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ULTRALINE

BVL Zul.-Nr. 00A497-00

ULTRALINE ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) bietet dieses Pflanzenschutzmittel sowohl präventiven Schutz als auch kurative und eradikative Eigenschaften. Es ist als flüssiges Konzentrat formuliert und zeichnet sich durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit sowie eine langanhaltende Dauerwirkung aus.

Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Getreidearten wie Weizen (Winter-, Sommer-, Spelt- und Durumweizen), Gerste, Roggen, Hafer und Triticale sowie Winterraps. ULTRALINE schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Fusarium-Arten, Rostpilzen (Gelb-, Braun-, Zwerg- und Haferkronenrost), Septoria-Arten, Netzflecken, Rhynchosporium secalis, DTR-Blattdürre und Echtem Mehltau. Im Raps steht die Bekämpfung der gefürchteten Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) im Vordergrund.

Durch den Schutz des Fahnenblattes und der Ähre trägt ULTRALINE maßgeblich zur Ertragssicherung und zur Optimierung der Kornqualität bei. Seine flexible Anwendungsmöglichkeit in verschiedenen BBCH-Stadien macht es zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in ULTRALINE enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifizierung der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Zuge der Sterol-Biosynthese der Pilze. Ohne die Produktion von Ergosterol, einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran, wird das Wachstum der Keimschläuche und des Myzels gestoppt, was letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und systemisch akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet, dass auch nach der Behandlung neu zuwachsende Blätter geschützt werden. Die Kombination aus schneller Anfangswirkung und ausgeprägter Depotwirkung stoppt bereits vorhandene, unsichtbare Infektionen (kurativer Effekt) und verhindert zuverlässig Neuinfektionen (präventiver Effekt).

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei wichtigen Schaderregern – insbesondere bei Septoria-Blattdürre und Netzflecken – aktiv entgegenzuwirken, muss ULTRALINE im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Der Wirkstoff Prothioconazol sollte innerhalb einer Spritzfolge stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. SDHI-Inhibitoren aus FRAC-Gruppe 7 oder Strobilurinen aus FRAC-Gruppe 11) angewendet werden. Auch die Kombination mit Kontaktwirkstoffen (Multi-Site-Inhibitoren) in Tankmischungen ist eine wirksame Maßnahme, um den Selektionsdruck zu minimieren. Zudem sollte die empfohlene Aufwandmenge nicht reduziert werden, um eine vollständige Erregerkontrolle zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

ULTRALINE weist eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit einer Vielzahl von gängigen Pflanzenschutzmitteln auf. Es kann problemlos in Tankmischungen mit Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern sowie Blattdüngern ausgebracht werden. Bei Mischungen mit Wachstumsreglern ist zu beachten, dass Triazole die einkürzende Wirkung verstärken können; die Aufwandmengen sollten daher an die Witterung und den Zustand der Kultur angepasst werden. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme wird eine Wassermenge von 150–300 l/ha empfohlen. Vor dem Ansetzen größerer Mischungen wird ein einfacher Verträglichkeitstest (Mischprobe) im kleinen Maßstab empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ULTRALINE sind die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die in der Zulassung definierten Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollten Anwendungen in blühenden Beständen vorzugsweise in den Abendstunden erfolgen, um den direkten Kontakt mit bestäubenden Insekten zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
HartweizenFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteGelbrost (Puccinia striiformis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteZwergrost (Puccinia hordei)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenRhynchosporium secalis26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteZwergrost (Puccinia hordei)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteRhynchosporium secalis26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
WintergersteGelbrost (Puccinia striiformis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteRhynchosporium secalis26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
RoggenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleRhynchosporium secalis26–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelFusarium-Arten56–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten in Weizen?

Die gezielte Bekämpfung von Ährenfusariosen mit ULTRALINE erfolgt idealerweise während der Blütezeit der Kultur (BBCH 59 bis 69). Eine präventive Behandlung kurz vor oder direkt zu Beginn des Hauptblühens, insbesondere bei feucht-warmer Witterung und vorhergesagten Niederschlägen, bietet den besten Schutz vor einer Infektion und mindert das Risiko von Mykotoxinbelastungen im Erntegut.

Wie wirkt sich die systemische Eigenschaft von ULTRALINE auf den Schutz des Neuzuwachses aus?

Da Prothioconazol systemisch und akropetal (nach oben) transportiert wird, verteilt sich der Wirkstoff nach der Aufnahme in den Blättern und schützt somit auch nachfolgend wachsende Pflanzenteile. Dennoch sollte die Behandlung bevorzugt präventiv oder bei ersten sichtbaren Symptomen erfolgen, um den Befallsdruck frühzeitig zu brechen.

Kann ULTRALINE in Tankmischungen mit Wachstumsreglern eingesetzt werden?

Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern ist in der Praxis üblich. Da Triazole wie Prothioconazol jedoch einen leicht einkürzenden Nebeneffekt aufweisen können, sollte die Aufwandmenge des Wachstumsreglers bei hoher Einstrahlung und Trockenheit gegebenenfalls reduziert werden, um die Kultur nicht übermäßig zu stressen.

Welche Rolle spielt ULTRALINE beim Schutz von Winterraps gegen Phoma (Leptosphaeria maculans)?

Im Winterraps schützt das Pflanzenschutzmittel effektiv vor der Wurzelhals- und Stängelfäule. Eine Anwendung im Herbst (BBCH 14–18) stärkt die Kultur gegen den frühen Befall und verbessert gleichzeitig die Winterhärte, während eine optionale Frühjahrsbehandlung das Aufplatzen der Stängel und die spätere Ausbreitung des Pilzes verhindert.

Wie lässt sich das Resistenzrisiko bei wiederholter Anwendung von Prothioconazol minimieren?

Um die Wirksamkeit der Wirkstoffgruppe 3 (DMI) langfristig zu sichern, sollte ULTRALINE im Rahmen einer Spritzfolge mit Wirkstoffen anderer Wirkungsklassen (z. B. SDHI oder Kontaktwirkstoffen) abgewechselt oder kombiniert werden. Zudem sollte die registrierte maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison nicht überschritten und stets die volle, auf den Befallsdruck abgestimmte Aufwandmenge genutzt werden.

Wie finde ich im Agronomy-Portal weitere registrierte Produkte gegen spezifische Schaderreger?

Nutzen Sie die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach der gewünschten Kultur (z. B. Winterweizen) und dem spezifischen Schaderreger (z. B. Gelbrost) filtern, um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive deren Aufwandmengen und Wartezeiten anzuzeigen.