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Sonstige · Sharda Cropchem Espana S.L.

SINCLAIRE

BVL Zul.-Nr. 00A946-00

SINCLAIRE ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von bedeutenden Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von Kulturen wie Weinreben, Erdbeeren, Gemüse und Kernobst. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), kombiniert das Produkt zwei bewährte Wirkstoffe, um einen lückenlosen Schutz vor und nach der Ernte zu gewährleisten. Es hat sich im professionellen Anbau als Standardlösung gegen wirtschaftlich verheerende Schaderreger etabliert.

Das Wirkspektrum von SINCLAIRE konzentriert sich insbesondere auf Botrytis cinerea (Grauschimmel), Sclerotinia sclerotiorum (Sklerotinia-Stängelfäule) sowie verschiedene Erreger von Brennfleckenkrankheiten (Mycosphaerella pinodes, Ascochyta pisi) und pilzlichen Lagerfäulen. Durch diese Vielseitigkeit schützt das Mittel die Kulturen sowohl in der kritischen Blütephase als auch in der späten Reifephase, was die Qualität und Lagerfähigkeit der Ernteprodukte maßgeblich sichert.

Wirkstoffe

Cyprodinil
375 g/kg · Wirkstoff
Fludioxonil
250 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von SINCLAIRE beruht auf dem synergetischen Zusammenspiel seiner zwei aktiven Wirkstoffe, die unterschiedlichen FRAC-Gruppen angehören. Cyprodinil gehört zur Gruppe der Anilinopyrimidine (FRAC-Gruppe 9). Es greift in die Biosynthese von Methionin ein und hemmt die Sekretion von hydrolytischen Enzymen des Pilzes. Dadurch wird das Eindringen des Erregers in das Pflanzengewebe sowie das Myzelwachstum in der Kultur effektiv unterbunden. Cyprodinil besitzt systemische Eigenschaften und verteilt sich akropetal in der Kultur. Fludioxonil hingegen ist ein Wirkstoff aus der Klasse der Phenylpyrrole (FRAC-Gruppe 12). Es ahmt natürliche Antimykotika nach und stört die osmotische Signaltransduktion des Pilzes durch die Hemmung der MAP-Kinase. Dies führt zu einer schnellen Akkumulation von Glycerin in den Pilzzellen, wodurch die Sporenkeimung und das Keimschlauchwachstum blockiert werden. Fludioxonil verbleibt weitgehend als stabiler Schutzfilm auf der Oberfläche der Kultur und bietet eine langanhaltende präventive Kontaktwirkung.

Resistenzmanagement

Da SINCLAIRE zwei Wirkstoffe mit völlig unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (FRAC 9 und FRAC 12) kombiniert, ist das inhärente Risiko einer Resistenzentwicklung bereits deutlich reduziert. Dennoch erfordert ein nachhaltiges Resistenzmanagement, dass du die Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt begrenzt und das Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzt, die keine Kreuzresistenz aufweisen. Achte darauf, SINCLAIRE vorzugsweise vorbeugend bei Infektionsgefahr einzusetzen, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

SINCLAIRE zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du das Granulat immer als erste Komponente im fast vollständig mit Wasser gefüllten Spritztank unter ständigem Rühren vollständig auflösen, bevor du andere Partner hinzufügst. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber in Absprache mit der Fachberatung bei extrem wachshaltigen Oberflächen der Kulturen erwogen werden. Verwende stets sauberes Spritzwasser mit einem neutralen bis leicht sauren pH-Wert, um eine optimale Stabilität der Wirkstoffe zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SINCLAIRE ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der terrestrischen Umwelt müssen Abdriftschutzmaßnahmen strikt eingehalten werden; vermeide jeglichen Eintrag des Mittels in Oberflächengewässer. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsumfang definiert ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen die Anwendung generell nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Behandlungen vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ErbseSclerotinia sclerotiorum1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
KernobstPilzliche Lagerfäulen85–890.75 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
ErdbeereBotrytis cinerea61–671 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
TomateBotrytis cinerea51–991 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Botrytis cinerea51–991 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
AubergineBotrytis cinerea51–991 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
ErbseBrennfleckenkrankheit (Mycosphaerella pinodes)1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
BuschbohneBotrytis cinerea61–991 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
BuschbohneSclerotinia sclerotiorum61–991 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
ErdbeereBotrytis cinerea61–671 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
ErbseBotrytis cinerea1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
WeinrebeBotrytis cinerea75–890.96 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
ErbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)1 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
GurkeBotrytis cinerea61–991 KILOGRAM_PER_HECTARE3T

Häufige Fragen

Wie profitiert die Lagerfähigkeit deines Ernteguts von einer späten Behandlung mit SINCLAIRE?

Eine späte Anwendung innerhalb des zulässigen BBCH-Fensters (unter Beachtung der Wartezeit von 3 bis 21 Tagen) bekämpft latente Infektionen mit pilzlichen Lagerfäulen und Grauschimmel direkt auf der Fruchtoberfläche. Dadurch wird das Risiko minimiert, dass sich Krankheiten während des Transports oder der Kühllagerung ausbreiten, was die Vermarktungsfähigkeit deiner Ernte deutlich verlängert.

Warum ist die Kombination aus Cyprodinil und Fludioxonil so schlagkräftig gegen Botrytis?

Die beiden Wirkstoffe ergänzen sich perfekt: Cyprodinil dringt systemisch in das Gewebe ein und stoppt bereits begonnene Infektionen von innen heraus, während Fludioxonil als extrem regenstabiler Kontaktbelag auf der Außenseite der Kultur verbleibt und das Keimen neuer Sporen verhindert. Dieser Doppelansatz bietet dir maximalen Schutz unter wechselnden Witterungsbedingungen.

Was musst du bei der Anwendung von SINCLAIRE in feuchten Jahren beachten?

Bei anhaltend feuchter Witterung steigt der Infektionsdruck durch Botrytis und Sclerotinia rasant an. Du solltest SINCLAIRE in solchen Phasen unbedingt rein präventiv vor den vorhergesagten Niederschlägen applizieren, da die Wirkstoffe ihre volle Leistung entfalten, bevor der Pilz das Gewebe der Kultur besiedeln kann.

Kannst du SINCLAIRE auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Cyprodinil besitzt eine hervorragende Kältewirkung und ist bereits bei Temperaturen ab etwa 5 bis 10 °C voll aktiv. Das macht SINCLAIRE zu einer idealen Wahl für frühe Behandlungen im Frühjahr (z. B. während der frühen Blüte im Obst- oder Weinbau), wenn andere systemische Fungizide aufgrund zu geringer Temperaturen noch unzureichend wirken.

Wie findest du heraus, welche spezifische Wartezeit für deine Kultur gilt?

Da die Wartezeit bei SINCLAIRE je nach Kultur stark variiert (zwischen 3 und 21 Tagen), musst du vor der Anwendung die spezifischen Zulassungsauflagen für deine genaue Kultur prüfen. Diese Informationen findest du direkt in den tabellarischen Zulassungsdetails auf unserer Plattform oder auf dem offiziellen Produktetikett.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Bekämpfung von Brennfleckenkrankheiten?

Bei anfälligen Kulturen wie Hülsenfrüchten (z. B. Gartenbohne) solltest du die Bestände ab dem Knospenstadium (BBCH 51) genau beobachten. Eine frühzeitige Behandlung bei den ersten sichtbaren Symptomen oder bei Infektionsbedingungen verhindert, dass die Erreger der Brennfleckenkrankheit auf die jungen Hülsen übergreifen und dort irreversible Schäden verursachen.