NOKAUT
NOKAUT ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel auf Basis des bewährten Wirkstoffs Spinosad (480 g/l), formuliert als Suspensionskonzentrat (SC). Registriert unter der BVL-Zulassungsnummer 00B156-00 und hergestellt von Galenika Fitofarmacija a.d., schließt dieses Produkt die Lücke zwischen biologischer und konventioneller Schädlingsbekämpfung. Es zeichnet sich durch ein breites Wirkungsspektrum gegen beißende und saugende Schaderreger aus und schont dabei viele wichtige Nützlinge im Vergleich zu klassischen Breitbandinsektiziden.
Das Anwendungsspektrum von NOKAUT umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Kulturen, darunter Kernobst, Erdbeeren, Kohlgemüse und Lauchgewächse. Durch seine hervorragende Tiefenwirkung erfasst das Mittel auch versteckt sitzende Schaderreger zuverlässig. Die moderne Formulierung sichert eine einfache Dosierung, eine gute Haftung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Regenfestigkeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags.
Zu den Hauptzielorganismen gehören wirtschaftlich hochrelevante Schädlinge wie Kohlweißlings-Arten, die Kohlschabe, die Kohleule sowie verschiedene Thrips-Arten (darunter der Kalifornische Blütenthrips und der Zwiebelthrips) und diverse Wickler-Arten (Tortricidae). Dank seiner schnellen Anfangswirkung und der kurzen Wartezeiten ist NOKAUT ein unverzichtbarer Baustein für anspruchsvolle, qualitätsorientierte Anbausysteme.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in NOKAUT enthaltene Wirkstoff Spinosad gehört zur chemischen Klasse der Spinosyne und wird der IRAC-Gruppe 5 zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf einer einzigartigen Aktivierung der nikotinergen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) im Nervensystem der Zielinsekten. Diese dauerhafte Aktivierung führt zu einer Übererregung der Nervenbahnen, gefolgt von unkontrollierten Muskelkontraktionen, Zittern und schließlich der vollständigen Paralyse des Schaderregers. Zusätzlich weist Spinosad eine Wirkung auf die GABA-Rezeptoren auf, was den neurotoxischen Effekt weiter verstärkt. Die Aufnahme durch die Schaderreger erfolgt primär oral durch Fraßaktivität (Fraßgift) und sekundär über den direkten Kontakt mit dem Spritzbelag (Kontaktgift). Bereits kurz nach der Aufnahme stellen die Schädlinge ihre Fraßtätigkeit ein, was zu einem sofortigen Kultur- und Ernteschutz führt, während der eigentliche Absterbeprozess innerhalb weniger Stunden bis Tage abgeschlossen ist.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei kritischen Schaderregern wie der Kohlschabe oder dem Kalifornischen Blütenthrips vorzubeugen, muss NOKAUT streng im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Da Spinosad der IRAC-Gruppe 5 angehört, dürfen Behandlungen nicht blockweise über mehrere Generationen des Schädlings hinweg durchgeführt werden. Es ist zwingend erforderlich, NOKAUT im Wechsel mit Pflanzenschutzmitteln aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (z. B. IRAC-Gruppe 4, 6 oder 28) anzuwenden. Zudem sollte die maximale Anzahl der vom BVL zugelassenen Anwendungen pro Kultur und Saison konsequent eingehalten werden.
