Luna Experience
Luna Experience ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel (Fungizid) von Bayer CropScience, das als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert ist. Es kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an pilzlichen Schaderregern in einer Vielzahl von Kulturen – darunter Weinreben, Steinobst, Gemüse und Sonderkulturen – effektiv zu bekämpfen. Durch diese Kombination bietet das Produkt sowohl eine hervorragende präventive als auch kurative Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Krankheiten wie Echte Mehltaupilze, Monilinia-Arten, Alternaria und diverse Lagerfäulen.
Die innovative Formulierung sorgt für eine schnelle Wirkstoffaufnahme über die Blattoberfläche und eine kontinuierliche systemische Verteilung in der Kultur. Dies gewährleistet einen langanhaltenden Schutz auch bei hohem Infektionsdruck und schützt neu zuwachsende Pflanzenteile zuverlässig. Im modernen integrierten Pflanzenschutz hat sich Luna Experience als Standardlösung etabliert, um Erträge zu sichern und die Qualität des Ernteguts, insbesondere im Hinblick auf die Lagerfähigkeit, signifikant zu verbessern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirksamkeit von Luna Experience basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner beiden aktiven Komponenten. Fluopyram gehört zur chemischen Klasse der Pyridinyl-ethyl-benzamide und ist im FRAC-Code als SDHI-Fungizid (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitor, FRAC-Gruppe 7) klassifiziert. Es blockiert die Zellatmung der Pilze im Komplex II der Atmungskette, was zu einem raschen Stopp des Myzelwachstums und der Sporenkeimung führt. Tebuconazol ergänzt diesen Ansatz als bewährter Vertreter der Triazole (DMI-Fungizide, FRAC-Gruppe 3). Es hemmt die C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilzzellwand. Durch diesen doppelten Angriffspunkt an unterschiedlichen biochemischen Prozessen des Schaderregers wird nicht nur eine synergistische Wirkung erzielt, sondern auch das Risiko von Wirkungsverlusten minimiert.
Resistenzmanagement
Um die langfristige Wirksamkeit dieser beiden wichtigen Wirkstoffklassen (SDHI und DMI) zu erhalten, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Luna Experience sollte im Rahmen einer Spritzfolge im Wechsel mit Fungiziden eingesetzt werden, die andere Wirkungsmechanismen aufweisen (z. B. Kontaktfungizide oder Wirkstoffe aus anderen FRAC-Gruppen). Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, und es sollte bevorzugt präventiv bei beginnendem Infektionsrisiko appliziert werden, um unnötigen Selektionsdruck zu vermeiden.
Mischbarkeit & Tankmischung
Luna Experience zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Insektiziden, Fungiziden und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass das Produkt als SC-Formulierung zuerst im wassergefüllten Tank (mindestens 50 % des Zielvolumens unter laufendem Rührwerk) vollständig dispergiert wird, bevor weitere Mischungspartner hinzugefügt werden. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch in spezifischen Kulturen zur Optimierung der Benetzung beitragen; hierbei sind stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner zu beachten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Luna Experience ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die im Zulassungsbescheid festgelegten Abdriftminderungsklassen und länderspezifischen Mindestabstände zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Das Produkt ist bezüglich seiner Wirkung auf Honigbienen als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Nichtzielorganismen stets verantwortungsvoll und abdriftarm ausgebracht werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Schwarzfäule (Guignardia bidwellii) | 13–81 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Schalotte | Laubkrankheit (Stemphylium botryosum), Rostpilze, Botrytis squamosa | 41–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Pflaume | Fleischfleckenkrankheit (Polystigma rubrum), Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii), Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) | 59–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Meerrettich | Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Pastinak | Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Blumenkohle | Alternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola | 41–49 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Zwiebelgemüse | Laubkrankheit (Stemphylium botryosum), Rostpilze, Botrytis squamosa | 41–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Kohlrübe | Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Wurzelpetersilie | Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Kernobst | Pilzliche Lagerfäulen | 75–85 | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 14T |
| Speisezwiebel | Laubkrankheit (Stemphylium botryosum), Botrytis squamosa | 41–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Süßkirsche | Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii), Monilinia fructigena, Monilinia laxa | 59–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Möhre | Echter Mehltau (Erysiphe heraclei), Möhrenschwärze (Alternaria dauci) | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Sauerkirsche | Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii), Monilinia fructigena, Monilinia laxa | 59–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Knoblauch | Laubkrankheit (Stemphylium botryosum), Rostpilze, Botrytis squamosa | 41–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Kernobst | Echter Mehltau (Podosphaera leucotricha) | 55–77 | 0.125 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 14T |
| Weinrebe | Echter Mehltau (Uncinula necator) | 13–81 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Knollensellerie | Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Pfirsich | Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila), Monilinia fructigena, Monilinia laxa | 59–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Rosenkohl | Alternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola | 41–49 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Bocksbart | Echte Mehltaupilze, Alternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Alternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola | 41–49 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Aprikose | Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila), Monilinia fructigena, Monilinia laxa | 59–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Porree | Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Rost (Puccinia allii) | 41–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Möhre | Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 41–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Luna Experience gegen Monilinia im Steinobst?
Die kritischste Phase für Monilinia-Infektionen liegt während der Blüte (Monilinia laxa) und zur Fruchtreife (Monilinia fructigena). Eine präventive Anwendung in der Vollblüte schützt die Blütenorgane, während Behandlungen in der Reifephase (unter Beachtung der Wartezeit) die Früchte vor Spätinfektionen und anschließender Lagerfäule schützen.
Warum ist die Kombination aus Fluopyram und Tebuconazol im Gemüsebau so vorteilhaft?
Diese Kombination bietet ein extrem breites Wirkungsspektrum gegen gleichzeitig auftretende Schaderreger wie Alternaria-Arten und Echten Mehltau. Während Fluopyram eine starke protektive Barriere auf der Pflanzenoberfläche bildet, dringt Tebuconazol tief in das Gewebe ein und stoppt bereits etablierte, unsichtbare Infektionen kurativ.
Wie integriere ich Luna Experience am besten in ein Antiresistenz-Programm bei Weinreben?
Um Resistenzen gegen SDHI-Fungizide (wie Fluopyram) vorzubeugen, sollte Luna Experience maximal zweimal pro Saison und nicht in direkter Blockfolge eingesetzt werden. Wechseln Sie nach einer Anwendung auf Wirkstoffe mit anderen FRAC-Klassifizierungen, wie beispielsweise Multi-Site-Inhibitoren oder Schwefelpräparate gegen Oidium.
Welchen Einfluss hat die Wasserqualität und die Wassermenge auf die Wirkung von Luna Experience?
Für eine optimale Verteilung des systemischen Fungizids ist eine ausreichende Wasseraufwandmenge (je nach Kultur und Laubwandvolumen) entscheidend, um eine lückenlose Benetzung zu garantieren. Extrem hartes Wasser beeinträchtigt die Stabilität der Formulierung nicht, jedoch sollte der pH-Wert des Spritzwassers im leicht sauren bis neutralen Bereich (pH 5,5 bis 7) liegen, um eine optimale Wirkstoffstabilität zu gewährleisten.
Kann Luna Experience auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?
Ja, der Wirkstoff Fluopyram zeigt bereits bei relativ niedrigen Temperaturen eine gute Basiswirksamkeit. Für die volle systemische Leistung der Triazol-Komponente (Tebuconazol) sind jedoch Temperaturen ab etwa 10–12 °C und aktives Pflanzenwachstum vorteilhaft, da der Wirkstoffstrom in der Kultur temperatur- und transpirationsabhängig ist.