. Darüber hinaus erfasst das Pflanzenschutzmittel bei entsprechend angepasster Aufwandmenge auch ausdauernde Problemgräser wie die Gemeine Quecke, was es zu einem flexiblen Werkzeug in der modernen Ackerbau- und Sonderkultur-Praxis macht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Clethodim gehört zur chemischen Klasse der Cyclohexandione (DIMs) und ist systemisch hochaktiv. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff rasch in die meristematischen Gewebe der Schadgräser transportiert. Biochemisch blockiert Clethodim das Enzym Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase, klassifiziert in der HRAC-Gruppe 1). Durch diese Hemmung wird die Fettsäuresynthese in den Chloroplasten der Gräser unterbrochen, was den Aufbau von Zellmembranen verhindert. In der Folge kommt es zu einem Wachstumsstopp der Schadgräser innerhalb weniger Tage. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen und Nekrosen an den jüngsten Blättern und Vegetationspunkten zeigen sich nach etwa ein bis zwei Wochen, gefolgt vom vollständigen Absterben der Gräser.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe 1) zu minimieren, solltest du Sedim 120 stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, ausschließlichen Einsatz von Wirkstoffen aus dieser Gruppe auf derselben Fläche. Kombiniere oder rotiere die Anwendungen stattdessen mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. Bodenherbiziden im Vorauflauf) und nutze ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung zur Reduzierung des Gräserdrucks.
Mischbarkeit & Tankmischung
Sedim 120 ist in der Regel gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Da die Aufnahme von Clethodim stark von der Wachsschicht der Gräser beeinflusst wird, ist die Zugabe eines geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Additivs (z. B. auf Rapsölbasis) oft entscheidend für den Bekämpfungserfolg. Achte bei Tankmischungen auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen mit stark wuchsstoffhaltigen Herbiziden oder bestimmten Fungiziden, da diese antagonistische Effekte zeigen und die Gräserwirkung reduzieren können. Führe im Zweifel vor der Anwendung einen physischen Mischbarkeitstest durch.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Sedim 120 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten Anwendungen generell nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Bevorzuge Behandlungen in den späten Abendstunden. Um Einträge in Oberflächengewässer zu vermeiden, sind die allgemeinen Abstandsauflagen und Maßnahmen zur Abdriftminderung strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Speisezwiebel | Flug-Hafer, Ausfallgetreide, Hühnerhirse | 11–18 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Winterraps | Flug-Hafer, Ausfallgetreide, Hühnerhirse | 12–30 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 120T |
| Möhre | Flug-Hafer, Ausfallgetreide, Hühnerhirse | 12–19 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Erdbeere | Gemeine Quecke | 91–93 | 2 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Erdbeere | Gemeine Quecke | 12–59 | 2 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Zuckerrübe | Gemeine Quecke | 12–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Kartoffel | Gemeine Quecke | 12–33 | 2 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Gemeine Quecke | 14–19 | 2 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Speisezwiebel | Gemeine Quecke | 11–18 | 2 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Erdbeere | Flug-Hafer, Ausfallgetreide, Hühnerhirse | 12–59 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Flug-Hafer, Ausfallgetreide, Hühnerhirse | 14–19 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Kartoffel | Flug-Hafer, Ausfallgetreide, Hühnerhirse | 12–33 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Möhre | Gemeine Quecke | 12–19 | 2 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Erdbeere | Flug-Hafer, Ausfallgetreide, Hühnerhirse | 91–93 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Zuckerrübe | Flug-Hafer, Ausfallgetreide, Hühnerhirse | 12–35 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 56T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Ausfallgetreide und einjährigen Schadgräsern?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt vor, wenn die Schadgräser aktiv wachsen und sich im Stadium BBCH 12 bis 14 (2- bis 4-Blatt-Stadium) befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Blattfläche groß genug für eine optimale Wirkstoffaufnahme, und die Gräser sind noch nicht zu stark bestockt, was eine maximale Wirkung von Sedim 120 garantiert.
Wie bekämpfe ich die Gemeine Quecke mit Sedim 120 am effektivsten?
Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke solltest du warten, bei den Quecken eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht ist und ausreichend Blattmasse gebildet wurde. Nutze in diesem Fall die höhere zugelassene Aufwandmenge, damit genügend Wirkstoff in das weit verzweigte Rhizomsystem transportiert wird, um ein Wiederaustreiben nachhaltig zu verhindern.
Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirkung von Sedim 120?
Optimal sind warme, wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit, da die Schadgräser dann einen aktiven Stoffwechsel aufweisen und den Wirkstoff schnell transportieren. Vermeide Anwendungen bei extremer Trockenheit, Frost oder wenn die Gräser unter Stress stehen (z. B. durch Hitze), da sich in diesen Phasen eine dicke Wachsschicht bildet, die das Eindringen von Clethodim erschwert.
Warum sollte ich bei der Anwendung von Sedim 120 ein Additiv verwenden?
Clethodim ist ein lipophiler Wirkstoff. Ein geeignetes Additiv (wie ein methyliertes Pflanzenöl) verbessert die Benetzung der oft wachsartigen Gräserblätter erheblich und beschleunigt das Eindringen des Wirkstoffs durch die Kutikula. Ohne Additiv kann die Wirkung, insbesondere unter suboptimalen Bedingungen oder bei fortgeschrittenem Gräserwachstum, deutlich abfallen.
Wie verhalte ich mich, wenn kurz nach der Spritzung Regen droht?
Sedim 120 ist nach der Aufnahme relativ schnell regenfest. Als Faustregel gilt, dass nach der Anwendung mindestens ein bis zwei regenfreie Stunden vergehen sollten, damit der Wirkstoff vollständig in das Blattgewebe der Schadgräser eindringen kann. Bei unmittelbar bevorstehendem Starkregen solltest du die Behandlung verschieben.
Kann ich Sedim 120 auch in Mischung mit breitwirksamen Unkrautbekämpfungsmitteln ausbringen?
Grundsätzlich ist Vorsicht geboten. Mischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter (insbesondere Wuchsstoffe oder Sulfonylharnstoffe) können zu antagonistischen Effekten führen, wodurch die Wirkung gegen Gräser spürbar nachlässt. Es wird empfohlen, zwischen einer Gräserbehandlung mit Sedim 120 und einer nachfolgenden Unkrautbehandlung einen zeitlichen Abstand von mindestens 3 bis 5 Tagen einzuhalten.