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Kultur

Schnittsellerie

Apium graveolens var. secalinum
APUGS

Schnittsellerie (Apium graveolens var. secalinum, EPPO-Code: APUGS) ist eine aromatische Blattwürz- und Küchenkultur, die sich durch ein intensives Selleriearoma auszeichnet. Im Gegensatz zu Knollen- oder Staudensellerie bildet diese Kultur keine verdickten Speicherorgane, sondern dichte Blattschöpfe mit feinen, stark gefiederten Blättern aus. Die Kultur wird in Mitteleuropa sowohl im Freiland als auch im geschützten Anbau kultiviert, wobei der Fokus auf einer kontinuierlichen Ernte frischer Blätter liegt.

Für den Erwerbsanbau ist eine gleichmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung entscheidend, um zarte, geschmacksintensive Blätter ohne vorzeitiges Schossen zu produzieren. Da Schnittsellerie mehrfach geschnitten werden kann, stellt er hohe Anforderungen an die Regeneration der Kultur und die Gesunderhaltung des Blattapparates. Ein integrierter Pflanzenschutz und eine angepasste Fruchtfolge sind essenziell, um bodenbürtige Schaderreger und Blattkrankheiten effektiv zu minimieren.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Juli (Vorkultur ab Februar unter Glas)
Erntefenster
Juni bis Oktober
Reihenabstand
25–30 cm
Typischer Ertrag
15–25 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1500
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Schnittsellerie stellt als Starkzehrer hohe Ansprüche an die Bodenstruktur und die Nährstoffverfügbarkeit. Optimal sind tiefgründige, humusreiche Lehm- oder Sandlehmböden mit einer gleichmäßigen Wasserführung, da Trockenstress sofort zu Qualitätsverlusten und vorzeitigem Schossen führt. Vor dem Auspflanzen oder Säen solltest du eine organische Grunddüngung, beispielsweise gut verrotteten Kompost, in den Boden einarbeiten. Eine ausgeglichene Stickstoffversorgung ist für das vegetative Blattwachstum entscheidend, muss jedoch sorgsam dosiert werden, um Nitratanreicherungen im Blattwerk zu vermeiden. Während der gesamten Kulturzeit ist das Freihalten des Bodens von Unkräutern durch mechanisches Hacken oder Mulchen wichtig, um die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe zu minimieren.

Schaderreger-Management

Die Gesunderhaltung des Blattapparates steht beim Schnittsellerie im Vordergrund, da Flecken oder Fraßschäden die Ware unverkäuflich machen. Zu den bedeutendsten Schaderregern gehören die Möhrenfliege (Chamaepsila rosae), deren Larven die Wurzeln schädigen, sowie pilzliche Erreger wie Botrytis cinerea und Septoria-Blattflecken. Ein konsequenter Fruchtwechsel von mindestens vier Jahren zu anderen Doldenblütlern ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme im integrierten Pflanzenschutz. Der Einsatz von Kulturschutznetzen schützt die Kultur effektiv vor dem Zuflug von Schädlingen wie der Möhrenfliege. Beim Auftreten von Pilzkrankheiten ist auf eine rasche Abtrocknung des Bestandes durch weite Pflanzabstände und eine gezielte Tröpfchenbewässerung zu achten, bevor zugelassene Pflanzenschutzmittel angewendet werden.

Sorten

Amsterdamse Donkergroene

mittelfrüh

Sehr ertragreich durch schnellen Wiederaustrieb nach dem Schnitt.

Resistent gegen: Schoßtoleranz

Anfällig für: Septoria-Blattflecken

Sehr feines, dunkelgrünes Blatt mit intensivem Aroma. Hervorragend für den Frischmarkt und die Trocknung geeignet.

Safir

mittelfrüh

Konstant hohe Erträge über mehrere Schnitte hinweg.