Mischbarkeit & Tankmischung
NOKAUT zeigt eine gute physikalische und biologische Verträglichkeit in Tankmischungen mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden. Bei der Erstellung von Mischungen ist jedoch darauf zu achten, dass der pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 6,0 bis 7,0) liegt, da stark alkalische Bedingungen den Abbau des Wirkstoffs beschleunigen können. Bei der Anwendung in Kulturen mit starker Wachsschicht, wie beispielsweise Kohlgemüse, kann der Zusatz eines zugelassenen nicht-ionischen Netzmittels die Benetzung und somit die biologische Wirksamkeit deutlich verbessern. Vor großflächigen Mischungen wird ein Verträglichkeitstest im Kleinen empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit NOKAUT sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt müssen die vom BVL definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungs-Szenarien exakt eingehalten werden. Da der Wirkstoff Spinosad als bienengefährlich eingestuft ist, darf das Mittel nicht auf blühende Kulturen oder blühende Unkräuter im Unterwuchs ausgebracht werden; die Anwendung muss außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl) | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Blumenkohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zwiebelgemüse | Zwiebelthrips | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Apfel | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Chinakohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl) | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Brokkoli | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Rosenkohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Rosenkohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Holzapfel | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Brokkoli | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Quitte | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Erdbeere | Kalifornischer Blütenthrips | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blumenkohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Chinakohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlschabe, Kohleule | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 3T |
| Birne | Wickler (Tortricidae) | — | 150 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Porree | Zwiebelthrips | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit NOKAUT gegen die Kohlschabe?
Die Behandlung sollte idealerweise unmittelbar nach dem Schlupf der ersten Larven (BBCH-Stadien der Eiablage bis L1/L2-Stadium) erfolgen. Da Spinosad vor allem als Fraßgift wirkt, müssen die Larven den Wirkstoff über die Blattoberfläche aufnehmen, bevor sie sich tief in das Herz der Kultur einfressen und dort für Spritzbrühen unerreichbar werden.
Wie beeinflusst die Wasserqualität in der Spritze die Stabilität von NOKAUT?
Der Wirkstoff Spinosad ist empfindlich gegenüber alkalischer Hydrolyse. Bei Verwendung von hartem oder alkalischem Brunnenwasser mit einem pH-Wert über 7,5 sollte ein geeigneter pH-Puffer oder Konditionierer zugesetzt werden, um den pH-Wert der Spritzbrühe auf einen optimalen Bereich von 6,0 bis 6,5 einzustellen und so die volle Wirkstoffstabilität zu garantieren.
Warum ist das Resistenzmanagement bei der Bekämpfung des Kalifornischen Blütenthrips so wichtig?
Der Kalifornische Blütenthrips besitzt aufgrund seiner extrem schnellen Generationenfolge und hohen Reproduktionsrate ein sehr hohes Risiko für eine schnelle Resistenzentwicklung. Da NOKAUT zur IRAC-Gruppe 5 gehört, darf es niemals für aufeinanderfolgende Generationen verwendet werden. Nutzen Sie für Folgebehandlungen Wirkstoffe aus anderen Klassen wie z. B. IRAC-Gruppe 4 oder 23.
Benötigt NOKAUT bei der Anwendung in Kohlkulturen zwingend ein Adjuvans?
Obwohl NOKAUT auch solo eine gute Wirkung zeigt, besitzen Kohlkulturen eine extrem wasserabweisende Wachsschicht. Die Zugabe eines zugelassenen, nicht-ionischen Netzmittels oder eines Haftmittels verbessert die Benetzung der Blätter drastisch, verhindert das Abperlen der Spritzbrühe und sorgt für eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung.
Wie verhält sich NOKAUT bezüglich der Wartezeit kurz vor der Ernte?
Mit einer sehr kurzen Wartezeit von je nach Kultur nur 1 bis 7 Tagen bietet NOKAUT eine hervorragende Flexibilität für späte Behandlungen. Dies ist besonders wertvoll bei Kulturen mit gestaffelter Ernte wie Erdbeeren oder bestimmten Gemüsesorten, um späten Befall durch Thripse oder Raupen effektiv abzuwehren.
Wie kann ich im Portal prüfen, ob NOKAUT für eine bestimmte Kultur in Deutschland zugelassen ist?
Nutzen Sie dazu die Such- und Filtersysteme auf agronomy.farmable.tech. Durch Eingabe der BVL-Zulassungsnummer 00B156-00 oder des Produktnamens NOKAUT können Sie die verknüpfte Kulturliste einsehen. Dort sind alle zugelassenen Kulturen (wie Erdbeere, Lauch oder Kopfkohl) mitsamt den spezifischen Anwendungsbestimmungen und Schaderregern tagesaktuell hinterlegt.