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Kultur

Rosenkohl

Brassica oleracea var. gemmifera
BRSOF

Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera, EPPO-Code: BRSOF) gehört zu den anspruchsvollsten Kohlgewächsen im mitteleuropäischen Feldgemüsebau. Die Kultur zeichnet sich durch eine sehr lange Vegetationsperiode aus und stellt hohe Anforderungen an die Nährstoff- und Wasserversorgung während der Hauptwachstumsphase im Sommer. Die charakteristischen Knospen (Sprossen) entwickeln sich in den Blattachseln entlang des aufrechten Stängels, wobei die Ertragsbildung maßgeblich von einer harmonischen Stickstoffdynamik gesteuert wird.

Im professionellen Anbau unterscheidet man zwischen frühen Sorten für den Frischmarkt, die bereits ab dem Spätsommer geerntet werden, und frostharten Spätsorten, die bis weit in den Winter hinein auf dem Feld verbleiben können. Eine präzise Steuerung der Bestandsdichte und eine gezielte Kulturführung sind entscheidend, um gleichmäßige Sprossengrößen und feste Knospenqualitäten zu erzielen, die den Anforderungen des Marktes entsprechen.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Mai (Aussat unter Glas / Pflanzung ab April bis Juni)
Erntefenster
September bis März (je nach Sorte und Nutzungsrichtung)
Reihenabstand
60–75 cm x 40–50 cm
Typischer Ertrag
15–25 t/ha
Wärmesumme (GDD)
2200–2600 °Cd (Basis 0 °C)
Boden-pH
6,5–7,5

Bodenmanagement

Rosenkohl benötigt tiefgründige, schwere Böden mit hoher Wasserhaltekapazität und einem stabilen Humusgehalt, um den enormen Nährstoffbedarf über die lange Standzeit zu decken. Eine sorgfältige Bodenbearbeitung im Herbst ist ratsam, um Verdichtungen im Unterboden zu lösen, da die Kultur ein tiefreichendes Wurzelsystem ausbildet. Die Kalkung spielt eine zentrale Rolle; ein pH-Wert von über 6,5 muss zwingend gehalten werden, um das Risiko einer Infektion mit Kohlhernie zu minimieren. Die Stickstoffdüngung sollte aufgeteilt werden, wobei eine zu späte oder übermäßige Gabe im Spätsommer zu lockeren Sprossen und mangelnder Frosthärte führt. Eine gezielte Zufuhr von Mikronährstoffen, insbesondere Bor und Molybdän, ist für eine gesunde Herzblattentwicklung und feste Sprossen unerlässlich.

Schaderreger-Management

Der Pflanzenschutz im Rosenkohl erfordert aufgrund der langen Standzeit und der dichten Bestände eine kontinuierliche Überwachung. Zu den wichtigsten tierischen Schaderregern gehören die Kleine Kohlfliege (Delia radicum), die Kohlmotte (Plutella xylostella) sowie die Mehlige Kohlblattlaus, die durch Honigtauverschmutzung die Sprossen unverkäuflich machen kann. Gegen Pilzkrankheiten wie Alternaria brassicae (Schwärze) und Neopseudocercosporella brassicae (Ringfleckenkrankheit) müssen rechtzeitige Behandlungen eingeplant werden, insbesondere bei feucht-warmer Witterung im Spätsommer. Der Einsatz von Kulturschutznetzen direkt nach der Pflanzung hat sich als hochwirksame mechanische Maßnahme gegen die frühe Generation der Kohlfliege bewährt. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist unbedingt auf den Wechsel der Wirkstoffklassen zu achten, um Resistenzbildungen bei Schadinsekten und Pilzen vorzubeugen.

Sorten

Abacus

Früh bis mittelfrüh (ca. 130–140 Tage)

Sehr hoch und gleichmäßig

Resistent gegen: Echter Mehltau

Anfällig für: Kohlhernie

Hervorragend für die maschinelle Ernte geeignet, sehr feste und glatte Sprossen.

Crispus

Mittelfrüh bis spät (ca. 150–160 Tage)

Stabil und hoch

Resistent gegen: Kohlhernie

Anfällig für: Weißrost

Spezialsorte für Flächen mit bekanntem Kohlhernie-Druck; liefert dunkelgrüne, feste Sprossen.

Groninger

Spät (winterhart)

Mittel

Resistent gegen: Frost

Anfällig für: Echter Mehltau, Kohlhernie

Altbewährte, samenfeste Sorte für den späten Winteranbau und die fortlaufende Handernte.

Diablo

Spät (ca. 170–180 Tage)

Sehr hoch

Resistent gegen: Frost, Echter Mehltau

Anfällig für: Kohlhernie

Hervorragende Frosthärte, kann bis weit in den Februar hinein geerntet werden; sehr glatte Sprossen.

