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Pilz

Botrytis squamosa

Botryotinia squamosa
SCLESQ

Botryotinia squamosa (Anamorph: Botrytis squamosa, EPPO-Code: SCLESQ) ist der Erreger der Botrytis-Blattfleckenkrankheit (auch Zwiebelfäule genannt), einer der wirtschaftlich bedeutendsten Pilzkrankheiten im Anbau von Speisezwiebeln (Allium cepa), Schalotten (Allium ascalonicum) und Knoblauch (Allium sativum). Der Schaderreger verursacht vor allem in feuchtwarmen Sommern erhebliche Ertragseinbußen durch vorzeitiges Absterben des Laubes und mindert die Lagerfähigkeit der geernteten Kulturen drastisch.

Die Infektion beginnt meist auf älteren Blättern und breitet sich bei anhaltend feuchter Witterung rasch im gesamten Bestand aus. Durch den Verlust an photosynthetisch aktiver Blattfläche bleibt die Zwiebelentwicklung weit hinter ihrem Potenzial zurück. Zudem begünstigt der Befall Sekundärinfektionen durch andere Fäulniserreger im Lager, was zu Totalausfällen führen kann.

Typ
Pilz
EPPO-Code
SCLESQ
Wirte
4 Kulturen
Generationen
Mehrere überlappende Generationen pro Saison
Verbreitung
Der Schaderreger ist weltweit in den gemäßigten Anbaugebieten verbreitet und verursacht insbesondere in Mittel- und Westeuropa bei feuchter Witterung regelmäßige und schwere Ertrags- und Qualitätsverluste im professionellen Zwiebelanbau.

Biologie / Lebenszyklus

Der Pilz überwintert als Sklerotien im Boden, auf Pflanzenrückständen oder an infizierten Steckzwiebeln. Im Frühjahr keimen diese Sklerotien aus und produzieren entweder Apothezien, die Ascosporen freisetzen, oder direkt Konidienträger, die Konidien bilden. Diese Sporen werden durch Wind und Regenspritzer auf die jungen Blätter der Kulturen übertragen. Für die Keimung und Infektion ist ein freier Wasserfilm auf den Blättern für mindestens 6 Stunden bei Temperaturen zwischen 15 °C und 22 °C optimal. Nach der Erstinfektion kommt es innerhalb weniger Tage zur Produktion neuer Konidien, was zu mehreren überlappenden Infektionszyklen während der Vegetationsperiode führt.

Bonitur

Das Monitoring sollte ab dem BBCH-Stadium 12 bis 14 (Entwicklung der ersten Laubblätter) beginnen und bis zur Abreife (BBCH 47–48) fortgesetzt werden. Kontrolliere wöchentlich mindestens 50 Pflanzen an verschiedenen Stellen im Feld auf erste kleine, weißliche Blattflecken mit silbrigem Hof. Eine gezielte Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln wird empfohlen, sobald der Schwellenwert von durchschnittlich 1 bis 5 Flecken pro Blatt auf den älteren Blättern überschritten ist, insbesondere wenn die Wettervorhersage anhaltende Blattnässe und Temperaturen um 20 °C ankündigt. Nutze computergestützte Prognosemodelle, um den optimalen Behandlungszeitpunkt präzise zu bestimmen.

Symptome

Typisch für den Befall sind zahlreiche kleine, ovale, weißliche bis hellbraune Flecken (ca. 1–5 mm groß) auf den Blättern, die oft von einem hellgrünen bis silbrigen, wassergesättigten Hof umgeben sind. Die Mitte dieser Flecken sinkt häufig ein und kann nekrotisch aufreißen. Bei starkem Befall fließen die Flecken zusammen, was zum Absterben der Blattspitzen (Tip-burn) und schließlich zum vollständigen Verdorren des gesamten Blattes führt. Im fortgeschrittenen Stadium oder bei feuchtem Wetter bildet sich auf dem abgestorbenen Gewebe ein feiner, grauer Sporenrasen, und an der Zwiebelbasis können sich kleine, schwarze Sklerotien formieren.

