AMISTAR Era 240 EC
AMISTAR Era 240 EC ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, kombiniert dieses Fungizid zwei bewährte Wirkstoffe, um sowohl protektiven als auch kurativen Schutz zu bieten. Es sichert Ertrag und Qualität in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Triticale sowie Winter- und Sommerraps.
Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger wie Rostpilze (Gelb- und Braunrost), Septoria-Arten, Netzflecken, Rhynchosporium sowie wirtschaftlich verheerende Krankheiten wie Fusarium-Arten im Getreide und Sclerotinia (Weißstängeligkeit) sowie Alternaria (Rapsschwärze) im Raps. Durch die ausgewogene Kombination der Wirkstoffe bietet das Produkt eine hervorragende Dauerwirkung und Vitalisierungseffekte (Greening-Effekt), die die Stresstoleranz der Kulturen verbessern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirksamkeit von AMISTAR Era 240 EC basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner aktiven Komponenten. Azoxystrobin gehört zur Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Es verzögert die Schließung der mitochondrialen Atmungskette am Komplex III, wodurch die Energieproduktion (ATP) der Pilzzellen blockiert wird. Dies unterbindet die Sporenkeimung und das Myzelwachstum hocheffektiv. Zudem bewirkt Azoxystrobin physiologische Effekte in der Kultur, wie eine verzögerte Alterung und eine verbesserte Stickstoffausnutzung. Prothioconazol, ein Wirkstoff aus der Klasse der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3, DMI-Fungizide), greift an einer anderen Stelle in den Stoffwechsel der Schaderreger ein. Es hemmt die C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran der Pilze ihre Struktur und Funktion, was zum Absterben des Pathogens führt. Diese Kombination aus systemischer Verteilung und unterschiedlichen Angriffspunkten sorgt für eine schnelle kurative und langanhaltende protektive Wirkung.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du AMISTAR Era 240 EC stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie einsetzen. Da das Produkt bereits zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (FRAC 11 und FRAC 3) kombiniert, ist das inhärente Risiko minimiert. Dennoch ist es wichtig, die maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison nicht zu überschreiten und das Mittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffgruppen ohne Kreuzresistenz einzusetzen. Vermeide rein kurative Behandlungen bei starkem Befallsdruck, um selektiven Druck auf die Erregerpopulationen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
AMISTAR Era 240 EC zeigt sich im Allgemeinen sehr gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen. Die Zugabe von Additiven ist meist nicht erforderlich, kann aber unter extremen Witterungsbedingungen die Benetzung optimieren. Vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder Frostgefahr, um Phytotoxizität in den Kulturen auszuschließen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit AMISTAR Era 240 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, während der Anmischung und Anwendung obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielorganismen sind Abdriftminderungsauflagen und Abstandsregelungen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände während des aktiven Bienenflugs verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerroggen | Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum, Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wintergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterhartweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wintertriticale | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterweichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wintergerste | Zwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerweichweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerhartweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterraps | Alternaria brassicae, Sclerotinia sclerotiorum | 59–69 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommerweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterroggen | Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum, Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerhartweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerraps | Alternaria brassicae, Sclerotinia sclerotiorum | 59–69 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommerhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerweichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterweichweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia im Raps?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt in der Vollblüte (BBCH 61 bis 65), wenn die ersten Blütenblätter abfallen. Da die Sporen von Sclerotinia sclerotiorum oft über abfallende Blütenblätter in die Blattachseln gelangen und dort infizieren, schützt eine Applikation in dieser Phase deine Kultur am effektivsten vor Stängelfäule.
Wie profitiert meine Kultur vom sogenannten 'Greening-Effekt' dieses Pflanzenschutzmittels?
Durch den enthaltenen Wirkstoff Azoxystrobin wird die Ethylenbildung in der Kultur gehemmt. Dies verzögert den Alterungsprozess der Blätter, hält sie länger grün und aktiv assimilierend. Dadurch kann deine Kultur auch unter Trockenstress oder Hitze länger Photosynthese betreiben, was sich positiv auf das Tausendkorngewicht und den Ertrag auswirkt.
Kann ich AMISTAR Era 240 EC auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?
Ja, das Produkt kann ab dem BBCH-Stadium 30 eingesetzt werden. Während der Triazol-Anteil (Prothioconazol) für eine optimale systemische Verteilung Temperaturen von über 8–10 °C bevorzugt, wirkt der Strobilurin-Anteil (Azoxystrobin) auch bei kühleren Temperaturen gut protektiv. Für eine optimale kurative Systemwirkung solltest du jedoch auf wüchsiges Wetter mit moderaten Temperaturen achten.
Warum ist die Kombination aus Azoxystrobin und Prothioconazol so wichtig für das Resistenzmanagement?
Die beiden Wirkstoffe greifen an völlig unterschiedlichen Stellen im Stoffwechsel der Pilze an (Atmungskette vs. Sterolbiosynthese). Sollte ein Schaderreger eine verminderte Sensitivität gegenüber einer Wirkstoffklasse aufweisen, wird er in der Regel durch den zweiten Partner zuverlässig erfasst. Dies verhindert die Selektion und Ausbreitung resistenter Pilzstämme in deinem Bestand.
Was muss ich bei der Wartezeit bis zur Ernte beachten?
Die einzuhaltende Wartezeit variiert je nach Kultur und Anwendungszeitpunkt zwischen 35 und 56 Tagen. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung und der Ernte zwingend einhalten, um sicherzustellen, dass eventuelle Rückstände im Erntegut die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschreiten. Plane deine Abschlussbehandlung daher vorausschauend ein.
Wie verhalte ich mich, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?
AMISTAR Era 240 EC ist dank seiner Formulierung als emulgierbares Konzentrat (EC) schnell regenfest. In der Regel ist der Wirkstofffilm bereits nach ca. ein bis zwei Stunden so weit angetrocknet und in die Wachsschicht der Blätter eingedrungen, dass nachfolgender Regen die Wirksamkeit nicht mehr signifikant beeinträchtigt. Bei unmittelbar bevorstehendem Starkregen solltest du die Behandlung jedoch verschieben.