Resistent gegen: Schoßtoleranz, Kälte

Anfällig für: Septoria-Blattflecken, Möhrenfliege

Aufrecht wachsende Sorte mit feinen, stark gefiederten Blättern. Sehr regenerationsstark nach dem Schnitt.

Gewöhnlicher Schnitt

früh

Solide Erträge, besonders für den regionalen Erwerbsanbau.

Resistent gegen: Frost

Anfällig für: Grauschimmel

Traditionelle, sehr robuste Sorte mit starkem Wuchs und ausgeprägtem Selleriearoma.

Westlandse

mittelspät

Hohe Biomasseproduktion beim ersten Hauptschnitt.

Resistent gegen: Schoßtoleranz

Anfällig für: Septoria-Blattflecken

Wüchsige Sorte mit etwas kräftigeren Stielen und dichtem Laubwerk. Gut haltbar nach der Ernte.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie steuerst du die Stickstoffdüngung bei Schnittsellerie, um Nitratwerte im Rahmen zu halten?

Schnittsellerie benötigt als Blattgemüse ausreichend Stickstoff für den Zuwachs, neigt aber zur Nitratspeicherung. Du solltest die Stickstoffgabe auf zwei bis drei Teilgaben aufteilen: Eine moderate Startgabe zur Pflanzung und weitere kleine Gaben jeweils direkt nach einem Schnitt, um den Wiederaustrieb zu fördern. Vermeide späte, übermäßige Düngungen kurz vor der geplanten Ernte.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Schnitt, um eine schnelle Regeneration der Kultur zu sichern?

Schneide die Blätter am besten ab dem BBCH-Stadium 41 bis 45, wenn die Rosette gut entwickelt ist. Achte darauf, das Herzblatt im Zentrum nicht zu beschädigen und eine Schnitthöhe von mindestens 3–5 cm über dem Boden einzuhalten. Dies garantiert, dass die Kultur schnell und gleichmäßig für den nächsten Erntezyklus durchtreibt.

Wie kannst du das Risiko von Septoria-Blattflecken im Freiland minimieren?

Da der Schaderreger über das Saatgut übertragen werden kann, solltest du ausschließlich zertifiziertes, warmwasserbehandeltes Saatgut verwenden. Vermeide zudem Überkopfberegnung in den Abendstunden, damit das Laub vor der Nacht vollständig abtrocknen kann. Ein weiter Reihenabstand sorgt für eine bessere Durchlüftung des Bestandes.

Welche mechanischen Maßnahmen helfen dir bei der Regulierung von Einjährigem Rispengras (Poa annua)?

Da Schnittsellerie in der Jugendphase langsam wächst, ist das Einjährige Rispengras ein starker Konkurrent. Du solltest frühzeitig im BBCH-Stadium 12 bis 15 mit dem mechanischen Hacken zwischen den Reihen beginnen. In der Reihe kann ein präzises Abflammen vor dem Auflaufen der Kultur oder das manuelle Jäten notwendig sein, um den Unkrautdruck gering zu halten.

Wie nutzt du Kulturschutznetze optimal gegen den Befall durch die Möhrenfliege?

Lege engmaschige Netze mit einer Maschenweite von maximal 0,8 mm unmittelbar nach der Pflanzung oder direkt nach der Aussaat über die Kultur. Die Netze müssen an den Rändern lückenlos mit Erde oder Sandsäcken beschwert werden, da die Möhrenfliege gezielt am Boden nach Schlupflöchern sucht. Entferne das Netz nur für kurze Zeitfenster zur Ernte oder Pflege.

Wie findest du im Pflanzenschutz-Hub zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Botrytis cinerea bei Schnittsellerie?

Suche im Hub gezielt nach Indikationen für 'frische Kräuter' oder direkt 'Schnittsellerie'. Da Schnittsellerie oft unter die Gruppe der Küchenkräuter fällt, gelten hier spezielle Zulassungsbestimmungen und oft kürzere Wartezeiten, die du unbedingt einhalten musst, um Rückstände im Erntegut zu vermeiden.