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OTHER · BASF SE

Scala

BVL Zul.-Nr. 024225-00

Scala ist ein hochwirksames, spezialisiertes Pflanzenschutzmittel von BASF zur Bekämpfung wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von Kulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, bietet das Präparat eine hervorragende Verteilung, Haftung und Regenfestigkeit auf den behandelten Pflanzenteilen. Es findet breite Anwendung im Kern- und Steinobst, im Weinbau, bei Erdbeeren sowie in verschiedenen Gemüse- und Sonderkulturen.

Das Wirkungsspektrum von Scala konzentriert sich auf schwer zu kontrollierende Schaderreger wie Botrytis cinerea (Grauschimmel), Venturia spp. (Schorf) sowie verschiedene Alternaria-Arten und Lagerfäulen (z. B. Neofabraea). Durch seine ausgeprägte Translaminarität dringt der Wirkstoff schnell in das Pflanzengewebe ein und schützt die Kultur von innen heraus, was besonders bei unbeständiger Witterung einen entscheidenden Vorteil darstellt.

Dank seiner flexiblen Zulassung in Deutschland ist Scala ein unverzichtbarer Baustein in modernen Spritzfolgen. Es sichert nicht nur den Ertrag auf dem Feld, sondern schützt durch späte Anwendungen auch die Qualität der Ernteprodukte während der anschließenden Lagerung und Vermarktung.

Wirkstoffe

Pyrimethanil
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Scala enthaltene Wirkstoff Pyrimethanil gehört zur chemischen Klasse der Anilinopyrimidine und ist in die FRAC-Gruppe 9 eingestuft. Die biochemische Wirkung beruht auf der gezielten Hemmung der Biosynthese von Methionin, einer für den Pilz lebensnotwendigen Aminosäure. Infolgedessen wird die Sekretion von hydrolytischen Enzymen blockiert, die der Schaderreger benötigt, um die pflanzliche Zellwand aufzulösen und in das Gewebe einzudringen. Das Pflanzenschutzmittel wirkt primär protektiv und zeichnet sich durch eine starke translaminare Aktivität aus. Nach der Behandlung dringt der Wirkstoff in das Blatt ein und verteilt sich gleichmäßig im Gewebe. Ein besonderer Vorteil ist die ausgeprägte Gasphasenaktivität, die eine kontinuierliche Umverteilung des Wirkstoffs ermöglicht und somit auch unbehandelte oder neu zuwachsende Pflanzenteile in unmittelbarer Nähe schützt.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Pilzstämme vorzubeugen, muss Scala im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Der Wirkstoff Pyrimethanil (FRAC-Gruppe 9) sollte niemals solo in Dauerbehandlungen ausgebracht werden. Stattdessen ist ein konsequenter Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (wie z. B. Triazolen, Strobilurinen oder Kontaktwirkstoffen) zwingend erforderlich. Zudem sollte die vom BVL vorgegebene maximale Anzahl der Anwendungen pro Kultur und Saison voll ausgeschöpft, aber keinesfalls überschritten werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Scala ist im Allgemeinen gut verträglich und lässt sich problemlos mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern in der Tankmischung ausbringen. Bei der Erstellung von Mischungen ist stets auf die physikalische Kompatibilität der Partner zu achten; im Zweifelsfall empfiehlt sich ein einfacher Mischtest in einem separaten Gefäß. Um eine optimale Benetzung der Kulturen zu gewährleisten, sollte die Wasseraufwandmenge an die Dichte des Pflanzenbestandes angepasst werden. Der Zusatz von Additiven ist meist nicht erforderlich, kann aber bei extremen Wachsschichten die Haftung unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Scala sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz und zur Schonung der Umwelt strikt zu beachten. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Ausbringung ist obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen müssen die vom BVL definierten Abstandsauflagen und driftmindernden Düsenklassen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen exakt eingehalten werden. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, direkter Kontakt mit blühenden Unkräutern im Unterwuchs sollte dennoch vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RiesenkürbisBotrytis cinerea61–891 LITER_PER_HECTARE3T
FlaschenkürbisBotrytis cinerea61–891 LITER_PER_HECTARE3T
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)41–492 LITER_PER_HECTARE21T
PorreePurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)19–492 LITER_PER_HECTARE14T
Garten-KürbisBotrytis cinerea61–891 LITER_PER_HECTARE3T
ApfelBitterfäule (Phylctema vagabunda), Anthracnose-Fruchtfäule, Bitterfäule (Neofabraea malicorticis), Bitterfäule (Neofabraea perennans)79–891.5 LITER_PER_HECTARE7T
SauerkirscheMonilinia55–891.5 LITER_PER_HECTARE3T
PatissonBotrytis cinerea61–891 LITER_PER_HECTARE3T
SpeisezwiebelBotrytis squamosa19–482 LITER_PER_HECTARE14T
GurkeBotrytis cinerea61–891 LITER_PER_HECTARE3T
BirneBitterfäule (Phylctema vagabunda), Anthracnose-Fruchtfäule, Bitterfäule (Neofabraea malicorticis), Bitterfäule (Neofabraea perennans)79–891.5 LITER_PER_HECTARE7T
Moschus-KürbisBotrytis cinerea61–891 LITER_PER_HECTARE3T
ErdbeereBotrytis cinerea2.5 LITER_PER_HECTARE7T
WeinrebeBotrytis cinerea0.5 LITER_PER_HECTARE28T
PflaumeMonilinia55–891.5 LITER_PER_HECTARE3T
TabakBotrytis cinerea14–990.0002500000118743628 LITER_PER_SQUARE_METER
SüßkirscheMonilinia55–891.5 LITER_PER_HECTARE3T
KernobstSchorf (Venturia spp.)0.375 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
ZucchiniBotrytis cinerea61–891 LITER_PER_HECTARE3T
AprikoseMonilinia55–891.5 LITER_PER_HECTARE1T
TabakBotrytis cinerea0–140.0010000000474974513 LITER_PER_SQUARE_METER
PfirsichMonilinia55–891.5 LITER_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Scala gegen Schorf im Kernobst?