Idwig

Mittelfrüh

Hoch

Resistent gegen: Sprossenfäule

Anfällig für: Kohlhernie

Sehr standfeste Sorte mit gleichmäßigem Ansatz am Strunk, gut zu pflücken.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

AFINTO
ISK Biosciences Europe N.V.
025691-61
Armisan PilzFrei
W. NEUDORFF GMBH KG
02A948-00
Axcela TS
YOU Solutions Germany GmbH
00B150-00
Azarius Top
JT Agro Europe sp. z o.o.
00B003-60
Azbany
Nufarm Deutschland GmbH
008967-00
AZOSHY
Sharda Cropchem Espana S.L.
00A150-00
AZOXYSTAR SC
Sharda Cropchem Espana S.L.
00A150-60
Azoxystar XL
Hillfield Trading & Investments Ltd.
00A584-61
Belanty
BASF Agricultural Solutions Deutschland
00A480-00
Bigalo
GLOBACHEM NV
00A702-00
Bio Plantella Arion gegen Schnecken
Doff Portland Limited
00A452-61
Bio Spinnmilben- & Schädlingsfrei
W. NEUDORFF GMBH KG
024780-72
Boccarcio Rosen Pilz-Frei
Syngenta Agro GmbH
034560-73
CeraVita Azoxy
Life Scientific Limited
007180-62
Chamane
UPL Holdings Coöperatief U.A.
008316-00
CLAYTON AUGUSTA
Clayton Plant Protection Ltd.
00A894-00
CLAYTON RELIC
Clayton Plant Protection Ltd.
00B253-00
COBALT
Sharda Cropchem Espana S.L.
00A491-00
COMPO- Obst & Gemüse Insekten- und Pilz-frei
Oro Agri Europe S.A.
008883-61
COMPO OnTrio Obst & Gemüse Insekten- und Pilz-frei
Oro Agri Europe S.A.
008883-62
COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
034560-72
COMPO Schädlings-frei plus
W. NEUDORFF GMBH KG
024780-64
COMPO Universal Pilz-frei Duaxo
Syngenta Agro GmbH
034560-87
COMPO Universal Pilz-frei Duaxo N
Syngenta Agro GmbH
034560-88
Cresendo
UPL Holdings Coöperatief U.A.
00B264-00
Curamat AZ Rosen-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
034560-85
Curamat AZ Universal-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
034560-86
Dagonis
BASF Agricultural Solutions Deutschland
008647-00
Danjiri
Nisso Chemical Europe GmbH
005655-60
Doff Power Schneckenkorn
Doff Portland Limited
00A455-60
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Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für das Entspitzen (Köpfen) der Kultur und was musst du dabei beachten?

Das Entspitzen (Entfernen der Triebspitze) führst du bei frühen Sorten etwa ab Ende August bis Anfang September durch, sobald die untersten Sprossen einen Durchmesser von ca. 10–15 mm erreicht haben. Dadurch lenkst du die Assimilate gezielt in die Sprossenentwicklung, was zu einer gleichmäßigeren Ausreife und einem höheren Frühertrag führt. Bei späten, winterharten Sorten solltest du das Entspitzen jedoch unbedingt unterlassen, da die Triebspitze als natürlicher Frostschutz für die darunterliegenden Sprossen dient.

Wie verhinderst du das Auftreten von lockeren Sprossen ("Flatterkohl") durch die Düngung?

Lockere Sprossen entstehen meist durch eine unausgewogene, zu späte Stickstoffdüngung im Spätsommer. Du solltest die Stickstoffmenge auf maximal zwei bis drei Gaben aufteilen und die letzte Gabe spätestens Ende Juli abschließen. Achte zudem auf eine ausreichende Kaliumversorgung, da Kalium die Zellwandstabilität und die Festigkeit der Sprossen sowie die Frosthärte der Kultur maßgeblich fördert.

Welche Rolle spielt die Fruchtfolge bei der Vermeidung von Kohlhernie im Rosenkohl-Anbau?

Da der Erreger der Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) extrem langlebige Dauersporen im Boden bildet, musst du eine strikte Anbaupause von mindestens 4 bis 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern einhalten. Integriere stattdessen Getreide, Mais oder Leguminosen in deine Fruchtfolge. Zudem solltest du Ausfallraps und kreuzblütige Unkräuter konsequent bekämpfen, da sie dem Schaderreger als Zwischenwirte dienen.

Wie kannst du die Mehlige Kohlblattlaus im integrierten Anbau effektiv kontrollieren?

Die Mehlige Kohlblattlaus besiedelt bevorzugt die Herzblätter und die jungen Sprossen im oberen Stängelbereich. Du solltest ab Juni wöchentliche Bestandskontrollen durchführen und bei Erreichen der Schadschwelle (ca. 5–10 % befallene Pflanzen) gezielt nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel einsetzen. Durch die Förderung von natürlichen Gegenspielern wie Schwebfliegenlarven, Marienkäfern und Schlupfwespen kannst du den Befallsdruck oft schon im Vorfeld deutlich senken.

Wie findest du auf agronomy.farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel für Rosenkohl?

Nutze die Such- und Filterfunktion in unserem Hub, um gezielt nach dem EPPO-Code der Kultur (BRSOF) oder dem spezifischen Schaderreger zu filtern. Du kannst die Ergebnisse nach zugelassenen Anwendungen, Wirkstoffen, Wartezeiten und den aktuellen BVL-Zulassungsdaten sortieren, um eine rechtskonforme und wirksame Behandlungsstrategie für deinen Betrieb zu planen.