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Kultur

Winterportulak

Claytonia perfoliata
CLAPE

Winterportulak (Claytonia perfoliata, EPPO-Code: CLAPE), auch bekannt als Tellerkraut oder Kubaspinat, ist eine wertvolle, extrem frostharte Blattgemüsekultur für den winterlichen Anbau im mitteleuropäischen Raum. Die Kultur gehört zur Familie der Montiaceae und zeichnet sich durch ihre sehr kurzen Entwicklungszeiten bei niedrigen Temperaturen aus. Sie dient Erwerbsgärtnern als ideale Nachkultur im unbeheizten Gewächshaus oder Folientunnel sowie im Freiland, um die winterliche Ernte- und Vermarktungslücke mit frischem Blattgemüse zu schließen.

Die Kultur bildet zunächst grundständige Rosetten aus, bevor sich die charakteristischen, tellerartig verwachsenen Hochblätter entwickeln, aus deren Mitte die kleinen, weißen Blütenstände entspringen. Da Claytonia perfoliata Temperaturen bis weit unter den Gefrierpunkt toleriert, kann sie den gesamten Winter über frisch geerntet werden. Die zarten Blätter und Stiele besitzen einen milden, leicht säuerlich-nussigen Geschmack und sind reich an Vitamin C, Magnesium und Eisen, was sie zu einem gefragten Produkt im Segment der winterlichen Frische-Salate macht.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
September bis Februar
Erntefenster
November bis April
Reihenabstand
15–20 cm
Typischer Ertrag
1,5–2,5 kg/m²
Wärmesumme (GDD)
450 °C
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Winterportulak stellt geringe Ansprüche an den Boden, bevorzugt jedoch humose, lockere und ausreichend feuchte Substrate mit guter Drainage. Eine moderate Stickstoffversorgung ist für ein zügiges Blattwachstum vorteilhaft, allerdings sollte eine Überdüngung vermieden werden, um Nitratakkumulationen in den Blättern während der lichtarmen Wintermonate zu minimieren. Vor der Aussaat empfiehlt sich eine flache Bodenbearbeitung, um ein feinkrümeliges Saatbett zu schaffen, das den feinen Samen optimalen Bodenschluss bietet. Da die Kultur meist in den Wintermonaten wächst, ist der Wasserbedarf aufgrund der geringen Verdunstung moderat, Staunässe muss jedoch zwingend vermieden werden, um Wurzelfäule vorzubeugen. Nach der Ernte hinterlässt die Kultur einen garen Boden, der sich hervorragend für frühe Frühjahrskulturen eignet.

Schaderreger-Management

Aufgrund des Anbaus in der kalten Jahreszeit ist der Druck durch tierische Schädlinge meist gering, jedoch können Schnecken insbesondere im geschützten Anbau unter Folie erhebliche Schäden anrichten. Bei den pilzlichen Schaderregern stehen Grauschimmel (Botrytis cinerea) und Sclerotinia-Arten (Sclerotinia sclerotiorum und Sclerotinia minor) im Vordergrund, die durch feucht-kalte Bedingungen im Gewächshaus stark begünstigt werden. Ein konsequentes Lüftungsmanagement im geschützten Anbau ist daher die wichtigste vorbeugende Maßnahme, um die Bestände trocken zu halten. Gegen auflaufende Unkräuter wie die Gemeine Quecke (Elymus repens) muss mechanisch oder durch eine saubere Vorfrucht vorgegangen werden, da chemische Pflanzenschutzmittel für diese Nischenkultur nur sehr begrenzt zugelassen sind. Der Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln sollte stets streng nach den Vorgaben des BVL und unter Berücksichtigung der Wartezeiten erfolgen.

Sorten

Standard-Auslese

mittelfrüh

1,5–2,2 kg/m²

Anfällig für: Botrytis cinerea, Sclerotinia sclerotiorum

Die am weitesten verbreitete Selektion im deutschen Erwerbsanbau. Zeichnet sich durch hohe Kältetoleranz und gleichmäßigen Wuchs aus.

Filigran

früh

1,2–1,8 kg/m²

Anfällig für: Botrytis cinerea

Feinblättrige, sehr raschwüchsige Selektion, die sich besonders für die Ernte von zarten Babyleaves eignet.

Großblättriger

spät

1,8–2,5 kg/m²

Anfällig für: Sclerotinia sclerotiorum, Sclerotinia minor

Robuste Selektion mit deutlich größeren, fleischigeren Blättern. Bringt hohe Erträge beim ersten Schnitt, regeneriert sich aber etwas langsamer für Folgeschnitte.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich das Risiko von Nitratanreicherungen bei Winterportulak im geschützten Winteranbau minimieren?

Da Winterportulak in den lichtarmen Monaten wächst, neigt die Kultur zur Speicherung von Nitrat. Um dies zu verhindern, sollte die Stickstoffdüngung sehr verhalten erfolgen und vorzugsweise organisch gebundener Stickstoff genutzt werden. Zudem empfiehlt es sich, die Ernte an sonnigen Nachmittagen durchzuführen, da die Kultur unter Lichteinfluss Nitrat aktiv abbaut.

Welche mechanischen Maßnahmen helfen gegen die Gemeine Quecke (Elymus repens) im Beet vor der Aussaat?

Da für Winterportulak kaum selektive Herbizide zugelassen sind, ist die mechanische Unkrautbekämpfung essenziell. Vor der Aussaat sollte ein „falsches Saatbett“ angelegt werden, um auflaufende Unkräuter flach abzuflammen oder flach zu hacken. Bei starkem Besatz mit der Gemeinen Quecke müssen die Rhizome im Sommer durch mehrmaliges Grubbern an die Oberfläche transportiert werden, damit sie dort vertrocknen.

Wie oft kann Winterportulak in einer Saison geschnitten werden und worauf ist dabei zu achten?

Bei optimaler Schnitttechnik kann die Kultur zwei- bis dreimal beerntet werden. Wichtig ist, dass der Schnitt etwa 2 cm über dem Boden erfolgt, damit das Herzblatt und die Vegetationspunkte unverletzt bleiben. Dies sichert einen raschen Wiederaustrieb für den Folgeschnitt.

Welche klimatischen Bedingungen begünstigen den Befall mit Sclerotinia-Arten im Folientunnel?

Sclerotinia sclerotiorum und Sclerotinia minor gedeihen besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit und stehender Luft im geschützten Anbau. Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C in Kombination mit tropfnassen Blättern beschleunigen die Infektion. Ein konsequentes First- und Seitenlüften selbst an kalten Tagen ist die effektivste Vorbeugung.

Wie finde ich aktuell in Deutschland zugelassene Pflanzenschutzmittel für Winterportulak auf agronomy.farmable.tech?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Pflanzenschutz-Hub und filtern Sie nach der Kulturgruppe „Frische Kräuter“ oder direkt nach „Winterportulak“. Achten Sie darauf, dass viele Zulassungen über den Paragrafen 22 Absatz 2 (Lückenindikation) des Pflanzenschutzgesetzes geregelt sind, und prüfen Sie stets die aktuellen Anwendungsbestimmungen des BVL.