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OTHER · TerreChem Limited

PANTHA

BVL Zul.-Nr. 00B242-00

PANTHA ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl von pilzlichen Schaderregern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, basiert das Produkt auf dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l), der sich durch hervorragende systemische und translaminare Eigenschaften auszeichnet. Es schützt sowohl Getreidekulturen wie Weizen, Gerste und Roggen als auch anspruchsvolle Sonderkulturen wie Spargel, Möhren, Zwiebeln und Salat vor ertragsmindernden Pilzkrankheiten.

Das Wirkungsspektrum von PANTHA umfasst sowohl Ascomyceten, Basidiomyceten, Deuteromyceten als auch Oomyceten. Zu den wichtigsten Zielorganismen gehören wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Rostpilze (z. B. Braunrost, Spargelrost), Alternaria-Arten (wie die Möhrenschwärze oder Dürrfleckenkrankheit an Kartoffeln) sowie Falsche Mehltaupilze. Durch die vorbeugende Wirkung verhindert das Mittel das Keimen der Sporen und das Eindringen des Pilzmyzels in das Pflanzengewebe, wodurch die Kulturen von Anfang an geschützt werden.

Neben dem direkten Schutz der Kulturen trägt PANTHA durch den bekannten "Greening-Effekt" der Strobilurine zur Vitalisierung der Pflanzen bei. Dies äußert sich in einer verbesserten Stickstoffausnutzung, einer verzögerten Alterung der Blätter und einer gesteigerten Stresstoleranz gegenüber Trockenheit, was sich letztendlich positiv auf die Ertragsbildung und die Qualität des Ernteguts auswirkt.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PANTHA enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (QoI - Quinone Outside Inhibitors) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus beruht auf der Blockade des Elektronentransports in der Atmungskette der Pilzzellen. Genauer gesagt hemmt Azoxystrobin die Cytochrom-bc1-Oxidase am Qo-Zentrum, wodurch die ATP-Synthese zum Erliegen kommt. Ohne diese essentielle Energiequelle können die Pilzsporen weder keimen noch Infektionsstrukturen ausbilden. Da der Wirkstoff translaminar und systemisch über das Xylem in der Pflanze verteilt wird, bietet PANTHA auch einen Schutz für neu zuwachsende Pflanzenteile. Die beste Wirkung wird erzielt, wenn die Anwendung protektiv, also vor dem eigentlichen Infektionsgeschehen oder unmittelbar bei den ersten sichtbaren Symptomen, erfolgt, da die Hemmung der Sporenkeimung den stärksten Hebel zur Befallsverhinderung darstellt.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen Ein-Ort-Wirkungsmechanismus (Single-Site) von Wirkstoffen aus der FRAC-Gruppe 11 besteht bei Strobilurinen ein inhärentes Risiko für die Entstehung von Resistenzen bei Schaderregern. Um die Wirksamkeit von PANTHA langfristig zu sichern, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement zwingend erforderlich. Dies umfasst die strikte Einhaltung der maximalen Anzahl an Anwendungen pro Saison sowie den gezielten Wechsel (Rotation) mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (wie z. B. Triazolen oder SDHI). Zudem empfiehlt sich bei hohem Befallsdruck die Kombination mit Kontaktfungiziden, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

