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OTHER · Galenika Fitofarmacija a.d.

SPINOHLOR

BVL Zul.-Nr. 00B156-60

SPINOHLOR ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von beißenden und saugenden Schaderregern in einer Vielzahl von Kulturen, darunter Gemüse-, Obst- und Zwiebelkulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Spinosad (480 g/l) bietet das Präparat eine hervorragende biologische Wirksamkeit gepaart mit einem günstigen Umweltprofil. Es ist als flüssiges Suspensionskonzentrat formuliert, was eine einfache Handhabung und präzise Dosierung in der Praxis ermöglicht.

Das Wirkungsspektrum von SPINOHLOR umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Kohlmotten (Kohlschabe, Kohleule), Kohlweißlings-Arten, verschiedene Wickler-Arten sowie Thripse (darunter der Kalifornische Blütenthrips und der Zwiebelthrips). Durch seine schnelle Anfangswirkung (Knock-down-Effekt) und eine gute Dauerwirkung schützt das Mittel die Kulturen zuverlässig vor Fraßschäden und Qualitätsverlusten.

Dank der kurzen Wartezeiten von nur einem bis sieben Tagen eignet sich SPINOHLOR hervorragend für den flexiblen Einsatz in späten Entwicklungsstadien der Kulturen, kurz vor der Ernte. Dies macht es zu einem wertvollen Baustein in modernen, integrierten Pflanzenschutzsystemen.

Wirkstoffe

Spinosad
480 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in SPINOHLOR enthaltene Wirkstoff Spinosad gehört zur chemischen Klasse der Spinosyne und wird durch Fermentation des Bodenbakteriums Saccharopolyspora spinosa gewonnen. Er wirkt primär als Kontakt- und Fraßgift. Biochemisch greift Spinosad an den nikotinischen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) sowie an den GABA-Rezeptoren des Nervensystems der Schaderreger an. Dies führt zu einer dauerhaften Erregung der Nervenzellen, gefolgt von unkontrollierten Muskelkontraktionen, Lähmung und schließlich dem schnellen Absterben der Zielorganismen. Gemäß der IRAC-Klassifizierung wird Spinosad in die Gruppe 5 eingestuft. Aufgrund dieses einzigartigen Wirkungsmechanismus zeigt SPINOHLOR keine Kreuzresistenz mit klassischen Insektizidklassen wie Pyrethroiden, Organophosphaten oder Neonicotinoiden. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Werkzeug für das Resistenzmanagement bei schwer bekämpfbaren Schädlingen wie Thripsen oder der Kohlschabe.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit von SPINOHLOR zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte das Produkt strikt im Rahmen einer Antiresistenzstrategie eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass Anwendungen auf maximal zwei bis drei Behandlungen pro Saison bzw. Generation des Schaderregers beschränkt werden sollten. In Spritzfolgen ist SPINOHLOR konsequent mit Insektiziden aus anderen IRAC-Wirkstoffgruppen (z. B. Gruppe 28 oder Gruppe 6) abzuwechseln. Zudem sollten die empfohlenen Aufwandmengen stets voll ausgeschöpft werden, um die Selektion teilresistenter Individuen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

