LAGERLAND Elite 45
LAGERLAND Elite 45 ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel auf Basis des bewährten Wirkstoffs Deltamethrin (25 g/L). Formuliert als flüssiges Emulsionskonzentrat, zeichnet sich dieses Insektizid durch eine schnelle Kontakt- und Fraßwirkung gegen ein breites Spektrum beißender und saugender Schaderreger aus. Es ist für den Einsatz in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen, gartenbaulichen und forstlichen Kulturen registriert.
Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Ackerkulturen wie Winter- und Sommergetreide sowie Raps, in denen es kritische Schädlinge wie Rapsglanzkäfer, Erdfloh-Arten und Blattläuse erfasst. Durch die schnelle Initialwirkung schützt LAGERLAND Elite 45 die Kulturen in sensiblen Entwicklungsphasen zuverlässig vor Ertrags- und Qualitätsverlusten.
Dank seiner flexiblen Aufwandmengen lässt sich das Mittel präzise an den jeweiligen Befallsdruck und die spezifischen Zulassungsbedingungen anpassen. Es stellt einen wichtigen Baustein in integrierten Pflanzenschutzstrategien dar, um die Vitalität der Bestände abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Deltamethrin gehört zur chemischen Klasse der Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A). Seine Wirkung basiert auf der Störung des Nervensystems der Schaderreger. Deltamethrin blockiert die Schließung der spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Axonmembranen der Nervenzellen. Dies führt zu einer langanhaltenden Depolarisation, unkontrollierten Nervenimpulsen und schließlich zu einer schnellen Lähmung der Zielorganismen. Dieser sogenannte „Knock-down“-Effekt bewirkt einen sofortigen Stopp der Fraß- und Saugtätigkeit der Schädlinge, noch bevor diese absterben. Da Deltamethrin keine systemischen Eigenschaften besitzt und nicht in der Pflanze transportiert wird, basiert der Bekämpfungserfolg maßgeblich auf einer direkten Berührung des Wirkstoffs durch die Schaderreger oder der Aufnahme über behandelte Pflanzenteile.
Resistenzmanagement
Zur Vermeidung von Resistenzbildungen, insbesondere bei intensiv bekämpften Schaderregern wie dem Rapsglanzkäfer oder verschiedenen Blattlausarten, muss LAGERLAND Elite 45 strikt im Wechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (z. B. IRAC-Gruppe 4 oder 9) eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Kultur und Saison gemäß der BVL-Zulassung ist konsequent einzuhalten. Zudem sollten Behandlungen nur bei Überschreitung der wirtschaftlichen Schadensschwellen durchgeführt werden, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen so gering wie möglich zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
LAGERLAND Elite 45 ist physikalisch und biologisch gut mit vielen gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist jedoch stets die Gebrauchsanleitung der jeweiligen Mischpartner zu beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Da das Produkt als Emulsionskonzentrat formuliert ist, ist die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln in der Regel nicht erforderlich. Um Verdunstungsverluste zu minimieren und eine optimale Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten, sollte die Applikation in den kühleren Morgen- oder Abendstunden bei ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Aufgrund der Eigenschaften des Wirkstoffs Deltamethrin ist LAGERLAND Elite 45 als hochtoxisch für aquatische Organismen und nützliche Arthropoden eingestuft. Beim Einsatz sind die vom BVL vorgegebenen Abdriftminderungsklassen sowie die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (NW-Auflagen) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Wildbienen und Honigbienen darf das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Kulturen oder aktiv von Bienen beflogene Flächen ausgebracht werden, es sei denn, die spezifische Zulassung deklariert das Produkt für die konkrete Anwendung als bienenungefährlich. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) für den Anwenderschutz verpflichtend.