Betasana SC
Betasana SC ist ein bewährtes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Kulturen, darunter Zuckerrüben, Futterrüben, Spinat sowie zahlreiche Küchenkräuter und Sonderkulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit und eine einfache Handhabung bei der Dosierung und Abmessung aus.
Der enthaltene Wirkstoff Phenmedipham ist ein Klassiker in der Unkrautbekämpfung und bildet seit Jahrzehnten das Rückgrat von Herbizidstrategien, insbesondere im Rübenanbau. Durch die breite Zulassung in verschiedenen Gemüse- und Kräuterkulturen bietet Betasana SC Anbauern eine flexible Lösung, um empfindliche Kulturen in der kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei zu halten.
Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Da der Wirkstoff hauptsächlich über das Blatt aufgenommen wird, erzielt das Mittel seine beste Wirkung, wenn die Unkräuter sich im Keimblatt- bis maximal Laubblattstadium befinden und aktiv wachsen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Phenmedipham gehört zur chemischen Gruppe der Phenylcarbamate und ist im HRAC-System als Inhibitor der Photosynthese im Photosystem II (HRAC-Gruppe 5) klassifiziert. Er blockiert den Elektronentransport am Plastochinon-Bindepunkt des D1-Proteins in den Thylakoidmembranen der Chloroplasten. Dies führt zu einer Unterbrechung der Kohlendioxid-Assimilation und letztlich zum Absterben der betroffenen Unkrautpflanzen. Da die Aufnahme primär über das grüne Blattgewebe erfolgt, ist eine gute Benetzung der Unkräuter entscheidend. Nach der Absorption zeigt sich die Wirkung zunächst durch Chlorosen (Vergilbungen) an den Blatträndern, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben des Unkrauts innerhalb weniger Tage, begünstigt durch sonniges und warmes Wetter, welches die photosynthetische Aktivität anregt.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, sollte Betasana SC stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Da Phenmedipham der HRAC-Gruppe 5 angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. Bodenherbiziden aus anderen HRAC-Gruppen) in der Fruchtfolge oder in Tankmischungen dringend zu empfehlen. Zudem sollten mechanische Regulierungsmaßnahmen, wo immer möglich, integriert werden, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Betasana SC ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Rüben- und Gemüseherbiziden sowie spezifischen Gräserherbiziden mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Mischungspartner nacheinander im Tank vollständig gelöst werden, wobei Betasana SC meist als eine der ersten Komponenten hinzugefügt wird. Die Zugabe von Formulierungshilfsstoffen oder Ölen kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme bei schwierigen Witterungsbedingungen verbessern, sollte jedoch stets auf die Verträglichkeit der jeweiligen Kultur abgestimmt werden, um phytotoxische Effekte zu vermeiden. Es wird empfohlen, weiches bis mittelschweres Spritzwasser zu verwenden und extreme Temperaturen während der Applikation zu meiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Betasana SC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen und aktiv fliegenden Bienen vermieden werden, um jegliche Risiken für Bestäuber auszuschließen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rosmarin | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Oregano | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–33 | 3 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Garten-Kürbis | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Oregano | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Bleichsellerie | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 14–99 | 6 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Pastinak | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 3 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Salbei | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Futterrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–33 | 3 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Flaschenkürbis | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kerbel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spinat | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Ölkürbis | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsefenchel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Patisson | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Thymian, Gemeiner | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Möhre | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 3 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Majoran | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Bohnenkraut | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dill | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Futterrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–33 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Oregano | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rosmarin | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Riesenkürbis | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–33 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 14–99 | 6 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Zierpflanzen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Salbei | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Spinat und verwandte Arten | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Schnittsellerie | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 3 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Schnittpetersilie | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Zier/Wildkürbis (Cucurbita texana) | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wurzelpetersilie | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 3 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Thymian, Gemeiner | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Moschus-Kürbis | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Zucchini | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | 35T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Betasana SC?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Unkräuter, idealerweise wenn diese sich im Keimblattstadium (BBCH-Stadium 10 bis 12) befinden. Da Phenmedipham ein reiner Blattherbizid-Wirkstoff is, müssen die Unkräuter bereits aufgelaufen sein, um den Wirkstoff optimal über die Blätter aufnehmen zu können.
Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirksamkeit von Betasana SC?
Warmes, sonniges Wetter am Tag der Anwendung beschleunigt die Photosynthese der Unkräuter und verstärkt dadurch die herbizide Wirkung erheblich. Vermeiden Sie jedoch Applikationen bei extremer Hitze (über 25 °C) oder starker Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit, da dies zu vorübergehenden Blattschäden an den Kulturen führen kann. Ideal sind die kühleren Abendstunden.
Kann Betasana SC im sogenannten Splitting-Verfahren angewendet werden?
Ja, das Splitting-Verfahren (Aufteilung der Gesamtaufwandmenge auf mehrere Teilbehandlungen im Abstand von einigen Tagen) ist im Rübenanbau und bei vielen Sonderkulturen Standard. Dies ermöglicht es, neu auflaufende Unkrautwellen jeweils im empfindlichen Keimblattstadium zu erfassen und gleichzeitig die Kultur maximal zu schonen.
Wie verhält sich Betasana SC bezüglich der Wartezeit in Kräuterkulturen?
Die Wartezeit ist je nach Kultur und spezifischer Zulassung sehr unterschiedlich und reicht von 21 bis zu 90 Tagen. Da Kräuter oft frisch verzehrt werden, ist es zwingend erforderlich, die für die jeweilige Kultur (z. B. Dill, Rosmarin oder Thymian) im Zulassungsbescheid festgesetzte Wartezeit exakt einzuhalten, um Rückstände zu vermeiden.
Warum ist die Wasserqualität bei der Ausbringung von Phenmedipham-Produkten wichtig?
Phenmedipham kann in stark alkalischem Spritzwasser (hoher pH-Wert) relativ schnell hydrolysieren, was die herbizide Wirkung abschwächt. Es wird empfohlen, saures bis neutrales Wasser zu verwenden oder bei Bedarf einen geeigneten pH-Puffer bzw. Konditionierer zuzusetzen, um die Stabilität des Wirkstoffs in der Spritzbrühe zu gewährleisten.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine spezifische Kultur?
Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie einfach Ihre Kultur (z. B. 'Spinat' oder 'Zuckerrübe') und den Schaderreger 'Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter' aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive Aufwandmengen und Auflagen anzuzeigen.