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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

VERIMARK

BVL Zul.-Nr. 008518-00

VERIMARK ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung eines breiten Spektrums saugender und beißender Schaderreger in verschiedenen Gemüse- und Beerenobstkulturen. Der Wirkstoff Cyantraniliprole zeichnet sich durch eine hervorragende systemische Mobilität aus, wodurch das Mittel vor allem über die Wurzeln aufgenommen und effizient in der gesamten Kultur verteilt wird. Dies ermöglicht einen langanhaltenden Schutz von der frühen Entwicklungsphase bis zur Ernte.

Formuliert als Suspensionskonzentrat, ist VERIMARK speziell für die Applikation über Tröpfchenbewässerung (Fertigation) oder als Drench-Behandlung optimiert. Zu den Hauptzielorganismen gehören wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Weiße Fliegen, Blattläuse, Minierfliegen sowie die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta). Durch den Schutz des jungen Gewebes wird zudem das Risiko einer Übertragung von Pflanzenviren durch Vektoren deutlich reduziert.

Wirkstoffe

Cyantraniliprole
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in VERIMARK enthaltene Wirkstoff Cyantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Diamide und ist in die IRAC-Gruppe 28 (Modulatoren der Ryanodin-Rezeptoren) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Aktivierung der zellulären Ryanodin-Rezeptoren der Schaderreger, was zu einer unkontrollierten Freisetzung von Calciumionen aus den internen Speichern der Muskelzellen führt. Unmittelbar nach der Aufnahme des Wirkstoffs – sei es durch Fraß oder Kontakt – stellen die betroffenen Insekten die Nahrungsaufnahme ein. Es folgen Lethargie, Muskelparalyse und schließlich das Absterben der Schaderreger. Da der Wirkstoff systemisch über das Wurzelsystem aufgenommen und akropetal mit dem Saftstrom nach oben transportiert wird, sind auch neu zuwachsende Blätter und Triebe kontinuierlich geschützt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, ist ein striktes Resistenzmanagement gemäß den IRAC-Richtlinien erforderlich. Die Anzahl der Anwendungen von VERIMARK pro Kultur und Saison ist konsequent zu begrenzen. Innerhalb einer Behandlungsfolge sollte der Wirkstoff Cyantraniliprole im Blockverfahren eingesetzt und anschließend durch Pflanzenschutzmittel mit anderen Wirkungsmechanismen abgelöst werden. Die Integration mechanischer und biologischer Maßnahmen im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes unterstützt den Erhalt der Wirkstoffeffizienz nachhaltig.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Anwendung über Bewässerungssysteme ist auf eine einwandfreie physikalische und chemische Kompatibilität aller Mischungspartner zu achten. VERIMARK sollte nicht mit stark alkalischen Produkten oder speziellen Düngemitteln gemischt werden, die den pH-Wert der Brühe über 7,0 anheben, da dies die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen kann. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Ansetzwassers (pH 5,5 bis 6,5) ist optimal. Vor großflächigen Mischungen im Düngertank wird dringend ein Kompatibilitätstest im Kleinstmaßstab empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sind die vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA), wie Schutzanzug und Nitrilhandschuhe beim Ansetzen der Brühe, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungen zu beachten. Da die Applikation primär systemisch über den Boden oder das Substrat erfolgt, wird das direkte Expositionsrisiko für nützliche Bestäuber wie Bienen im Vergleich zu klassischen Blattspritzungen erheblich minimiert.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ErdbeereBlattläuse, Freifressende Schmetterlingsraupen, Eulenarten (Noctuidae)12–89375 MILLILITER_PER_HECTARE1T
StangenbohneBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–79500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
GurkeBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
TomateBlattläuse, Tomatenminiermotte (Tuta absoluta), Weiße Fliegen12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
AubergineBlattläuse, Tomatenminiermotte (Tuta absoluta), Weiße Fliegen12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
AubergineBlattläuse, Tomatenminiermotte (Tuta absoluta), Weiße Fliegen12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Blattläuse, Tomatenminiermotte (Tuta absoluta), Weiße Fliegen12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Blattläuse, Tomatenminiermotte (Tuta absoluta), Weiße Fliegen12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
StangenbohneBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–79500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
MeloneBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
MeloneBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
GurkeBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
BuschbohneBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–79500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
TomateBlattläuse, Tomatenminiermotte (Tuta absoluta), Weiße Fliegen12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
BuschbohneBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–79500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
WassermeloneBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T
WassermeloneBlattläuse, Weiße Fliegen, blattminierende Insekten12–89500 MILLILITER_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wie wird VERIMARK über die Tröpfchenbewässerung optimal dosiert und appliziert?

Für eine gleichmäßige Verteilung sollte VERIMARK im letzten Drittel des Bewässerungszyklus eingespeist werden. Dadurch wird sichergestellt, dass sich der Wirkstoff direkt in der aktiven Wurzelzone der Kultur anlagert und nicht in tiefere Bodenschichten ausgewaschen wird. Anschließend ist das System kurz mit klarem Wasser zu spülen.

Warum ist die Anwendung bereits ab dem BBCH-Stadium 12 sinnvoll?

Eine frühe Anwendung ab dem Entfalten der ersten Laubblätter schützt die jungen Kulturen in ihrer empfindlichsten Wachstumsphase. Da junge Pflanzen eine hohe Transpirationsrate aufweisen, wird der Wirkstoff besonders schnell aufgenommen und schützt den empfindlichen Vegetationspunkt effektiv vor frühem Schädlingsbefall.

Welchen Einfluss hat die Boden- bzw. Substratfeuchte auf die Wirkung von VERIMARK?

Eine ausreichende, aber nicht übermäßige Feuchtigkeit des Bodens oder Substrats ist entscheidend für die Wirkstoffaufnahme. In zu trockenen Böden können die Wurzeln den Wirkstoff nicht effizient aufnehmen, während Staunässe oder Starkregen direkt nach der Applikation zu einer unerwünschten Auswaschung aus der Wurzelzone führen kann.

Ist VERIMARK mit dem Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus kompatibel?

Ja, VERIMARK eignet sich hervorragend für IPM-Programme. Da das Pflanzenschutzmittel über den Boden appliziert wird, kommen oberirdisch aktive Nützlinge wie Raubmilben, Schlupfwespen oder Florfliegen kaum in direkten Kontakt mit dem Wirkstoff, wodurch ihre Populationen geschont werden.

Wie verhält sich VERIMARK bei der Anwendung in substratlosen Kulturen (Hydroponik)?

In geschlossenen hydroponischen Systemen ist die Dosierung präzise auf das Wasservolumen abzustimmen, um Überdosierungen und Wurzelschäden zu vermeiden. Es müssen die spezifischen BVL-Zulassungsauflagen für geschlossene Kreisläufe beachtet werden, um einen unkontrollierten Eintrag des Wirkstoffs in die Umwelt zu verhindern.