Die Behandlung sollte bevorzugt in den frühen BBCH-Stadien vom Aufbrechen der Knospen bis zur Blüte erfolgen. Da Pyrimethanil auch bei kühlen Temperaturen ab etwa 5 bis 10 °C voll wirksam ist, eignet sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend für die ersten kritischen Schorfinfektionen im feuchten Frühjahr.

Wie wirkt sich die Gasphasenaktivität von Pyrimethanil in der Praxis aus?

Durch die lokale Dampfphase verteilt sich der Wirkstoff nach der Spritzung kontinuierlich in der unmittelbaren Umgebung der behandelten Pflanzenteile. Dies sorgt dafür, dass auch dicht belaubte Zonen, wie die Traubenzone im Weinbau oder das Innere von Erdbeerbeständen, zuverlässig vor Schaderregern geschützt werden.

Kann Scala gezielt zur Vermeidung von Lagerfäulen im Obstbau eingesetzt werden?

Ja, das Produkt ist für späte Anwendungen zur Bekämpfung von Lagerfäulen wie Bitterfäule (Neofabraea-Arten) zugelassen. Durch diese gezielte Behandlung kurz vor der Ernte wird die Haltbarkeit des Ernteguts im Lager signifikant verbessert, sofern die kulturbezogene Wartezeit exakt eingehalten wird.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Bekämpfung von Botrytis cinerea so wichtig?

Der Erreger Botrytis cinerea besitzt ein genetisch bedingt hohes Risiko für eine schnelle Resistenzentwicklung. Da Pyrimethanil zur FRAC-Gruppe 9 gehört, muss die Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt begrenzt und das Mittel im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen (wie SDHI oder Fludioxonil) eingesetzt werden.

Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei plötzlichem Regen nach der Applikation?

Dank der schnellen translaminaren Verteilung dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein. Nach etwa zwei Stunden ist das Produkt in der Regel regenfest, sodass ein anschließender Niederschlag die protektive Wirkung nicht mehr beeinträchtigt.

Wo finde ich die genauen, aktuell zugelassenen Aufwandmengen und Wartezeiten für meine spezifische Kultur?

Die exakten, behördlich registrierten Aufwandmengen, maximalen Anwendungen und die spezifische Wartezeit für jede zugelassene Kultur finden Sie direkt in den strukturierten Tabellen im oberen Bereich dieser Produktseite auf agronomy.farmable.tech.