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Pilz

Uromyces sp.

Uromyces sp.
UROMSP

Rostpilze der Gattung Uromyces (EPPO-Code: UROMSP) sind bedeutende Schaderreger im großflächigen Ackerbau, die insbesondere Leguminosen wie die Ackerbohne (Vicia faba subsp. minor) und Lupinen-Arten (Lupinus sp.) befallen. Diese obligat biotrophen Parasiten entziehen den Wirtszellen gezielt Nährstoffe und beeinträchtigen die Photosyntheseleistung der betroffenen Kulturen erheblich.

Die wirtschaftliche Relevanz dieser Pilze ist hoch, da ein starker Befall zu vorzeitigem Laubfall, einer gestörten Hülsenfüllung und somit zu drastischen Ertragseinbußen sowie verminderten Tausendkornmassen führen kann. Die Ausbreitung wird durch feucht-warme Witterungsbedingungen im Früh- und Hochsommer begünstigt, weshalb der Erreger in fast allen europäischen Anbauregionen regelmäßig auftritt.

Durch den zunehmenden Anbau von Körnerleguminosen im Zuge von Fruchtfolgelockerungen und Eiweißinitiativen gewinnt die Überwachung und gezielte Regulierung von Uromyces sp. in der landwirtschaftlichen Praxis stetig an Bedeutung.

Typ
Pilz
EPPO-Code
UROMSP
Wirte
2 Kulturen
Generationen
Mehrere Generationen pro Saison (polyzyklisch)
Verbreitung
Uromyces sp. ist weltweit in allen gemäßigten Anbauregionen verbreitet und verursacht insbesondere in feuchten Jahren in Mittel- und Westeuropa Ertragsverluste von bis zu 30–40 % bei anfälligen Leguminosenkulturen.

Biologie / Lebenszyklus

Uromyces sp. überwintert meist als widerstandsfähige Teleutospore auf Pflanzenrückständen im Boden oder an Wildleguminosen. Im Frühjahr keimen diese Sporen aus und bilden Basidiosporen, die über den Wind auf die jungen Kulturen übertragen werden. Nach der Primärinfektion entwickeln sich auf den Blättern Uredolager, die massenhaft Uredosporen freisetzen; diese sorgen durch Wind- und Regenspritzer-Verbreitung für eine rasche, mehrzyklische Sekundärinfektion innerhalb des Bestandes. Gegen Ende der Vegetationsperiode wandeln sich die Lager in dunkle Teleutolager um, die die Dauersporen für die Überwinterung produzieren und den Lebenszyklus schließen.

Bonitur

Die Bestandesüberwachung sollte ab dem Beginn des Längenwachstums (BBCH 30) bis zur Vollblüte (BBCH 65) regelmäßig, mindestens wöchentlich, erfolgen. Besonders in feuchten Mikroklimaten oder dichten Beständen ist auf erste gelbliche oder rostbraune Pusteln auf den unteren Blättern zu achten. Eine gezielte Fungizidmaßnahme wird meist beim Überschreiten einer Schadschwelle von 5 bis 10 % befallener Blätter im mittleren Bestandsbereich ab dem BBCH-Stadium 51 (Knospenbildung) bis BBCH 69 (Ende der Blüte) empfohlen, um die oberen ertragsrelevanten Blattetagen und die Hülsen zu schützen.

Symptome

Das typische Schadbild äußert sich zunächst in kleinen, hellgrünen bis gelblichen Flecken auf den Blattoberseiten. Kurz darauf brechen auf den Blattunterseiten, seltener auch an Stängeln und Hülsen, stecknadelkopfgroße, zimt- bis rostbraune Uredosporenpusteln (Uredolager) durch die Epidermis, die bei Berührung einen staubigen, braunen Belag abgeben. Im Spätsommer verfärben sich diese Pusteln durch die Bildung von Teleutosporen dunkelbraun bis fast schwarz. Stark befallenes Laub vergilbt vorzeitig, vertrocknet und fällt ab, was zu einer vorzeitigen Abreife der Kultur führt.