Integriertes Management

Ein integriertes Management basiert auf einer weiten Fruchtfolge (mindestens 3–4 Jahre Anbaupause für Allium-Arten) und dem vollständigen Unterpflügen von Ernterückständen zur Reduzierung des Inokulums. Vermeide übermäßige Stickstoffdüngung, da weiches Gewebe die Infektion erleichtert, und wähle eine geringere Bestandsdichte sowie eine Ausrichtung der Reihen in Hauptwindrichtung, um ein schnelles Abtrocknen der Kulturen zu fördern. Beim chemischen Pflanzenschutz ist der gezielte, vorbeugende Einsatz von zugelassenen Fungiziden entscheidend. Um Resistenzen vorzubeugen, musst du unbedingt einen Wirkstoffwechsel zwischen verschiedenen FRAC-Klassen (z. B. SDHI, Strobilurine und Anilinopyrimidine) einhalten und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt beachten.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kann ich im Online-Portal gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen die Zwiebelfäule suchen?

Nutze im Hub die Filterfunktion für Schaderreger und gib dort den EPPO-Code SCLESQ oder den wissenschaftlichen Namen Botryotinia squamosa ein. Das System listet dir dann alle aktuell in deinem Land registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive der zugelassenen Aufwandmenge, der maximalen Anwendungen und der einzuhaltenden Wartezeit auf.

Welche Rolle spielt die Beregnung bei der Ausbreitung von Botryotinia squamosa?

Eine Überkopfberegnung verlängert die Blattnässezeit drastisch und fördert die Sporenverbreitung durch Wassertropfen. Beregne deine Kulturen daher bevorzugt in den frühen Morgenstunden, damit die Blätter im Laufe des Tages schnell abtrocknen können, oder weiche auf eine Tröpfchenbewässerung aus.

Warum ist die Einhaltung der FRAC-Richtlinien bei diesem Schaderreger besonders wichtig?

Da Botryotinia squamosa pro Saison mehrere Generationen bildet und extrem viele Sporen produziert, ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung hoch. Wechsle systematisch zwischen verschiedenen Wirkmechanismen (z. B. FRAC-Gruppe 7 und 11) und mische bei Bedarf Kontaktfungizide bei, um die Selektion resistenter Pilzstämme zu verhindern.

Kann ich infiziertes Zwiebellaub nach der Ernte auf dem Feld belassen?

Nein, das solltest du unbedingt vermeiden. Der Pilz bildet auf dem absterbenden Gewebe widerstandsfähige Sklerotien, die jahrelang im Boden überdauern können. Pflüge die Ernterückstände tief unter oder entferne sie komplett vom Feld, um das Infektionspotenzial für die Folgejahre zu minimieren.

Ab welchem BBCH-Stadium ist die Kultur am empfindlichsten für eine Infektion?

Die Anfälligkeit steigt ab dem BBCH-Stadium 15 (5. Laubblatt) deutlich an, da der Bestand dichter wird und sich ein feuchtes Mikroklima bildet. Besonders kritisch ist die Phase der Zwiebelbildung (ab BBCH 41), da hier ein Blattverlust den Ertrag und die spätere Lagerfähigkeit am stärksten beeinträchtigt.

Wie unterscheide ich die Symptome von Botryotinia squamosa von mechanischen Schäden oder Herbizidschäden?

Mechanische Schäden (z. B. durch Hagel) oder Herbizid-Flecken haben meist scharf abgegrenzte Ränder ohne den typischen wassergesättigten, silbrigen Hof. Zudem breiten sich Herbizidschäden oft gleichmäßig über das gesamte Feld aus, während die Zwiebelfäule nesterweise beginnt und bei feuchtem Wetter einen grauen Pilzrasen entwickelt.