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Schädling

Kohlschabe

Plutella xylostella
PLUTMA

Die Kohlschabe (Plutella xylostella, EPPO-Code: PLUTMA), auch bekannt als Gemüsemotte, ist weltweit einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im Anbau von Kreuzblütlern (Brassicaceae). Der kleine, unscheinbare Falter hat sich zu einem globalen Problem entwickelt, da er extrem anpassungsfähig ist und rasch Resistenzen gegen Pflanzenschutzmittel entwickelt.

In Mitteleuropa betrifft der Befall vor allem intensiv kultivierte Kohlgemüsearten wie Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl und Chinakohl. Die Larven fressen an den Blättern und können bei starkem Auftreten bis zum Kahlfraß führen, was erhebliche Ertragseinbußen und Qualitätsverluste bis hin zur Unverkäuflichkeit der Ware nach sich zieht.

Typ
Schädling
EPPO-Code
PLUTMA
Wirte
4 Kulturen
Generationen
3–6 überlappende Generationen pro Saison (temperaturabhängig)
Verbreitung
Die Kohlschabe ist weltweit in allen Anbaugebieten von Kreuzblütlern verbreitet und verursacht jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Besonders in warmen, trockenen Sommern kommt es in Mitteleuropa zu explosionsartigen Populationsentwicklungen mit gravierenden wirtschaftlichen Verlusten.
Erstbeschreibung
Linnaeus, 1758

Biologie / Lebenszyklus

Die Entwicklung der Kohlschabe verläuft über Ei, vier Larvenstadien, Puppe und Falter. Die Eiablage erfolgt meist einzeln oder in kleinen Gruppen auf der Blattunterseite. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven, die zunächst minierend in den Blättern fressen, bevor sie im späteren Verlauf den typischen Fensterfraß verursachen. Die Verpuppung findet in einem charakteristischen, netzartigen Kokon auf der Blattunterseite statt. Aufgrund der kurzen Entwicklungszeit von nur drei bis vier Wochen bei warmen Temperaturen kommt es im Sommer zu einer schnellen Abfolge mehrerer, stark überlappender Generationen.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring ist ab dem Pflanzenauflauf bzw. dem Auspflanzen (BBCH 12–14) bis zur Kopfbildung (BBCH 41–49) unerlässlich. Zur Überwachung des Falterflugs werden ab Mai Pheromonfallen im Bestand installiert. Die visuelle Kontrolle von mindestens 20 bis 50 zufällig ausgewählten Kulturen pro Schlag auf Eiablage und junge Larven sollte wöchentlich erfolgen. Als wirtschaftliche Schadensschwelle gilt im professionellen Anbau – je nach Entwicklungsstadium und Kohlart – ein Befall von 5 bis 10 % der Kulturen mit jungen Larven im frühen Stadium, oder wenn im Durchschnitt mehr als 2 bis 3 Larven pro Kultur gefunden werden.

Symptome

Das typische Schadbild beginnt mit kleinen, minierten Gängen in den Blättern, die von den frisch geschlüpften Larven stammen. Ältere Larven verursachen den charakteristischen „Fensterfraß“, bei dem die obere oder untere Epidermis des Blattes unversehrt bleibt und als dünne, transparente Haut stehen bleibt. Bei starkem Befall kommt es zu Lochfraß und schließlich zum Kahlfraß der Blätter, wobei nur noch die dickeren Blattadern übrig bleiben. Zudem verschmutzen die Larven durch ihren Kot die Herzblätter und die sich entwickelnden Kohlköpfe, was oft zu Sekundärinfektionen durch Fäulniserreger führt.

Integriertes Management

Ein erfolgreiches integriertes Management kombiniert vorbeugende Kulturmaßnahmen, biologische Regulierung und den gezielten Einsatz von Pflanzenschutzmittel. Kulturtechnisch helfen der Anbau von Mischkulturen, eine weite Fruchtfolge und das gründliche Einarbeiten von Ernterückständen, um den Befallsdruck zu senken. Der Einsatz von Kulturschutznetzen verhindert effektiv die Eiablage der Falter. Biologisch spielen Schlupfwespen (z. B. Diadegma spp.) sowie der Einsatz von Bacillus thuringiensis (Bt-Präparate) eine Schlüsselrolle. Beim chemischen Pflanzenschutz ist ein striktes Wirkstoffwechsel-Management nach dem IRAC-Schema (Wechsel zwischen verschiedenen Wirkstoffklassen wie Diamiden, Spinosynen und Indoxacarb) zwingend erforderlich, um der extrem schnellen Resistenzbildung der Kohlschabe entgegenzuwirken.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kannst du im Feld die Larven der Kohlschabe von anderen Raupen unterscheiden?

Achte auf das typische Verhalten der Larven: Bei Berührung oder Störung winden sich die grünlichen, spindelförmigen Raupen der Kohlschabe extrem lebhaft hin und her und lassen sich oft an einem feinen Spinnfaden schnell nach unten fallen. Zudem sind sie mit maximal 10–12 mm Länge deutlich kleiner als die Raupen des Großen Kohlweißlings.

Warum wirken manche Pflanzenschutzmittel plötzlich nicht mehr gegen die Kohlschabe auf deinem Betrieb?

Die Kohlschabe besitzt ein extrem hohes Potenzial zur Resistenzbildung. Wenn du wiederholt Wirkstoffe aus derselben IRAC-Klasse (z. B. nur Pyrethroide) einsetzt, selektierst du resistente Individuen. Nutze unbedingt das IRAC-Wirkstofffenster-Konzept und wechsle konsequent zwischen verschiedenen Wirkmechanismen ab.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Schadwirkung und wie solltest du deine Beregnung anpassen?

Trockene und warme Witterung fördert die Entwicklung der Kohlschabe massiv, während starker Regen Eier und junge Larven von den Blättern wäscht. Du kannst diesen Effekt nutzen, indem du in den Abendstunden eine gezielte Überkopfberegnung durchführst. Dies stört die Eiablage der Falter und reduziert die Überlebensrate der Junglarven mechanisch.

Wie findest du im agronomy.farmable.tech Hub die passenden Pflanzenschutzmittel gegen diesen Schaderreger?

Navigiere im Hub zum Bereich Pflanzenschutzmittel und filtere nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Blumenkohl) und dem Schaderreger "Kohlschabe" oder dem EPPO-Code "PLUTMA". Achte bei der Auswahl der gelisteten Produkte auf die zugelassene Aufwandmenge, die maximale Anzahl der Anwendungen und die einzuhaltende Wartezeit (PHI).

Ab welchem BBCH-Stadium ist die Kultur besonders empfindlich gegenüber Kahlfraß?

Besonders kritisch ist die Phase der Kopfbildung (ab BBCH 41 bis BBCH 49). Fraßschäden an den Herzblättern in diesem frühen Stadium können dazu führen, dass sich kein vermarktungsfähiger Kopf bildet. Späterer Befall führt zu optischen Mängeln und Kotverschmutzungen, die den Ertrag direkt entwerten.

Können Nützlinge den Befall mit der Kohlschabe im Freiland effektiv kontrollieren?

Ja, natürliche Feinde wie Schlupfwespen (insbesondere Diadegma-Arten) können unter optimalen Bedingungen hohe Parasitierungsraten von über 50 % erreichen. Um diese Nützlinge zu schonen, solltest du bei chemischen Behandlungen nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel bevorzugen und Blühstreifen in der Umgebung deiner Kulturen fördern.