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Schädling

Rübenfliege

Pegomya hyoscyami
PEGOHY

Pegomya hyoscyami (EPPO-Code: PEGOHY), im deutschen Sprachraum als Rübenfliege, Bilsenkrautfliege oder Spinatfliege bekannt, ist ein wirtschaftlich bedeutender Schaderreger im Rüben- und Gemüsebau. Die Larven dieses Zweiflüglers minieren in den Blättern von Amaranthaceen, insbesondere bei Zuckerrüben, Futterrüben, Mangold und Spinat. Durch die Zerstörung des Blattgewebes wird die photosynthetisch aktive Fläche der Kulturen reduziert, was zu erheblichen Ertrags- und Qualitätsverlusten führen kann.

Die Relevanz dieses Schaderregers hat in den letzten Jahren durch den Wegfall systemischer Beizmittel im Rübenanbau wieder stark zugenommen. Ein massiver Befall im frühen Jugendstadium der Kulturen kann im Extremfall zu Kahlstellen auf den Feldern führen, während ältere, wüchsige Bestände den Blattverlust meist besser kompensieren können.

Typ
Schädling
EPPO-Code
PEGOHY
Wirte
4 Kulturen
Generationen
2–3 Generationen pro Jahr
Verbreitung
Pegomya hyoscyami ist in ganz Europa, Nordamerika und Teilen Asiens weit verbreitet. Die Hauptschadgebiete liegen in den gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas, wo der intensive Anbau von Rüben und Blattgemüse stattfindet.
Erstbeschreibung
Linnaeus, 1758

Biologie / Lebenszyklus

Die Überwinterung erfolgt als Puppe im Boden. Im Frühjahr (meist ab April oder Mai) schlüpfen die adulten Fliegen der ersten Generation. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in kleinen Gruppen auf die Blattunterseiten der Wirtspflanzen. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven und bohren sich direkt in das Blattgewebe ein, wo sie zwischen der oberen und unteren Epidermis minieren. Nach Abschluss der Larvenentwicklung lassen sie sich zu Boden fallen, um sich in den oberen Bodenschichten zu verpuppen, woraus im Sommer die nachfolgenden Generationen hervorgehen.

Bonitur

Das Monitoring beginnt im Frühjahr ab dem Auflaufen der Kulturen, besonders intensiv im BBCH-Stadium 10 bis 19 (Keimblatt- bis 9-Blatt-Stadium). Die Befallskontrolle erfolgt durch die visuelle Bonitur von mindestens 20 bis 50 Pflanzen je Schlag auf Eiablagen und erste Miniergänge an den Blattunterseiten. Als wirtschaftliche Schadensschwelle im frühen Jugendstadium (BBCH 12–14) gilt ein Besatz von mehr als 4 bis 6 Eiern bzw. Larven pro Pflanze bei einer Befallshäufigkeit von über 30 % der Pflanzen. Bei älteren, wüchsigen Kulturen (ab BBCH 16–18) liegt die Toleranzgrenze deutlich höher und eine Behandlung ist selten wirtschaftlich gerechtfertigt.

Symptome

Typisch für einen Befall sind zunächst kleine, helle Miniergänge im Blattgewebe, die sich rasch zu unregelmäßigen, flächigen Platzminen ausweiten. Die obere und untere Blattepidermis trennen sich voneinander, wobei sich der Hohlraum durch den Fraß der Larven oft bräunlich verfärbt und mit dunklen Kotkrümeln füllt. Bei starkem Befall vertrocknen die betroffenen Blattpartien, reißen auf und sterben schließlich vollständig ab. Im Extremfall, besonders bei sehr jungen Kulturen im Keimblattstadium, kann dies zum Absterben der gesamten Pflanze führen.

Integriertes Management

Die integrierte Bekämpfung basiert auf einer Kombination aus pflanzenbaulichen, biologischen und chemischen Maßnahmen. Eine tiefe Bodenbearbeitung nach der Ernte stört die Puppenruhe im Boden und reduziert den Ausgangsdruck für das Folgejahr. Die Förderung natürlicher Gegenspieler wie Schlupfwespen (z. B. Opius spp.) und räuberischer Laufkäfer trägt wesentlich zur biologischen Regulation bei. Wenn die Schadensschwellen im kritischen Jugendstadium überschritten werden, ist eine gezielte chemische Behandlung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erforderlich. Um Resistenzbildungen vorzubeugen, müssen Wirkstoffe mit unterschiedlichen IRAC-Wirkmechanismen im Wechsel eingesetzt und die Applikationstechniken optimiert werden, um auch die Blattunterseiten gut zu benetzen.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet man die Eier der Rübenfliege von denen anderer Schädlinge im Feld?

Die Eier von Pegomya hyoscyami sind kreideweiß, etwa 1 mm lang, länglich-oval und weisen eine charakteristische, netzartige Oberflächenstruktur auf. Sie werden typischerweise in kleinen, parallel nebeneinanderliegenden Gruppen von 3 bis 10 Stück ausschließlich auf der Blattunterseite abgelegt, was sie leicht von den einzeln abgelegten Eiern anderer Insekten unterscheidbar macht.

Warum ist der Wegfall von Neonicotinoid-Beizen für das Auftreten der Rübenfliege so bedeutend?

Systemische Neonicotinoid-Beizen schützten die jungen Kulturen in den ersten Wochen nach dem Auflaufen (BBCH 10–19) zuverlässig vor minierenden Larven. Ohne diesen Schutz sind die Keimlinge der ersten Generation der Rübenfliege direkt ausgesetzt, weshalb die visuelle Feldkontrolle und der gezielte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wieder stark an Bedeutung gewonnen haben.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine chemische Behandlung gegen die Rübenfliege?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt kurz nach dem Massenschlupf der Larven, idealerweise wenn die ersten kleinen Miniergänge (Minen) sichtbar werden, die Larven das schützende Blattinnere aber noch nicht vollständig besiedelt haben. Sobald die Larven tief in den großen Platzminen sitzen, sind sie für Kontaktinsektizide kaum noch erreichbar.

Welche Rolle spielen Unkräuter bei der Übertragung und Vermehrung von Pegomya hyoscyami?

Bestimmte Unkräuter aus der Familie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae), wie der Weiße Gänsefuß (Chenopodium album) oder Melden (Atriplex spp.), dienen der Rübenfliege als wichtige Zwischenwirte. Eine konsequente Unkrautbekämpfung im Feld und an den Feldrändern reduziert das Reservoir für den Schaderreger erheblich.

Wie kann ich im Pflanzenschutz-Hub gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen diesen Schaderreger suchen?

Nutzen Sie die Filterfunktion im Hub und wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Zuckerrübe oder Spinat) sowie den Schaderreger "Pegomya hyoscyami" (oder "Rübenfliege") aus. Achten Sie bei der Auswahl der Pflanzenschutzmittel auf die aktuellen BVL-Zulassungsdaten, die spezifischen Anwendungsbestimmungen (wie maximale Anzahl der Anwendungen) und die einzuhaltende Wartezeit vor der Ernte.

Gibt es Unterschiede in der Schadwirkung zwischen der ersten und den späteren Generationen?

Ja, die erste Generation im Frühjahr (Mai/Juni) ist wirtschaftlich am gefährlichsten, da sie auf junge, empfindliche Kulturen im Keimblatt- bis Jugendstadium trifft. Die zweite und dritte Generation im Sommer treffen auf voll entwickelte Kulturen mit hoher Blattmasse; hier kompensieren die Pflanzen den Blattverlust meist problemlos, weshalb Behandlungen dann selten wirtschaftlich sinnvoll sind.