Bollwark Xtra
Bollwark Xtra ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums pilzlicher Schaderreger in Getreide- und Rapskulturen. Als flüssiges Kombinationspräparat vereint es zwei bewährte Wirkstoffe, um sowohl präventiven Schutz als auch kurative Heilungswirkung zu erzielen. Das Produkt ist beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter der Registriernummer 00B133-60 zugelassen und hat sich als verlässlicher Baustein im modernen Ackerbau etabliert.
Die Formulierung ist speziell darauf ausgelegt, eine schnelle Wirkstoffaufnahme und eine langanhaltende Verteilung auf der Blattoberfläche zu gewährleisten. Dadurch schützt Bollwark Xtra die Kultur effektiv vor ertragsmindernden Blatt- und Ährenkrankheiten im Getreide sowie vor kritischen Stängel- und Blüteninfektionen im Raps. Dank des breiten Anwendungsfensters lässt sich die Behandlung optimal an den Infektionsdruck und die Bestandesentwicklung anpassen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirksamkeit von Bollwark Xtra basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen. Azoxystrobin gehört zur Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, QoI-Inhibitoren). Es blockiert den Elektronentransport in den Mitochondrien der Pilzzellen, wodurch die Energieversorgung der Schaderreger zusammenbricht. Dieser Wirkstoff zeichnet sich durch ausgeprägte protektive Eigenschaften aus, hemmt die Sporenkeimung und sorgt zudem für den bekannten physiologischen „Grüneffekt“, der die Stresstoleranz der Kultur erhöht. Der zweite Partner, Prothioconazol, ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3, DMI-Inhibitoren). Er greift in die Sterol-Biosynthese der Pilze ein und stört die Integrität der Zellmembranen. Prothioconazol verteilt sich systemisch in der Kultur und bietet eine starke kurative sowie eradikative Wirkung, wodurch bereits bestehende, unsichtbare Infektionen im Gewebe erfolgreich gestoppt werden.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen nachhaltig vorzubeugen, nutzt Bollwark Xtra die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (FRAC-Gruppen 3 und 11). Dennoch erfordert ein verantwortungsvolles Resistenzmanagement, die Anzahl der Anwendungen pro Saison auf das registrierte Maß zu beschränken. Im Rahmen einer integrierten Spritzfolge sollte Bollwark Xtra im Wechsel mit Fungiziden eingesetzt werden, die andere Wirkstoffklassen enthalten – wie beispielsweise Carboxamide (SDHI, FRAC-Gruppe 7) oder multisite-aktive Kontaktwirkstoffe –, um den Selektionsdruck auf Erreger wie die Septoria-Blattdürre oder Netzflecken zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bollwark Xtra weist eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln auf. Es kann in der Praxis problemlos mit den meisten Wachstumsreglern, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern kombiniert werden, die für die jeweiligen Kulturen zugelassen sind. Bei der Herstellung von Tankmischungen wird empfohlen, die Spritzbrühe zügig auszubringen und vorab eine Mischprobe im kleinen Maßstab durchzuführen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffverteilung im Bestand ist eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 300 l/ha ideal, wobei extreme Hitzeperioden bei der Applikation gemieden werden sollten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Bollwark Xtra ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz lückenlos zu gewährleisten. Aufgrund der Eigenschaften der enthaltenen Wirkstoffe ist das Mittel als gewässergefährdend eingestuft. Daher müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen (NW- und NT-Auflagen) zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt eingehalten werden, um aquatische Organismen und die umliegende Flora und Fauna zu schützen. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerweichweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wintergerste | Zwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerhartweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterhartweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterraps | Alternaria brassicae, Sclerotinia sclerotiorum | 59–69 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Winterroggen | Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum, Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterhartweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wintertriticale | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerhartweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerweichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerroggen | Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum, Rhynchosporium secalis | 30–59 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sommerraps | Alternaria brassicae, Sclerotinia sclerotiorum | 59–69 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 56T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia im Raps?
Die Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum (Stängelfäule) im Raps sollte präventiv während der Hauptblüte (BBCH 63 bis 65) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen, wo sie dem Pilz als Nährboden dienen. Eine Applikation in dieser Phase schützt die Kultur optimal vor dem Eindringen des Myzels.
Welche physiologischen Effekte hat der Wirkstoff Azoxystrobin auf die Kultur?
Azoxystrobin bewirkt den sogenannten „Grüneffekt“ (Greening-Effekt). Durch die Hemmung der Ethylenbildung in der Kultur wird die Blattseneszenz verzögert. Die Blätter bleiben länger grün und assimilationsaktiv, was die CO2-Aufnahme und die Wassernutzungseffizienz verbessert. Dies hilft den Pflanzen, Trocken- und Hitzestress in den Sommermonaten besser zu überstehen.
Wie schnell ist Bollwark Xtra nach der Ausbringung regenfest?
Dank der schnellen systemischen Aufnahme von Prothioconazol und der guten Haftung von Azoxystrobin auf der Wachsschicht der Blätter ist der Spritzbelag bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach dem Antrocknen regenfest. Einsetzender Regen nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die biologische Wirksamkeit des Mittels nicht mehr.
Kann Bollwark Xtra bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?
Für eine optimale systemische Verteilung von Prothioconazol in der Kultur sind Temperaturen ab ca. 8 °C bis 10 °C und aktives Wachstum der Pflanzen erforderlich. Bei sehr kühlen Temperaturen verzögert sich die Wirkung, weshalb die Anwendung vorzugsweise an milden, wüchsigen Tagen stattfinden sollte.
Wie verhält sich das Produkt bezüglich der Mischbarkeit mit Wachstumsreglern?
Bollwark Xtra ist im Getreide generell gut mit gängigen Wachstumsreglern (z. B. auf Basis von Chlormequat-Chlorid, Prohexadion-Calcium oder Trinexapac-Ethyl) mischbar. Bei Mischungen in gestressten Beständen (z. B. durch Frost oder Trockenheit) sollte jedoch vorsichtig agiert werden, um Kulturverträglichkeitsprobleme zu vermeiden.