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OTHER · Agro Trade Handelsgesellschaft mbH

WARAN

BVL Zul.-Nr. 00A549-00

WARAN ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur selektiven Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen, insbesondere in Getreide und Mais. Formuliert als flüssiges Konzentrat, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über das Blatt und eine zügige systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus. Dies macht es zu einer verlässlichen Lösung im modernen Ackerbau.

Das Wirkungsspektrum konzentriert sich primär auf wirtschaftlich bedeutende und schwer bekämpfbare Schaderreger wie das Kletten-Labkraut (Galium aparine) in allen Entwicklungsstadien sowie Ampfer-Arten und hartnäckigen Kartoffeldurchwuchs. Durch seine hervorragende Kulturverträglichkeit in Getreidearten wie Weizen, Gerste, Hafer und Roggen sowie in Mais stellt WARAN ein unverzichtbares Werkzeug für die Unkrautkontrolle im Nachauflauf dar.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
288 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der Pyridyloxycarbonsäuren und ist als synthetisches Auxin klassifiziert (HRAC-Gruppe 4). Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter der Unkräuter aufgenommen und sowohl akropetal als auch basipetal in der Pflanze verteilt, sodass er sich schnell in den meristematischen Geweben anreichert. Im Inneren der Zielpflanzen imitiert Fluroxypyr die Wirkung des natürlichen Phytohormons Indol-3-essigsäure (Auxin). Dies führt zu einer unkontrollierten Überstimulation des Zellwachstums und der Zellteilung. Die betroffenen Schaderreger zeigen typische epinastische Krümmungen an Stängeln und Blättern, gefolgt von Chlorosen und Nekrosen, was letztendlich zum vollständigen Absterben des Unkrauts führt.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen gegenüber Wirkstoffen der HRAC-Gruppe 4 sollte WARAN stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie ALS-Inhibitoren oder Bodenherbiziden) innerhalb der Fruchtfolge sowie die Nutzung mechanischer Regulierungsmaßnahmen. Ein wiederholter, einseitiger Einsatz von synthetischen Auxinen auf derselben Fläche ist zu vermeiden, um die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei ohnehin schwer bekämpfbaren Unkräutern, zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

WARAN weist eine breite physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern auf. Bei Tankmischungen mit sulfonylharnstoffbasierten Herbiziden kann häufig ein synergistischer Effekt gegen ein breiteres Unkrautspektrum erzielt werden. Es wird empfohlen, stets die Mischungsreihenfolge einzuhalten, ausreichend Wasser (mindestens 200–300 l/ha) zu verwenden und vor der großflächigen Anwendung eine Probe auf physikalische Verträglichkeit durchzuführen. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit WARAN sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA), wie Schutzhandschuhe und Schutzkleidung während der Anmischung und Applikation, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (Abdriftminderungsklassen) genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Beständen oder Unkräutern vermieden werden, um Risiken für Bestäuber zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerhaferZweikeimblättrige Unkräuter12–310.75 LITER_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut, Zweikeimblättrige Unkräuter32–451 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut, Zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut, Zweikeimblättrige Unkräuter32–451 LITER_PER_HECTARE
SommergersteZweikeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferKletten-Labkraut, Zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Ampfer-Arten13–990.75 LITER_PER_HECTARE7T
MaisZweikeimblättrige Unkräuter13–161 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKartoffeldurchwuchs33–392 LITER_PER_HECTARE
WintergersteKartoffeldurchwuchs33–392 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenKletten-Labkraut, Zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Ampfer-Arten13–992 LITER_PER_HECTARE7T
WintergersteKletten-Labkraut, Zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleKletten-Labkraut, Zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenKletten-Labkraut, Zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit WARAN gegen Kletten-Labkraut?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr, sobald die Unkräuter aktiv wachsen und die Temperaturen tagsüber stabil über 8 °C liegen. WARAN wirkt hervorragend auch gegen bereits größeres Kletten-Labkraut, jedoch erzielt eine frühzeitige Behandlung im Rosettenstadium die schnellste und nachhaltigste Wirkung, da die Kultur dann zügig die verbleibenden Lücken schließen kann.

Wie verhält sich WARAN bei der Bekämpfung von Kartoffeldurchwuchs in Mais?

Bei der Bekämpfung von Kartoffeldurchwuchs ist der systemische Charakter von WARAN entscheidend. Die Spritzung sollte erfolgen, wenn die Kartoffeltriebe eine Höhe von etwa 10 bis 20 cm erreicht haben und ausreichend Blattfläche für die Wirkstoffaufnahme vorhanden ist. Der Wirkstoff wird bis in die Tochterknollen transportiert, was den Wiederaustrieb effektiv unterdrückt.

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung von WARAN?

Da es sich um ein systemisches Wuchsstoffherbizid handelt, ist die Wirkung stark vom aktiven Stoffwechsel der Unkräuter abhängig. Die besten Ergebnisse werden bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C erzielt. Bei Frostgefahr oder extremer Trockenheit sollte die Behandlung verschoben werden, da die Unkräuter dann den Wirkstoff nicht ausreichend aufnehmen und transportieren.

Kann WARAN in Wasserschutzgebieten uneingeschränkt eingesetzt werden?

Der Wirkstoff Fluroxypyr ist im Boden relativ mobil, wird jedoch biologisch rasch abgebaut. Dennoch sind beim Einsatz in Wasserschutzgebieten die spezifischen regionalen Auflagen und Anwendungsbestimmungen der BVL-Zulassung streng zu beachten. Vermeiden Sie Applikationen auf dränierten Flächen oder unmittelbar vor starken Regenfällen, um einen Eintrag in das Grundwasser zu verhindern.

Wie lange nach der Anwendung von WARAN ist das Produkt regenfest?

Dank der schnellen Penetration des Wirkstoffs Fluroxypyr in das Blattgewebe ist WARAN bereits etwa zwei Stunden nach der Applikation regenfest. Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die herbizide Wirkung und den Bekämpfungserfolg nicht mehr.

Welche Nachbaufristen müssen nach dem Einsatz von WARAN beachtet werden?

Aufgrund des raschen Abbaus von Fluroxypyr im Boden durch Mikroorganismen bestehen bei normalem Kulturverlauf keine Einschränkungen für die nachfolgende Fruchtfolge im Herbst oder im nächsten Frühjahr. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der behandelten Kultur kommen, können nach einer flachen Bodenbearbeitung in der Regel Getreide oder Mais nachgebaut werden; bei empfindlichen Kulturen wie Leguminosen empfiehlt sich eine tiefere Bodenbearbeitung.