CLETHOFIN 240
CLETHOFIN 240 ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) und der Gemeinen Quecke in einer Vielzahl zweikeimblättriger Kulturen wie Kartoffeln, Raps, Rüben und Leguminosen. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter und eine zuverlässige systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus.
Das Produkt bietet Landwirten eine flexible Lösung zur Bereinigung von verunkrauteten Beständen im Nachauflauf. Durch die schnelle Wirkstoffaufnahme ist das Herbizid bereits kurze Zeit nach der Applikation regenfest, was die Anwendungssicherheit auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen erheblich steigert. Es bekämpft sowohl einjährige Schadgräser als auch ausdauernde Arten wie die Gemeine Quecke effektiv bis in die Wurzelspitzen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Clethodim gehört zur chemischen Gruppe der Cyclohexandione (DIMs) und ist als ACCase-Inhibitor klassifiziert (HRAC-Gruppe 1). Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockierung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäurebiosynthese in einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine unempfindliche Form dieses Enzyms, was die hervorragende Selektivität des Mittels erklärt. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird Clethodim systemisch akropetal und basipetal in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) sowie in die Rhizome der Schadgräser transportiert. Innerhalb weniger Tage nach der Behandlung stockt das Wachstum der Ungräser. Die jüngsten Blätter verfärben sich nekrotisch und sterben ab, gefolgt vom vollständigen Absterben der gesamten Schadpflanze innerhalb von zwei bis drei Wochen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen bei Schadgräsern (insbesondere bei Acker-Fuchsschwanz und Windhalm) vorzubeugen, muss CLETHOFIN 240 strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Der wiederholte, alleinige Einsatz von ACCase-Inhibitoren (HRAC 1) auf derselben Fläche ist zu vermeiden. Stattdessen sollten Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen in der Fruchtfolge abgewechselt oder in Tankmischungen kombiniert werden. Zudem unterstützen pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung die langfristige Erhaltung der Wirkstoffeffizienz.
Mischbarkeit & Tankmischung
CLETHOFIN 240 ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere Wuchsstoffen oder sulfonylharnstoffhaltigen Produkten, kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme wird dringend empfohlen, die Anwendung in Kombination mit einem vom Hersteller empfohlenen Additiv (z. B. auf Rapsölbasis) durchzuführen. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen sollte stets eine Mischbarkeitsprobe auf physikalische Verträglichkeit durchgeführt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CLETHOFIN 240 ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zu tragen. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft; daher sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen strikt zu beachten, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Für Honigbienen ist das Mittel bei sachgerechter Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–19 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Baumschulgehölzpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Gemeine Quecke | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Gemeine Quecke | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Gemeine Quecke | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Erdbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit CLETHOFIN 240 gegen die Gemeine Quecke?
Die Gemeine Quecke wird am besten bekämpft, wenn sie genügend Blattmasse zur Wirkstoffaufnahme gebildet hat. Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt vor, wenn die Quecke eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht hat und sich im aktiven Wachstum befindet. Dies stellt sicher, dass ausreichend Wirkstoff in die Rhizome transportiert wird.
Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von CLETHOFIN 240?
Für eine optimale Wirkung sind wüchsige Wetterbedingungen mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C sowie eine ausreichende Luftfeuchtigkeit ideal. Unter extremen Bedingungen wie anhaltender Trockenheit, Frost oder starker Hitze ist die Wachstumsaktivität der Schadgräser gehemmt, was die Wirkstoffaufnahme und -leitung beeinträchtigen kann.
Warum wird die Zugabe eines Additivs (Formulierungshilfsmittels) empfohlen?
Clethodim benötigt eine gute Penetration der oft wachshaltigen Blattoberfläche von Schadgräsern. Die Zugabe eines geeigneten Additivs (z. B. eines mineralischen oder pflanzlichen Öls) verbessert die Benetzung, verringert die Abdrift und beschleunigt das Eindringen des Wirkstoffs in das Blattgewebe, was besonders bei ungünstiger Witterung die Wirkung absichert.
Kann CLETHOFIN 240 in allen zugelassenen Kulturen während der gesamten Vegetationsperiode eingesetzt werden?
Nein, die Anwendung ist an spezifische BBCH-Stadien der jeweiligen Kultur gebunden (generell BBCH 12 bis 39) und muss die vorgeschriebenen Wartezeiten bis zur Ernte strikt berücksichtigen. Details zu den kulturspezifischen Fenstern sind den offiziellen Zulassungsdokumenten zu entnehmen.
Wie verhält sich CLETHOFIN 240 bei Regen kurz nach der Spritzung?
Dank der schnellen Absorption durch die Blätter ist CLETHOFIN 240 bereits etwa ein bis zwei Stunden nach der Applikation regenfest. Ein Regenschauer nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die herbizide Wirkung auf die Schadgräser in der Regel nicht mehr.
Wie erkenne ich, ob die Behandlung gegen die Schadgräser erfolgreich war?
Erste Symptome zeigen sich nach etwa 7 bis 10 Tagen. Das Wachstum der Gräser stoppt, und die jüngsten Herzblätter verfärben sich gelblich bis rötlich-braun und lassen sich leicht aus der Blattscheide ziehen. Das vollständige Absterben der Schadpflanzen zieht sich über einen Zeitraum von 2 bis 3 Wochen hin.