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerhartweizen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Rüsselkäfer, Tannengallläuse | — | 0.18 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Blattläuse, Schmetterlingsraupen, Weiße Fliegen | — | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Winterroggen | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerportulak | Blattläuse, Schmetterlingsraupen | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommergerste | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerraps | Rapsstängelrüssler, Rapsglanzkäfer | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Kerbel | Blattläuse, Möhrenfliege, Blattfressende Käfer | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommerweichweizen | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Blattläuse, Thripse | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Triticale | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Rapserdfloh | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Radieschen | Erdflöhe (Halticinae) | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Erbse | Blattrandkäfer | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Schmetterlingsraupen, Wanzen, blattminierende Insekten | — | 0.72 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittsellerie | Blattläuse, Möhrenfliege, Blattfressende Käfer | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sauerampfer | Blattläuse, Schmetterlingsraupen | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Schnittpetersilie | Blattläuse, Möhrenfliege, Blattfressende Käfer | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Triticale | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerraps | Rapserdfloh | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Queller, Gemeiner | Blattläuse, Schmetterlingsraupen | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommerhafer | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Blattläuse, Minierfliegen, Weiße Fliegen | — | 0.72 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Rapsstängelrüssler, Rapsglanzkäfer | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Koriander | Blattläuse, Möhrenfliege, Blattfressende Käfer | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommergerste | Blattläuse | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Lein | Thripse | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Gallmücken | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schwarzwurzel | Erdflöhe (Halticinae) | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Winterportulak | Blattläuse, Schmetterlingsraupen | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Wie beeinflusst die Außentemperatur die Wirksamkeit von LAGERLAND Elite 45?
Als Pyrethroid zeigt Deltamethrin eine temperaturabhängige Wirkung und erzielt seine beste Effizienz bei kühleren bis mäßigen Temperaturen (optimal unter 20 °C). Bei starker Hitze und intensiver Sonneneinstrahlung baut sich der Wirkstoff auf der Blattoberfläche schneller ab, weshalb Behandlungen bevorzugt in den kühlen Morgen- oder Abendstunden durchgeführt werden sollten.
Warum ist die Wasseraufwandmenge bei der Anwendung so entscheidend?
Da LAGERLAND Elite 45 ein reines Kontakt- und Fraßgift ohne systemische Wirkung ist, können nur Schaderreger erfasst werden, die direkt mit dem Spritzbelag in Berührung kommen. Eine hohe Wasseraufwandmenge und eine feine Tropfenapplikation sichern eine lückenlose Benetzung aller Pflanzenteile, insbesondere bei dichtem Blattwerk oder versteckt sitzenden Schädlingen wie Thripsen.
Kann LAGERLAND Elite 45 bei nachgewiesener Pyrethroid-Resistenz des Rapsglanzkäfers eingesetzt werden?
In Regionen mit bekannten Resistenzen von Rapsglanzkäfern gegen Pyrethride der IRAC-Klasse 3A ist die Wirkung von LAGERLAND Elite 45 oft stark eingeschränkt. In diesen Fällen sollte auf Insektizide mit anderen Wirkmechanismen ausgewichen werden, um einen Bekämpfungsfehlschlag zu vermeiden und die Resistenzsituation nicht weiter zu verschärfen.
Welche Bedeutung haben die unterschiedlichen Wartezeiten bei diesem Produkt?
Die Wartezeit (PHI) von LAGERLAND Elite 45 variiert je nach Kultur und Verwendungszweck erheblich zwischen 3 und 56 Tagen. Diese Spanne ist gesetzlich festgelegt, um sicherzustellen, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in den Ernteprodukten (wie Getreide, Gemüse oder Raps) vor dem Verzehr oder der Weiterverarbeitung weit unter den zulässigen Grenzwerten liegen.
Ist der Einsatz von LAGERLAND Elite 45 in Wasserschutzgebieten erlaubt?
Der Einsatz in Wasserschutzgebieten ist an strenge behördliche Auflagen gebunden. Aufgrund der hohen Toxizität von Deltamethrin gegenüber aquatischen Organismen müssen die spezifischen Anwendungsbestimmungen und Gewässerabstände der BVL-Zulassung exakt eingehalten werden, um einen Eintrag in das Grund- oder Oberflächenwasser zu verhindern.