Integriertes Management

Ein integriertes Management basiert auf einer weiten Fruchtfolge (mindestens 3–4 Jahre Anbaupause für Leguminosen) und dem konsequenten Unterpflügen von Ernterückständen zur Reduzierung des primären Inokulums. Die Wahl widerstandsfähiger Sorten und eine moderate Bestandsdichte zur Förderung einer raschen Abtrocknung sind wesentliche präventive Maßnahmen. Beim Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel stehen hochwirksame Fungizide aus den Klassen der Triazole (DMI) und Strobilurine (QoI) zur Verfügung. Zur Vermeidung von Resistenzen gemäß den FRAC-Richtlinien müssen Wirkstoffklassen konsequent abgewechselt oder als fertige Kombinationspartner eingesetzt werden, wobei die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt einzuhalten ist.

Wirtspflanzen

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Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Stickstoffdüngung das Risiko eines Befalls mit Uromyces sp.?

Eine überbedarfsgerechte Stickstoffdüngung führt zu einem üppigen, weicheren Pflanzengewebe und einem dichteren Bestand. Dies schafft ein feuchtes Mikroklima, das die Keimung der Sporen begünstigt und die Infektionswege verkürzt. Eine ausgewogene Ernährung, insbesondere mit ausreichender Kaliumversorgung, stärkt hingegen die physikalische Barriere der Kultur.

Kann der Erreger auch über das Saatgut übertragen werden?

Nein, eine direkte innere Samenübertragung ist bei Uromyces-Arten an Ackerbohnen und Lupinen in der Praxis nicht von Bedeutung. Allerdings können anhaftende Ernte- und Bodenreste am Saatgut Sporen enthalten. Die primäre Infektionsquelle bleibt jedoch das im Boden oder auf Nachbarflächen überwinternde Inokulum.

Wie finde ich im agronomy.farmable.tech Hub die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen diesen Schaderreger?

Navigieren Sie im Hub zum Bereich "Pflanzenschutzmittel" und filtern Sie nach der Zielkultur (z. B. Ackerbohne) und dem Schaderreger "Uromyces sp." oder "Rostpilze". Dort werden Ihnen alle aktuell in Ihrem Land zugelassenen Produkte inklusive Aufwandmenge, Wartezeit und maximaler Anzahl der Anwendungen angezeigt.

Welche Rolle spielen Zwischenfrüchte bei der Ausbreitung von Uromyces-Arten?

Wenn Leguminosen wie Wicken oder Alexandrinerklee als Zwischenfrüchte angebaut werden, können sie als Brückenwirte für den Schaderreger dienen. Dies ermöglicht es dem Pilz, sich im Herbst weiter zu vermehren und erhöht den Infektionsdruck für die Hauptkulturen im folgenden Frühjahr erheblich.

Warum ist der Behandlungszeitpunkt bei Strobilurinen im Vergleich zu Triazolen so kritisch?

Strobilurine (QoI) wirken primär protektiv, indem sie die Sporenkeimung hemmen; sie müssen daher vor der eigentlichen Infektion appliziert werden. Triazole (DMI) besitzen hingegen eine kurative Wirkung und können auch kurz nach einer erfolgten Infektion noch den Pilz im Blattgewebe stoppen. Für ein optimales Resistenzmanagement ist eine Kombination beider Wirkmechanismen ideal.

Welchen Einfluss hat die relative Luftfeuchtigkeit auf die Keimung der Uredosporen?

Für eine erfolgreiche Infektion benötigen die Uredosporen von Uromyces sp. flüssiges Wasser (Blattnässe) oder eine sehr hohe relative Luftfeuchtigkeit von über 95 % für mindestens 4 bis 6 Stunden bei Temperaturen zwischen 15 °C und 22 °C. Trockene, windige Perioden unterbrechen den Infektionszyklus sofort.