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Kultur

Gelber Portulak

Portulaca oleracea
POROL

Der Gelbe Portulak (Portulaca oleracea, EPPO-Code: POROL), im Erwerbsanbau auch als Sommerportulak bekannt, ist eine einjährige, sukkulente Kultur, die in Mitteleuropa als feines Blattgemüse geschätzt wird. Die Kultur zeichnet sich durch fleischige, löffelförmige Blätter und einen angenehm säuerlich-salzigen, leicht nussigen Geschmack aus. Da sie extrem wärmeliebend ist, eignet sie sich hervorragend für den sommerlichen Freilandanbau sowie für den geschützten Anbau unter Glas als rasch wachsende Nachkultur.

Botanisch gehört die Kultur zur Familie der Portulacaceae. Sie stellt geringe Ansprüche an die Nährstoffversorgung, benötigt jedoch für ein zügiges Wachstum ausreichend Bodenfeuchtigkeit und vollsonnige Standorte. Aufgrund der kurzen Entwicklungszeit von oft nur vier bis sechs Wochen lässt sich der Gelbe Portulak flexibel in bestehende Fruchtfolgen integrieren und ermöglicht mehrere Sätze pro Saison.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mai bis August (Freiland); ganzjährig im Gewächshaus
Erntefenster
Juni bis Oktober
Reihenabstand
15–25 cm
Typischer Ertrag
15–25 t/ha
Wärmesumme (GDD)
900
Boden-pH
5,5–7,2

Bodenmanagement

Für den Anbau dieser Kultur eignen sich gut erwärmbare, humose und sandige Lehmböden mit einer feinkrümeligen Struktur, die ein gleichmäßiges Auflaufen der feinen Samen begünstigt. Da der Gelbe Portulak ein Lichtkeimer ist, darfst du das Saatgut nur minimal mit Erde bedecken oder lediglich andrücken. Eine moderate Stickstoffdüngung ist ausreichend, da ein Überangebot an Nährstoffen zu Nitratakkumulation in den sukkulenten Blättern führen kann. Staunässe musst du unbedingt vermeiden, da die fleischigen Wurzeln sehr empfindlich auf Sauerstoffmangel reagieren. Eine gezielte Tröpfchenbewässerung schont die Blattstruktur und reduziert das Risiko von Pilzinfektionen im bodennahen Bereich.

Schaderreger-Management

Aufgrund der kurzen Standzeit ist der Gelbe Portulak vergleichsweise robust, reagiert jedoch empfindlich auf bodenbürtige Schaderreger wie Sclerotinia sclerotiorum und Sclerotinia minor, die besonders bei feucht-warmer Witterung zu Stängelfäule führen können. Auch Grauschimmel (Botrytis cinerea) kann bei zu dichtem Stand und mangelnder Belüftung im geschützten Anbau erhebliche Schäden verursachen. Zur Unkrautregulierung ist eine mechanische Bekämpfung im frühen BBCH-Stadium entscheidend, da die Kultur anfangs konkurrenzschwach ist und Problemunkräuter wie die Gemeine Quecke (Elymus repens) den Bestand schnell überwuchern können. Achte bei der Auswahl von Pflanzenschutzmitteln penibel auf die aktuellen BVL-Zulassungen für Blattgemüse und halte die vorgeschriebene Wartezeit strikt ein.

Sorten

Gelber Sommerportulak

Sehr früh (3–4 Wochen)

Hoher Ertrag an zarten, hellgelben Blättern

Resistent gegen: Trockenheit

Anfällig für: Spätfröste, Sclerotinia-Fäule

Der absolute Standard im Erwerbsanbau. Zeichnet sich durch besonders zarte Blätter und ein mildes Aroma aus.

Grüner Sommerportulak

Früh (4–5 Wochen)

Stabiler, mittlerer Ertrag

Resistent gegen: Kälte, Botrytis

Anfällig für: Staunässe

Etwas robuster gegen kühlere Temperaturen als die gelben Selektionen. Dunkelgrünes, dickfleischiges Blatt.

Goldgelber Portulak

Früh (4 Wochen)

Sehr hoher Erstschnitt-Ertrag

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Spätfröste, Sclerotinia-Fäule

Beliebte Sorte für den Bio-Anbau mit auffällig goldgelber Färbung. Wächst extrem aufrecht und lässt sich leicht ernten.

Breitblättriger Gelber

Mittelfrüh (5 Wochen)

Hervorragender Gesamtertrag durch dicke Blätter

Resistent gegen: Blattfleckenkrankheiten

Anfällig für: Staunässe, Botrytis

Großblättrige Selektion, die sich besonders gut für den maschinellen Schnitt eignet. Regeneriert sich gut nach dem ersten Schnitt.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Alle Anwendungen ansehen

Häufige Fragen

Wie oft kannst du den Gelben Portulak in einer Saison schneiden?

In der Regel kannst du die Kultur zwei- bis dreimal beernten, sofern du beim ersten Schnitt das Herzblatt und die untersten Stängelglieder (ca. 3–5 cm über dem Boden) stehen lässt. Dadurch treibt die Kultur rasch wieder aus. Der erste Schnitt erfolgt meist kurz vor der Blüte im BBCH-Stadium 49, da die Blätter danach bitter werden können.

Welche pflanzenbaulichen Maßnahmen helfen dir, Sclerotinia-Fäule im geschützten Anbau zu verhindern?

Da Sclerotinia-Erreger feuchte Bedingungen lieben, solltest du im Gewächshaus auf eine niedrige Luftfeuchtigkeit durch konsequente Lüftung achten. Vermeide zu dichte Saatstärken und gieße die Kultur ausschließlich morgens direkt an den Boden, damit die Blattoberflächen schnell abtrocknen können. Eine weite Fruchtfolge zu anderen anfälligen Kulturen mindert zudem den Infektionsdruck im Boden.

Wie regulierst du die Gemeine Quecke (Elymus repens) im Portulakanbau?

Da der Gelbe Portulak als Lichtkeimer sehr flach gesät wird, ist eine mechanische Unkrautbekämpfung mittels Striegel oder Hacke im frühen BBCH-Stadium 12 bis 15 anspruchsvoll. Gegen die Gemeine Quecke solltest du bereits vor der Saat ein sauberes falsches Saatbett anlegen. Bei starkem Besatz im Freiland können selektive Gräserherbizide gemäß den aktuellen BVL-Zulassungen eingesetzt werden, wobei du die Wartezeit exakt einhalten musst.

Warum schießt der Gelbe Portulak im Sommer manchmal extrem schnell in die Blüte?

Die Kultur reagiert stark auf Tageslänge und hohe Temperaturen. Unter Langtagbedingungen (Juni/Juli) und bei zusätzlichem Trockenstress geht die Kultur sehr schnell von der vegetativen Phase (BBCH 4) in die generative Phase (BBCH 5/6) über. Um das Schossen zu verzögern, solltest du für eine gleichmäßige Wasserversorgung sorgen und gegebenenfalls über eine leichte Schattierung der Bestände an heißen Tagen nachdenken.

Wie findest du im Farmable-Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger bei dieser Kultur?

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