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OTHER · JT Agro Europe sp. z o.o.

Philon Top

BVL Zul.-Nr. 00B003-62

Philon Top ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) mit dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l), zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende vorbeugende Wirkung aus. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Rostpilzen, Alternaria-Arten und Falschen Mehltaupilzen.

Dank seiner vielseitigen Zulassung findet Philon Top sowohl im Getreidebau als auch im Kartoffel-, Gemüse- und Sonderkulturanbau breite Anwendung. Die gleichmäßige Verteilung auf der Blattoberfläche und die langanhaltende Schutzwirkung machen es zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien zur Sicherung von Ertrag und Qualität.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Philon Top enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Die biochemische Wirkung beruht auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen. Durch die Blockade des Elektronentransports am Cytochrom-b-Komplex (QoI) wird die Energieversorgung des Schaderregers unterbunden, was zum schnellen Absterben der Sporen und des Myzels führt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und verteilt sich translaminar sowie akropetal in der Kultur. Diese systemischen Eigenschaften gewährleisten, dass auch nach der Behandlung neu zuwachsende Pflanzenteile sowie die schwer benetzbaren Blattunterseiten effektiv vor einer Infektion geschützt werden.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen Wirkungsmechanismus der Qo-Inhibitoren (FRAC 11) besteht bei wiederholter Anwendung ein hohes Risiko für die Selektion resistenter Schaderreger-Populationen. Um die Wirksamkeit von Philon Top langfristig zu sichern, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement zwingend erforderlich. Das Pflanzenschutzmittel sollte daher stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Triazolen oder SDHIs) eingesetzt oder in Tankmischungen mit Partnern mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus ausgebracht werden. Die maximale Anzahl der Behandlungen pro Saison darf nicht überschritten werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Philon Top weist eine gute physikalische und biologische Verträglichkeit mit einer Vielzahl gängiger Fungizide, Insektizide und Blattdünger auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist jedoch stets die Gebrauchsanleitung der Mischpartner zu beachten. Vor der großflächigen Anwendung empfiehlt sich die Durchführung einer Mischprobe (Kübeltest) auf physikalische Stabilität. Um Kulturschäden zu vermeiden, sollte auf Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder bestimmten ölhaltigen Zusatzstoffen verzichtet werden, insbesondere bei extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Philon Top sind die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung. Da der Wirkstoff Azoxystrobin als hochgiftig für aquatische Organismen eingestuft ist, müssen Abdriftsminderungsklassen und die vorgeschriebenen Abstände zu Oberflächengewässern exakt eingehalten werden. Das Mittel ist in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen und Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)30–591 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneUromyces sp.1 LITER_PER_HECTARE35T
GrünkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)51–850.5 LITER_PER_HECTARE7T
RosenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
FuttererbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE35T
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)30–591 LITER_PER_HECTARE
PorreePorreerost (Puccinia porri), Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Phytophthora porri16–481 LITER_PER_HECTARE21T
KnoblauchFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelRhizoctonia solani, Colletotrichum coccodes3 LITER_PER_HECTARE
SpargelSpargelrost (Puccinia asparagi), Laubkrankheit (Stemphylium botryosum)41–891 LITER_PER_HECTARE
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe betae), Möhrenschwärze (Alternaria dauci)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
ErbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–691 LITER_PER_HECTARE
SchalotteFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
BrokkoliKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
TriticaleSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–691 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
StaudenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
RapsAlternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum60–691 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Alternaria in Kartoffeln?

Die erste Anwendung sollte vorbeugend erfolgen, sobald die ersten Symptome in der Region gemeldet werden oder spätestens bei Reihenschluss. Da Philon Top primär protektiv wirkt, bietet eine Applikation vor dem eigentlichen Infektionsgeschehen den besten Schutz für die Kultur.

Wie verhält sich Philon Top bei wechselhafter Witterung bezüglich der Regenfestigkeit?

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme in das Blattgewebe ist Philon Top bereits etwa ein bis zwei Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. Dennoch sollte die Anwendung auf trockene Bestände erfolgen, um ein Abschwemmen während der Applikation zu verhindern.

Warum ist der Zusatz von Netzmitteln bei der Anwendung in Kohlkulturen ratsam?

Kohlkulturen besitzen eine ausgeprägte, wasserabweisende Wachsschicht. Um eine gleichmäßige Benetzung der Blätter und somit eine optimale Wirkung gegen Schaderreger wie Kohlschwärze oder Falschen Mehltau zu erzielen, kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels die Anlagerung des Spritzfilms deutlich verbessern.

Welche Rolle spielt Philon Top im Antiresistenzmanagement bei Getreide?

Da Azoxystrobin der FRAC-Gruppe 11 angehört, besteht ein inhärentes Risiko für Resistenzbildungen (z. B. bei Netzflecken oder Mehltau). Philon Top sollte im Getreide stets in Kombination oder im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen wie Triazolen (DMI) oder Carboxamiden (SDHI) eingesetzt werden, um die Selektion resistenter Stämme zu verhindern.

Kann Philon Top auch in der Spargelanlage nach der Ernte angewendet werden?

Ja, die Bekämpfung von Spargelrost (Puccinia asparagi) erfolgt typischerweise nach dem Ende der Stechzeit im Sommer während der Krautphase. Eine gesunde Krautentwicklung ist entscheidend für die Einlagerung von Reservestoffen in die Rhizome für das Folgejahr.

Wie wirkt sich die translaminare Eigenschaft von Azoxystrobin auf den Behandlungserfolg aus?

Die translaminare Wirkung sorgt dafür, dass der Wirkstoff nach der Benetzung der Blattoberseite durch das Blattgewebe dringt und auch die biologisch schwerer erreichbare Blattunterseite schützt. Zudem wird der Wirkstoff akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) transportiert, was auch den Neuzuwachs teilweise mitschützt.