SPINOHLOR zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden aus. Vor der Ansetzung größerer Tankmischungen wird jedoch dringend empfohlen, eine Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchzuführen. Bei der Ausbringung ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine vollständige und gleichmäßige Benetzung aller Pflanzenteile zu gewährleisten, insbesondere bei dichtem Laubwerk oder schwer zugänglichen Schaderregern wie Thripsen in den Blattscheiden. Der Zusatz von geeigneten Netzmitteln kann die Benetzung und somit die biologische Wirksamkeit auf schwer benetzbaren Kulturen (z. B. Kohl oder Zwiebeln) deutlich verbessern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SPINOHLOR sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Spinosad toxisch für bestimmte aquatische Organismen sowie für Bestäuber sein kann, müssen die spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL bezüglich Abdrifteleitlinien und Gewässerabständen (z. B. NW-Auflagen) genau beachtet werden. Um Bienen und andere nützliche Bestäuber zu schützen, darf das Mittel nicht auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, ausgebracht werden, es sei denn, die Anwendung erfolgt explizit nach dem täglichen Bienenflug in den Abendstunden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule200 MILLILITER_PER_HECTARE3T
ChinakohlKohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule200 MILLILITER_PER_HECTARE3T
ZwiebelgemüseZwiebelthrips200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
BirneWickler (Tortricidae)150 MILLILITER_PER_HECTARE7T
ChinakohlKohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule200 MILLILITER_PER_HECTARE3T
HolzapfelWickler (Tortricidae)150 MILLILITER_PER_HECTARE7T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule200 MILLILITER_PER_HECTARE3T
ErdbeereKalifornischer Blütenthrips150 MILLILITER_PER_HECTARE1T
BrokkoliKohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule200 MILLILITER_PER_HECTARE3T
QuitteWickler (Tortricidae)150 MILLILITER_PER_HECTARE7T
BrokkoliKohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule200 MILLILITER_PER_HECTARE3T
ApfelWickler (Tortricidae)150 MILLILITER_PER_HECTARE7T
BlumenkohlKohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule200 MILLILITER_PER_HECTARE3T
PorreeZwiebelthrips200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
RosenkohlKohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule200 MILLILITER_PER_HECTARE3T
BlumenkohlKohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule200 MILLILITER_PER_HECTARE3T
RosenkohlKohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule200 MILLILITER_PER_HECTARE3T

Häufige Fragen

Wie wirkt SPINOHLOR bei kühlen Temperaturen im Frühjahr?

SPINOHLOR zeigt auch bei mäßig kühlen Temperaturen eine zuverlässige Wirkung, da die Wirkstoffaufnahme primär über Fraß- und Kontaktaktivität erfolgt. Für eine optimale Wirkung gegen aktive Schaderreger wie Thripse oder junge Raupen sind jedoch Temperaturen ab 10–12 °C ideal, da dann die Aktivität und Nahrungsaufnahme der Zielorganismen zunimmt.

Kann SPINOHLOR im biologischen Anbau eingesetzt werden?

Obwohl der Wirkstoff Spinosad biologischen Ursprungs ist (gewonnen durch Fermentation eines Bodenbakteriums), hängt die Zulassung für den ökologischen Landbau von der spezifischen Formulierung des Produkts und den nationalen Richtlinien der Öko-Verbände ab. Landwirte sollten vor der Anwendung die aktuelle Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in Deutschland prüfen.

Warum ist die translaminare Wirkung von SPINOHLOR so wichtig für die Thripsbekämpfung?

Thripse halten sich bevorzugt in geschützten Pflanzenteilen wie Blattscheiden oder engen Blattachseln auf. Dank der translaminaren Eigenschaften dringt der Wirkstoff Spinosad in das Blattgewebe ein und verteilt sich von der Ober- zur Unterseite. Dadurch werden auch versteckt sitzende Schaderreger erfasst, die von der Spritzbrühe nicht direkt getroffen wurden.

Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung von SPINOHLOR?

Der Wirkstoff Spinosad ist in einem leicht sauren bis neutralen pH-Bereich (pH 5,5 bis 7,0) am stabilsten. Bei stark alkalischem Spritzwasser (pH-Wert über 8,0) kann es zu einem schnelleren chemischen Abbau des Wirkstoffs in der Spritze kommen. Bei Bedarf sollte ein geeigneter pH-Puffer oder Konditionierer zugesetzt werden.

Wie lässt sich SPINOHLOR optimal in ein integriertes Pflanzenschutzprogramm integrieren?

SPINOHLOR sollte gezielt dann eingesetzt werden, wenn Schadschwellen überschritten sind und nützliche Organismen geschont werden sollen. Da Spinosad nach dem Antrocknen des Spritzbelags für viele Nützlinge wie Raubmilben oder räuberische Wanzen relativ gut verträglich ist, lässt es sich hervorragend mit biologischen Bekämpfungsverfahren kombinieren.

Wie finde ich heraus, ob SPINOHLOR für meine spezifische Kultur in Deutschland aktuell zugelassen ist?

Die genauen und tagesaktuellen Zulassungsdaten inklusive aller Anwendungsbestimmungen (wie maximale Zahl der Behandlungen, Aufwandmengen und Wartezeiten) können direkt über die Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter Angabe der Registriernummer 00B156-60 abgerufen werden.