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OTHER · JT Agro Europe sp. z o.o.

Laiba Top

BVL Zul.-Nr. 00B003-61

Laiba Top ist ein breit wirksames Pflanzenschutzmittel auf Basis des bewährten Wirkstoffs Azoxystrobin (250 g/l). Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC), bietet dieses Fungizid einen hervorragenden vorbeugenden Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen.

Das Produkt ist in Deutschland unter der BVL-Zulassungsnummer 00B003-61 registriert und für den Einsatz in Getreide (wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale), Kartoffeln sowie verschiedenen Gemüsekulturen wie Porree, Zwiebeln, Spargel und Kohlgemüse zugelassen. Es bekämpft effektiv hartnäckige Pilzkrankheiten, darunter Rostpilze (Gelbrost, Braunrost, Zwergrost), Alternaria-Arten (Dürrfleckenkrankheit, Kohlschwärze) sowie Falschen Mehltau.

Dank seiner systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff nach der Anwendung gleichmäßig in den Blättern und schützt so auch den Neuzuwachs. Neben der direkten Krankheitskontrolle schätzen Landwirte den positiven physiologischen Effekt (Greening-Effekt), der die Vitalität der Kultur stärkt und die Ertragsbildung auch unter Stressbedingungen unterstützen kann.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Laiba Top enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Die Wirkung beruht auf der gezielten Blockade der mitochondrialen Atmung in den Zellen der Pilze. Indem der Wirkstoff den Elektronentransport am Cytochrom-bc1-Komplex unterbricht, wird die ATP-Synthese gestoppt, was zum raschen Energiemangel und dem Absterben des Schaderregers führt. Diese Wirkungsweise ist primär protektiv (vorbeugend). Azoxystrobin verhindert hocheffizient das Keimen der Sporen, das Wachstum des Keimschlauchs sowie die Bildung von Appressorien. Um die maximale Wirkung zu erzielen, muss die Behandlung daher idealerweise vor oder unmittelbar zu Beginn einer Infektion erfolgen, bevor sich das Myzel im Gewebe der Kultur etablieren kann.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen Wirkungsmechanismus als Single-Site-Inhibitor besteht bei Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11) ein hohes Risiko für die Entstehung von Resistenzen. Ein konsequentes Resistenzmanagement ist daher unerlässlich. Laiba Top sollte stets vorbeugend und im Rahmen einer Spritzfolge im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsweisen (z. B. Triazole oder SDHI) eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison darf nicht überschritten werden, und die Kombination mit Kontaktpartnern in Tankmischungen ist dringend zu empfehlen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Laiba Top zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Vor der Ansetzung größerer Mengen wird dennoch empfohlen, eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Kulturen, insbesondere bei dichtem Laubwerk im Gemüsebau, ist auf eine ausreichende Wassermenge und eine gleichmäßige Applikationstechnik zu achten. Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder bestimmten Ölzusätzen sollten vermieden werden, um das Risiko von Blattschäden zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Laiba Top sind die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Der Wirkstoff Azoxystrobin ist als giftig für aquatische Organismen eingestuft. Daher müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und der Einsatz abdriftmindernder Technik genau beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)30–591 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)51–850.5 LITER_PER_HECTARE7T
KnoblauchFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
PorreePorreerost (Puccinia porri), Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Phytophthora porri16–481 LITER_PER_HECTARE21T
SpargelSpargelrost (Puccinia asparagi), Laubkrankheit (Stemphylium botryosum)41–891 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
RosenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelRhizoctonia solani, Colletotrichum coccodes3 LITER_PER_HECTARE
SchalotteFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
GrünkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE14T
BrokkoliKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneUromyces sp.1 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–691 LITER_PER_HECTARE
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)30–591 LITER_PER_HECTARE
RapsAlternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum60–691 LITER_PER_HECTARE21T
BlumenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
TriticaleSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–691 LITER_PER_HECTARE
StaudenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe betae), Möhrenschwärze (Alternaria dauci)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
FuttererbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Laiba Top im Getreide?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt in der Regel präventiv in den BBCH-Stadien der Schossphase bis zur Blüte, sobald erste Infektionsbedingungen für Rostpilze oder Blattflecken vorliegen. Eine frühzeitige Behandlung schützt das ertragsrelevante Fahnenblatt und nutzt den physiologischen Greening-Effekt des Wirkstoffs optimal aus.

Wie wirkt sich der physiologische Greening-Effekt auf die Kultur aus?

Neben der fungiziden Wirkung beeinflusst Azoxystrobin die Physiologie der Kultur positiv. Es verzögert den Abbau von Chlorophyll, reduziert die stressbedingte Ethylenbildung und optimiert den Wasserhaushalt der Kultur. Dies führt oft zu einer verlängerten Assimilationsphase und kann die Ertragsleistung stabilisieren.

Kann Laiba Top auch bei hohen Temperaturen im Sommer appliziert werden?

Es wird dringend empfohlen, die Behandlung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen. Bei Temperaturen über 25 °C und intensiver Sonneneinstrahlung steigt das Risiko von Spritzschäden (Phytotoxizität) auf den Blättern, insbesondere bei empfindlichen Gemüsekulturen, und die Wirkstoffaufnahme wird verschlechtert.

Warum ist die Kombination mit anderen Wirkstoffen bei diesem Pflanzenschutzmittel so wichtig?

Da Azoxystrobin als Single-Site-Inhibitor nur an einer einzigen Stelle im Stoffwechsel des Pilzes ansetzt, können Schaderreger schnell Resistenzen entwickeln. Durch den Tankmischungspartner oder den gezielten Blockwechsel mit anderen Wirkstoffklassen (z. B. Triazolen) wird dieser Selektionsdruck effektiv minimiert.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Zubereitung der Spritzbrühe?

Laiba Top ist als flüssiges Suspensionskonzentrat sehr stabil. Dennoch sollte für die Spritzbrühe sauberes Wasser mit einem neutralen bis leicht sauren pH-Wert verwendet werden. Extrem hartes oder stark alkalisches Wasser kann die physikalische Stabilität der Mischung beeinträchtigen und die Wirkstoffaufnahme durch die Wachsschicht der Blätter verlangsamen.

Wie flexibel ist die Wartezeit bei den verschiedenen zugelassenen Kulturen?

Die Wartezeit ist streng kulturabhängig und spiegelt die unterschiedlichen Abbaugeschwindigkeiten und Erntezeitpunkte wider. Sie reicht von kurzen 7 Tagen bei bestimmten Gemüsekulturen bis hin zu 35 Tagen bei Getreide. Die genauen, für die jeweilige Kultur registrierten Wartezeiten müssen vor der Ernteplanung zwingend der Gebrauchsanleitung entnommen werden.