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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

Balista Super

BVL Zul.-Nr. 00A501-60

Balista Super ist ein hochselektives, systemisches Nachauflauf-Herbizid von Nufarm Deutschland GmbH zur gezielten Bekämpfung von einjährigen und mehrjährigen einkeimblättrigen Unkräutern sowie Ausfallgetreide. Als Pflanzenschutzmittel ist es für den Einsatz in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Winterraps, Zuckerrüben, Futterrüben und verschiedenen Leguminosen zugelassen.

Formuliert als Emulsionskonzentrat (EC) mit dem bewährten Wirkstoff Fluazifop-P (150 g/l), zeichnet sich das Produkt durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter und eine anschließende systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus. Dies ermöglicht auch eine nachhaltige Wirkung gegen schwer bekämpfbare, ausdauernde Schadgräser, die über unterirdische Ausläufer regenerieren.

Dank seines flexiblen Anwendungsfensters und der hervorragenden Kulturverträglichkeit ist Balista Super ein unverzichtbarer Baustein im modernen Pflanzenbau, um Konkurrenz durch Ungräser frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial der Kulturen abzusichern.

Wirkstoffe

Fluazifop-P
150 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Balista Super enthaltene Wirkstoff Fluazifop-P gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (auch bekannt als „Fops“) und ist in die HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein und wird systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) transportiert. Dort blockiert er die Bildung von Lipiden, die für den Aufbau von Zellmembranen essenziell sind. Innerhalb weniger Tage stellt das Schadgras sein Wachstum ein. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen der jüngsten Blätter und Herzfäule führen schließlich zum vollständigen Absterben des Schaderregers innerhalb von zwei bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen bei wirtschaftlich bedeutenden Schadgräsern wie Ackerfuchsschwanz oder Windhalm vorzubeugen, muss Balista Super in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) ist zu vermeiden. Stattdessen sollten in der Fruchtfolge Wirkstoffe mit alternativen Wirkungsmechanismen (wie HRAC-Gruppe 15 oder Bodenherbizide) integriert werden. Zudem unterstützen pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, mechanische Bodenbearbeitung und die Förderung der Konkurrenzkraft der Kultur den langfristigen Erhalt der Wirkstoffeffizienz.

Mischbarkeit & Tankmischung

Balista Super zeigt eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden. Bei geplanten Tankmischungen mit spezifischen Dikotylen-Herbiziden (insbesondere Sulfonylharnstoffen oder Wuchsstoffen) kann jedoch ein antagonistischer Effekt auftreten, welcher die Gräserwirkung beeinträchtigt. In solchen Fällen wird empfohlen, die Behandlungen zeitlich versetzt mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 3 bis 5 Tagen durchzuführen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte die Anwendung bei hoher Luftfeuchtigkeit und moderaten Temperaturen in den Morgen- oder Abendstunden erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Balista Super sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien zum Anwenderschutz strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen müssen die vorgegebenen Abdriftminderungsklassen und länderspezifischen Mindestabstände zu Oberflächengewässern genau beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden, um Nichtzielorganismen im Biotopverbund zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–350.8 LITER_PER_HECTARE56T
SenfEinkeimblättrige Unkräuter11–501.25 LITER_PER_HECTARE90T
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide12–500.8 LITER_PER_HECTARE90T
SenfEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–500.8 LITER_PER_HECTARE90T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–350.8 LITER_PER_HECTARE56T
Lupine-ArtenEinkeimblättrige Unkräuter32–501.6 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeStraußgras-Arten, Gemeine Quecke11–352.5 LITER_PER_HECTARE56T
Lupine-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide32–500.8 LITER_PER_HECTARE90T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter34–511.25 LITER_PER_HECTARE90T
MohnEinkeimblättrige Unkräuter10–501.6 LITER_PER_HECTARE90T
MohnEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide10–500.8 LITER_PER_HECTARE90T
ZuckerrübeStraußgras-Arten, Gemeine Quecke11–352.5 LITER_PER_HECTARE56T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide32–500.8 LITER_PER_HECTARE90T
LeinEinkeimblättrige Unkräuter12–501.25 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneEinkeimblättrige Unkräuter32–501.6 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsEinkeimblättrige Unkräuter10–501.6 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide10–500.8 LITER_PER_HECTARE90T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Ausfallgetreide mit Balista Super?

Der beste Bekämpfungszeitpunkt liegt vor, wenn das Ausfallgetreide aktiv wächst und sich im Stadium BBCH 12 bis 29 (2-Blatt-Stadium bis Ende der Bestockung) befindet. In dieser Phase ist die Wirkstoffaufnahme besonders intensiv, was zu einer schnellen und vollständigen Abtötung führt.

Wie beeinflussen extreme Witterungsbedingungen die Wirkung des Herbizids?

Trockenheit, extreme Hitze oder Frost führen dazu, dass Schadgräser eine dickere Wachsschicht (Kutikula) ausbilden und ihren Stoffwechsel verlangsamen. Dies reduziert die Wirkstoffaufnahme erheblich. Die Anwendung sollte daher nur bei wüchsigem Wetter mit ausreichender Boden- und Luftfeuchtigkeit erfolgen.

Was muss bei der Bekämpfung der Gemeinen Quecke beachtet werden?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke müssen die Pflanzen eine ausreichende Blattfläche gebildet haben (ca. 15–20 cm Wuchshöhe), damit genügend Wirkstoff aufgenommen und in das unterirdische Rhizomsystem transportiert werden kann. Eine Bodenbearbeitung sollte erst frühestens zwei Wochen nach der Behandlung durchgeführt werden.

Wie schnell ist Balista Super nach der Anwendung regenfest?

Dank der schnellen Penetration des Wirkstoffs Fluazifop-P in das Blattgewebe ist das Pflanzenschutzmittel bereits etwa eine Stunde nach der Applikation regenfest. Nachfolgende Niederschläge beeinträchtigen die Selektivität und die biologische Wirksamkeit nicht mehr.

Warum sollte man bei Mischungen mit Breitband-Herbiziden vorsichtig sein?

Mischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter (z. B. Clopyralid oder Sulfonylharnstoffe) können die Aufnahme von Fluazifop-P stören (Antagonismus). Um Wirkungsverluste bei den Gräsern zu vermeiden, ist eine Solo-Anwendung von Balista Super oder ein zeitlicher Abstand von einigen Tagen zu anderen Herbizidspritzungen ratsam.

Wie finde ich heraus, ob Balista Super für meine spezifische Kultur zugelassen ist?

Die zugelassenen Kulturen (wie Zuckerrübe, Winterraps oder Ackerbohne) und die dazugehörigen Wartezeiten sind im oberen Bereich dieser Produktseite im Detail aufgelistet. Für weitere Spezialkulturen können Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech nutzen.