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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

Taifun forte

BVL Zul.-Nr. 044044-00

Taifun forte ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives systemisches Herbizid zur Bekämpfung eines sehr breiten Spektrums von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie hartnäckigen Ungräsern. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, basiert das Pflanzenschutzmittel auf dem bewährten Wirkstoff Glyphosat. Es wird im deutschen Acker-, Wein- und Obstbau vor allem für die Vorsaatbehandlung, die Stoppelbehandlung nach der Ernte sowie zur gezielten Kulturvorbereitung eingesetzt.

Durch seine hervorragende systemische Wirkung eignet sich das Produkt ideal für moderne Mulch- und Direktsaatverfahren. Es ermöglicht die zuverlässige Beseitigung von Ausfallgetreide, Ausfallraps und Problemunkräutern, wodurch ein sauberes Saatbett für die Folgekulturen geschaffen wird, ohne dass eine intensive mechanische Bodenbearbeitung zwingend erforderlich ist.

Wirkstoffe

Glyphosat
485.39 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Taifun forte enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (Hemmung der EPSP-Synthase). Nach der Applikation wird der Wirkstoff primär über die grünen, assimilierenden Pflanzenteile aufgenommen. Von dort aus erfolgt ein systemischer Transport über das Phloem (den Saftstrom der Pflanze) bis in die äußersten Wachstumszonen sowie in die unterirdischen Speicherorgane wie Wurzeln, Rhizome und Knollen. Im pflanzlichen Stoffwechsel blockiert Glyphosat spezifisch das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselbestandteil des Shikimatwegs, der für die Synthese essentieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) verantwortlich ist. Da dieser Stoffwechselweg nur in Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vorkommt, führt die Blockade zu einem schnellen Wachstumsstopp und dem anschließenden vollständigen Absterben der behandelten Schaderreger.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen vorzubeugen, muss Taifun forte in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen in der Fruchtfolge sowie die Kombination von chemischen und mechanischen Regulierungsmaßnahmen. Einseitige, wiederholte Anwendungen auf derselben Fläche sollten vermieden werden, um die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Wirkstoffs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Taifun forte ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen oder bei hartem Spritzwasser, kann die Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) oder geeigneten Netzmitteln vorteilhaft sein. Mischungen mit stark kontaktwirksamen Herbiziden sollten vermieden werden, da eine zu schnelle Zerstörung des Blattgewebes den systemischen Transport des Glyphosats in die Wurzeln behindern kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Taifun forte sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens geeigneter Schutzkleidung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen müssen die vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
RapsstoppelAusfallraps, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
StilllegungsflächenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
GetreidestoppelAusfallgetreide, Gemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
ZuckerrübeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE30T
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Taifun forte nach der Applikation?

Die beste Wirkung wird bei wüchsigem Wetter mit milden Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit erzielt, da die Schaderreger dann aktiv assimilieren. Nach der Behandlung sollte eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden eingehalten werden, damit der Wirkstoff vollständig in das Blattgewebe eindringen kann.

Wie lange muss ich nach der Anwendung warten, bevor ich den Boden mechanisch bearbeiten darf?

Um eine vollständige systemische Verteilung des Wirkstoffs bis in die Wurzelspitzen und Rhizome zu garantieren, sollte bei einjährigen Unkräutern mindestens 3 bis 5 Tage und bei ausdauernden Wurzelunkräutern (wie der Gemeinen Quecke) mindestens 7 bis 10 Tage mit der Bodenbearbeitung oder dem Pflügen gewartet werden.

Warum ist die Stoppelbehandlung gegen die Gemeine Quecke besonders effektiv?

Nach der Ernte treibt die Gemeine Quecke neue, aufnahmefähige Blattmasse aus. Zu diesem Zeitpunkt transportiert die Pflanze Assimilate verstärkt nach unten in ihre unterirdischen Überdauerungsorgane (Rhizome). Taifun forte nutzt diesen natürlichen Saftstrom, gelangt tief in das Wurzelsystem und verhindert so nachhaltig den Wiederaustrieb im Folgejahr.

Welchen Einfluss hat die Wasserqualität auf die Wirksamkeit von Taifun forte?

Sehr hartes Wasser mit hohen Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen kann die herbizide Wirkung abschwächen, da diese Kationen Komplexe mit dem Glyphosat-Molekül bilden. In solchen Fällen empfiehlt sich die vorherige Konditionierung des Spritzwassers, beispielsweise durch den Zusatz von Ammoniumsulfat.

Kann Taifun forte auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst eingesetzt werden?

Ein Einsatz ist auch bei kühleren Temperaturen im Spätherbst möglich, solange die Zielpflanzen noch aktiv assimilieren und kein Dauerfrost herrscht. Da der pflanzliche Stoffwechsel bei Kälte jedoch stark verlangsamt ist, verzögert sich der Eintritt der sichtbaren Symptome (Gelbfärbung und Absterben) entsprechend.