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Sonstige · Finchimica S.p.A.

CLETHOFIN 240

BVL Zul.-Nr. 00A801-00

CLETHOFIN 240 ist ein hochselektives, systemisches Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und der Gemeinen Quecke. Als Emulsionskonzentrat formuliert, dringt der Wirkstoff Clethodim schnell in die Blätter der Schadgräser ein und wird systemisch bis in die Wurzeln und Rhizome transportiert. Dies macht das Pflanzenschutzmittel zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Acker- und Sonderkulturbau.

Das Zulassungsspektrum umfasst wichtige zweikeimblättrige Kulturen wie Kartoffeln, Winterraps, Zucker- und Futterrüben sowie Erdbeeren und verschiedene Gehölze im Zierpflanzenbau. Da der Wirkstoff ausschließlich auf einkeimblättrige Pflanzen wirkt, zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit in den zugelassenen breitblättrigen Kulturen aus. Selbst unter schwierigen Witterungsbedingungen zeigt CLETHOFIN 240 eine verlässliche Wirkung gegen einjährige Schadgräser und ausdauernde Problemunkräuter.

Wirkstoffe

Clethodim
240 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Clethodim gehört zur chemischen Klasse der Cyclohexandione (DIMs) und wird der HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase) in einkeimblättrigen Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Fettsäuresynthese, die wiederum für den Aufbau von Zellmembranen im Bildungsgewebe (Meristem) der Gräser benötigt wird. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine strukturell andere ACCase, die durch den Wirkstoff nicht beeinträchtigt wird, was die hohe Selektivität erklärt. Nach der Aufnahme über die Blätter wird Clethodim rasch akropetal und basipetal in die Wachstumszonen der Triebe und Wurzeln transportiert. Bereits wenige Tage nach der Anwendung stagniert das Wachstum der Schadgräser. Die jüngsten Blätter verfärben sich nekrotisch und lassen sich leicht aus der Blattscheide ziehen. Schließlich stirbt die gesamte Pflanze innerhalb von zwei bis drei Wochen vollständig ab.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Schadgräsern (insbesondere bei Ackerfuchsschwanz und Windhalm) wirksam vorzubeugen, solltest du CLETHOFIN 240 stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Vermeide den ausschließlichen und wiederholten Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Nutze stattdessen im Fruchtfolge-Verlauf Wirkstoffe mit anderen Wirkungsmechanismen und kombiniere chemische Maßnahmen mit pflanzenbaulichen Methoden wie einer abwechslungsreichen Fruchtfolge, angepassten Aussaatterminen und mechanischer Bodenbearbeitung.

Mischbarkeit & Tankmischung

CLETHOFIN 240 ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei Mischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter (z. B. Wuchsstoffe oder Sulfonyle), kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. Um die Aufnahme des Wirkstoffs zu optimieren, wird häufig der Zusatz eines geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Additivs (Formulierungsöls) angeraten. Achte darauf, die Spritzbrühe stets zügig auszubringen und vorab eine Mischprobe auf physikalische Kompatibilität durchzuführen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit CLETHOFIN 240 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Schutzbrille, bei der Anmischung und Anwendung obligatorisch. Da keine spezifische B-Klassifizierung für Bienen im Datensatz vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen und Abdriften auf blühende Unterkulturen oder Unkräuter vermeiden; eine Applikation in den Abendstunden ist materialschonend und bienenfreundlich. Um Gewässer und aquatische Organismen vor Einträgen zu schützen, sind die gesetzlichen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–190.5 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE
NadelholzEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
LaubholzEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE28T
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE
KartoffelGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE60T
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung gegen die Gemeine Quecke mit CLETHOFIN 240?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke solltest du warten, bis diese ausreichend Blattmasse gebildet hat (meist bei einer Wuchshöhe von 15–20 cm, entsprechend BBCH 13 bis 29). Nur so kann genügend Wirkstoff aufgenommen und systemisch in die unterirdischen Rhizome transportiert werden, um den Wiederaustrieb nachhaltig zu verhindern.

Kann ich CLETHOFIN 240 bei Frost oder extremer Hitze anwenden?

Nein, du solltest extreme Witterungsbedingungen meiden. Bei Frost oder Temperaturen über 25 °C sowie starker Sonneneinstrahlung ist die Wachstumsaktivität der Gräser gehemmt, was die Wirkstoffaufnahme drastisch reduziert. Optimal sind milde, wüchsige Tage mit ausreichender Luftfeuchtigkeit.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit (PHI) bei diesem Produkt so wichtig?

Die zugelassene Wartezeit von 28 bis 60 Tagen (je nach Kultur) stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in den Ernteprodukten (wie Kartoffeln oder Raps) weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Plane deine Anwendung daher frühzeitig im erlaubten BBCH-Fenster ein.

Benötige ich für die Anwendung von CLETHOFIN 240 zwingend ein Zusatzmittel (Additiv)?

Ja, die Zugabe eines geeigneten, vom Hersteller empfohlenen pflanzenölbasierten Additivs oder Netzmittels ist meist erforderlich, um die Wachsschicht der Gräserblätter zu durchdringen. Dies sichert eine schnelle und vollständige Wirkstoffaufnahme, besonders unter trockenen Bedingungen.

Wie erkenne ich, ob CLETHOFIN 240 auf den Schadgräsern wirkt?

Erste Symptome zeigen sich nach etwa 7 bis 10 Tagen. Das Wachstum stoppt sofort, die jüngsten Herzblätter verfärben sich gelblich bis rötlich-braun und sterben ab. Wenn du leicht an den inneren Blättern ziehst, lassen sich diese mühelos aus dem Stängel herausziehen.

Kann ich CLETHOFIN 240 in Mischung mit Breitblatt-Herbiziden ausbringen?

Davon wird im Allgemeinen abgeraten. Mischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter können zu antagonistischen Effekten führen, wodurch die Wirkung gegen Gräser deutlich abfällt. Halte bei aufeinanderfolgenden Behandlungen idealerweise einen zeitlichen Abstand von mehreren Tagen ein.