PANTHA zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen sollte die Spritze zunächst mit der Hälfte der benötigten Wassermenge befüllt und das Rührwerk aktiviert werden, bevor PANTHA und anschließend die Mischpartner hinzugegeben werden. Die Verwendung von Zusatzstoffen (Adjuvantien) kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme auf wachshaltigen Blattoberflächen (z. B. bei Zwiebeln oder Kohl) verbessern, sollte jedoch vorab auf Kulturverträglichkeit geprüft werden. Extrem hartes Wasser oder sehr niedrige Wassertemperaturen sind zu vermeiden, um eine optimale Emulgierung zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PANTHA ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da Azoxystrobin als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden, um aquatische Organismen zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des aktiven Bienenflugs vermieden werden, um jegliche Risiken für Bestäuber auszuschließen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–711 LITER_PER_HECTARE
BrokkoliKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
Lupine-ArtenUromyces sp.17–721 LITER_PER_HECTARE35T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–711 LITER_PER_HECTARE
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)30–611 LITER_PER_HECTARE
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)51–850.5 LITER_PER_HECTARE7T
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
SpargelSpargelrost (Puccinia asparagi), Laubkrankheit (Stemphylium botryosum)41–891 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Weißer Rost (Albugo candida), Mycosphaerella brassicicola16–491 LITER_PER_HECTARE14T
KnoblauchFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611 LITER_PER_HECTARE
RoggenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE
BrokkoliWeißer Rost (Albugo candida), Mycosphaerella brassicicola16–491 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae)17–721 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenAlternaria Arten (Alternaria sp.)61–691 LITER_PER_HECTARE
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
FuttererbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE35T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
SchalotteFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelRhizoctonia solani3 LITER_PER_HECTARE
PorreePorreerost (Puccinia porri), Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)16–481 LITER_PER_HECTARE21T
GrünkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
PorreePhytophthora porri16–481 LITER_PER_HECTARE21T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
WeizenCladosporium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE
RapsAlternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum60–691 LITER_PER_HECTARE21T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum30–711 LITER_PER_HECTARE
GrünkohlWeißer Rost (Albugo candida), Mycosphaerella brassicicola16–491 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis30–611 LITER_PER_HECTARE
BuschbohneFalscher Mehltau (Peronospora viciae)17–721 LITER_PER_HECTARE7T
GersteSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE
BuschbohneBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE7T
Dicke BohneUromyces sp.17–721 LITER_PER_HECTARE14T
StaudenkohlWeißer Rost (Albugo candida), Mycosphaerella brassicicola16–491 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
ErbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE14T
StaudenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneUromyces sp.60–691 LITER_PER_HECTARE35T
FuttererbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae)17–721 LITER_PER_HECTARE35T
BlumenkohlWeißer Rost (Albugo candida), Mycosphaerella brassicicola16–491 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelColletotrichum coccodes3 LITER_PER_HECTARE
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit PANTHA gegen Alternaria-Arten in Kartoffeln?

Die Behandlung gegen die Dürrfleckenkrankheit (Alternaria solani) sollte vorbeugend ab dem Reihenschluss (BBCH-Stadium 30–39) gestartet werden, spätestens jedoch bei den ersten Befallsanzeichen oder wenn das lokale Prognosemodell ein erhöhtes Risiko meldet. Ein frühzeitiger Schutz verhindert die Ausbreitung auf die oberen Blattetagen.

Wie wirkt sich der "Greening-Effekt" von PANTHA auf die Erntequalität aus?

Der Wirkstoff Azoxystrobin greift positiv in den Hormonhaushalt der Kultur ein, indem er die Ethylenbildung hemmt. Dadurch bleibt das Laub länger grün und assimilationsaktiv. Dies führt zu einer verlängerten Korn- bzw. Knollenfüllungsphase, was das Tausendkorngewicht im Getreide oder den Stärkegehalt in Kartoffeln positiv beeinflussen kann.

Kann PANTHA auch bei feuchtem Wetter oder unmittelbar vor Regen appliziert werden?

PANTHA ist nach dem Antrocknen des Spritzbelags (in der Regel nach 1 bis 2 Stunden) hervorragend regenfest, da der Wirkstoff schnell in die Wachsschicht des Blattes eindringt. Dennoch sollte die Anwendung nicht auf taunassen Beständen oder bei unmittelbar bevorstehendem Starkregen erfolgen, um Wirkstoffverluste durch Abschwemmung zu vermeiden.

Warum ist die Einhaltung der maximalen Anwendungsanzahl bei Strobilurinen so kritisch?

Strobilurine wie Azoxystrobin besitzen einen spezifischen Wirkungsort im Pilz (Single-Site). Durch wiederholte Anwendungen ohne Wirkstoffwechsel können sich schnell resistente Pilzstämme (z. B. durch die G143A-Mutation) selektieren, was zu einem vollständigen Wirksamkeitsverlust führt. Die Begrenzung der Spritzfolgen schützt diese wichtige Wirkstoffklasse.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität der Spritzbrühe bei der Anwendung von PANTHA?

PANTHA ist in einem breiten pH-Bereich (pH 5 bis 8) stabil. Extrem saures oder stark alkalisches Wasser sollte vermieden werden, da dies die Stabilität der Formulierung beeinträchtigen kann. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert (ca. 6,0–6,5) optimiert die physikalische Stabilität und die Aufnahme des Wirkstoffs durch die Kutikula.