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Cresendo

BVL Zul.-Nr. 00B264-00

Cresendo ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur selektiven Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Clomazone (360 g/l) bietet das Herbizid eine hervorragende Grundlage für die Unkrautkontrolle im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf. Die Formulierung ist speziell darauf ausgelegt, eine gleichmäßige Verteilung und langanhaltende Bodenwirkung zu gewährleisten, was Cresendo zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Acker- und Gemüsebau macht.

Das Wirkungsspektrum umfasst schwer bekämpfbare Leitunkräuter wie das Kletten-Labkraut, die Vogel-Sternmiere und verschiedene Taubnessel-Arten. Dank seiner flexiblen Zulassung in zahlreichen Kulturen – von Raps und Leguminosen wie Ackerbohnen und Erbsen bis hin zu verschiedenen Kohlarten, Möhren und Spargel – lässt sich Cresendo hervorragend in bestehende Betriebsabläufe integrieren. Es schließt kritische Lücken in der Unkrautbekämpfung direkt nach der Saat oder Pflanzung.

Als modernes Bodenherbizid profitiert Cresendo von einer optimierten Formulierungstechnologie, die die Abdrift und Verflüchtigung des Wirkstoffs minimiert. Dies sorgt für eine hohe Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig maximaler Wirkung gegen auflaufende Schaderreger im Keimblattstadium.

Wirkstoffe

Clomazone
360 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Cresendo enthaltene Wirkstoff Clomazone gehört zur HRAC-Gruppe 13 (ehemals F4) und wirkt als Hemmstoff der Carotinoid-Biosynthese (spezifisch der Deoxyxylulose-5-phosphat-Synthase, DOXP). Carotinoide sind essenzielle Schutzpigmente für das Chlorophyll in den Pflanzenzellen. Durch die Blockade dieses Synthewes können die auflaufenden Unkräuter kein Chlorophyll schützen, was zu einer charakteristischen Aufhellung (Bleaching) der betroffenen Gewebe führt. Die Aufnahme von Clomazone erfolgt primär über die Wurzeln und Hypokotyle der keimenden Unkräuter, gefolgt von einem akropetalen Transport im Xylem hin zu den Blättern. Da der Wirkstoff vor allem auf keimende und auflaufende Unkräuter wirkt, ist eine Anwendung auf feuchten Boden vor dem Auflaufen der Schaderreger ideal, um eine schnelle und effiziente Wirkstoffaufnahme zu garantieren.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, sollte Cresendo stets in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Da Clomazone der HRAC-Gruppe 13 angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. Bodenherbizide aus den HRAC-Gruppen 3, 5 oder 15) in der Fruchtfolge dringend zu empfehlen. Zudem empfiehlt sich die Kombination oder der sequentielle Einsatz mit Partnern, die ein anderes Wirkungsspektrum und abweichende Wirkungsweisen aufweisen, um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Cresendo zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Vorauflaufherbiziden aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine lückenlose Benetzung des Bodens zu erzielen. Die Zugabe von speziellen Bodenhaftmitteln oder Additiven kann die Verteilung und Stabilität des Spritzfilms auf der Bodenoberfläche verbessern, insbesondere bei wechselnden Feuchtigkeitsverhältnissen. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird stets ein physischer Mischbarkeitstest im Kleinen empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Cresendo sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Aufgrund der spezifischen Eigenschaften von Clomazone sind Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu angrenzenden Nichtzielflächen sowie Oberflächengewässern genau zu beachten, um aquatische Organismen zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollten Abschwemmungen in sensible Biotope durch ein optimales Applikationsmanagement (z. B. Windstille, grobtropfige Düsen) konsequent vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FuttererbseTaubnessel-Arten, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere0.25 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
WeißkohlEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
SpitzkohlEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
RotkohlEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
RotkohlEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
SchnittsellerieEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–160.25 LITER_PER_HECTARE56T
MöhreTaubnessel-Arten, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere0.25 LITER_PER_HECTARE
KohlrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
WirsingEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
BlattkohleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
BrokkoliEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
SpargelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
WeißkohlEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsZweikeimblättrige Unkräuter0.3 LITER_PER_HECTARE
RosenkohlEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
ErbseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
RosenkohlEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
WirsingEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
StangenbohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
GemüsefenchelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
BuschbohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
GemüsefenchelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
ÖlkürbisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–120.25 LITER_PER_HECTARE
SpitzkohlEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
KartoffelTaubnessel-Arten, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere0.25 LITER_PER_HECTARE
SpargelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf die Effizienz von Cresendo aus?

Da der Wirkstoff Clomazone hauptsächlich über die Wurzeln und das Hypokotyl keimender Unkräuter aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Behandlung oder kurz danach entscheidend. Auf feuchtem Boden verteilt sich der Wirkstoff optimal im Keimhorizont, während extreme Trockenheit die Entfaltung der vollen Herbizidwirkung verzögern kann.

Warum verfärben sich manche Unkräuter nach der Anwendung von Cresendo weiß?

Dies ist das typische Symptom des Wirkstoffs Clomazone (HRAC-Gruppe 13). Durch die Hemmung der Carotinoid-Biosynthese fehlt den Pflanzen der Schutz vor Sonnenlicht, was zur Zerstörung des Chlorophylls führt. Das betroffene Pflanzengewebe bleicht vollständig aus (sogenannter Bleaching-Effekt) und stirbt in der Folge ab.

Was muss bei der Anwendung von Cresendo im Hinblick auf Nachbarkulturen beachtet werden?

Clomazone-haltige Pflanzenschutzmittel können bei Abdrift oder Verflüchtigung empfindliche Nachbarkulturen schädigen und dort temporäre Aufhellungen verursachen. Daher ist die Anwendung mit extrem abdriftmindernder Düsentechnik (mindestens 90 % Abdriftminderung) und bei niedrigen Windgeschwindigkeiten zwingend vorgeschrieben, um Schäden an angrenzenden Flächen zu vermeiden.

Kann Cresendo auch im Nachauflauf der Kulturen eingesetzt werden?

Die Anwendung von Cresendo erfolgt primär im Vorauflauf (BBCH 00 bis 09) oder im sehr frühen Nachauflauf, je nach spezifischer Zulassung für die jeweilige Kultur. Ein zu später Einsatz außerhalb der zugelassenen BBCH-Stadien kann zu phytotoxischen Schäden an den Kulturen führen, weshalb die Einhaltung der registrierten Anwendungsfenster strikt zu beachten ist.

Welche Rolle spielt die Kapselformulierung bei diesem Pflanzenschutzmittel?

Die moderne Formulierung sorgt dafür, dass der Wirkstoff Clomazone kontrolliert freigesetzt wird. Dies reduziert die Flüchtigkeit des Wirkstoffs direkt nach der Ausbringung erheblich, minimiert das Risiko von Wirkstoffverlusten in die Atmosphäre und erhöht gleichzeitig sowohl die Kulturverträglichkeit als auch die Dauerwirkung im Boden.