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DIRECTOR

BVL Zul.-Nr. 00B258-00

DIRECTOR ist ein hochselektives, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Winter- und Sommergetreidekulturen. Als flüssige Formulierung lässt sich das Herbizid hervorragend dosieren und zeichnet sich durch eine exzellente Kulturverträglichkeit aus. Der Schwerpunkt der Wirkung liegt auf wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern im Getreidebau, insbesondere dem schwer bekämpfbaren Kletten-Labkraut.

Das Produkt bietet Landwirten eine enorme Flexibilität in der Frühjahrsanwendung. Der registrierte Anwendungszeitraum erstreckt sich über eine breite Spanne der vegetativen Entwicklung der Kulturen, sodass Behandlungen optimal auf das Auflaufen der Unkräuter und die Befahrbarkeit der Flächen abgestimmt werden können. Selbst bei kühleren Frühjahrstemperaturen zeigt das Mittel eine zuverlässige Wirkung.

Dank seiner modernen Formulierung und der schnellen Wirkstoffaufnahme ist DIRECTOR ein unverzichtbarer Baustein in modernen Spritzfolgen. Es schont die Kultur und sorgt für unkrautfreie Bestände, was die Ertragsbildung und die Erntequalität der Getreidekulturen nachhaltig sichert.

Wirkstoffe

Florasulam
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in DIRECTOR enthaltene Wirkstoff Florasulam gehört zur chemischen Klasse der Triazolopyrimidine und ist als ALS-Hemmer klassifiziert (HRAC-Gruppe 2). Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockierung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in der Pflanze unerlässlich ist. Ohne diese Aminosäuren kommt die Zellteilung in den Wachstumszonen der Unkräuter schnell zum Erliegen. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und in geringem Maße auch über die Wurzeln aufgenommen. Er verteilt sich systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in der gesamten Pflanze und reichert sich in den meristematischen Geweben an. Erste Symptome wie Wachstumsstopp, Chlorosen an den Vegetationspunkten und anschließende Nekrosen zeigen sich je nach Witterung nach wenigen Tagen, bis das empfindliche Unkraut schließlich vollständig abstirbt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen bei empfindlichen Schaderregern vorzubeugen, muss DIRECTOR im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Da Florasulam der HRAC-Gruppe 2 angehört, sollte die Anwendung dieses Pflanzenschutzmittels stets mit mechanischen Maßnahmen, einer weiten Fruchtfolge und dem gezielten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. synthetischen Auxinen oder Photosynthesehemmern) kombiniert werden. Einseitige, wiederholte Behandlungen mit ALS-Hemmern auf derselben Fläche sind strikt zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

DIRECTOR weist eine hervorragende Mischbarkeit mit einer Vielzahl von gängigen Fungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern (wie AHL) auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Spritze zunächst mindestens zur Hälfte mit Wasser gefüllt wird, bevor die einzelnen Komponenten nacheinander unter ständigem Rühren beigegeben werden. Die Anwendung sollte in ausreichenden Wassermengen erfolgen, um eine lückenlose Benetzung der Schaderreger zu gewährleisten, wobei extreme Hitzeperioden oder Frostgefahr während der Behandlung zu meiden sind.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von DIRECTOR sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz und zum Schutz des Naturhaushalts einzuhalten. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung ist obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielpflanzen sind die spezifischen Abstandsauflagen und driftmindernde Düsen zu berücksichtigen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Beständen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterhartweizenKletten-Labkraut30–390.125 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.075 LITER_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut30–390.125 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.075 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut30–390.125 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.075 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.075 LITER_PER_HECTARE
DinkelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.075 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleKletten-Labkraut30–390.125 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.075 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–290.1 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenKletten-Labkraut30–390.125 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit DIRECTOR gegen Kletten-Labkraut?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich das Kletten-Labkraut im aktiven Wachstum befindet und noch relativ klein ist (idealerweise im 2- bis 6-Quirl-Stadium). Dank der geringen Temperaturabhängigkeit des Wirkstoffs kann die Behandlung bereits bei niedrigen Temperaturen ab ca. 5 °C im zeitigen Frühjahr erfolgen, sobald die Vegetation einsetzt.

Kann DIRECTOR auch bei drohenden Spätfrösten eingesetzt werden?

Obwohl der Wirkstoff Florasulam auch bei kühlen Temperaturen stabil bleibt, sollte die Anwendung nicht unmittelbar vor oder während Frostperioden erfolgen. Die Kulturen müssen sich in einem physiologisch aktiven Zustand befinden, um den Wirkstoff metabolisch abbauen zu können, da es andernfalls zu vorübergehenden Wachstumsstockungen kommen kann.

Welche Nachkulturen können nach dem Einsatz von DIRECTOR angebaut werden?

Nach der regulären Ernte der mit DIRECTOR behandelten Kulturen können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst alle üblichen Kulturen wie Winterraps oder Wintergetreide angebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur aufgrund von Auswinterung oder Schäden ist nach einer tiefen, wendenden Bodenbearbeitung der Nachbau von Sommergetreide, Mais oder Gräsern in der Regel problemlos möglich.

Ist der Zusatz von Netzmitteln oder Additiven bei der Anwendung ratsam?

In der Regel ist die Formulierung von DIRECTOR bereits für eine optimale Benetzung optimiert. Unter extrem trockenen Bedingungen oder bei einer sehr dicken Wachsschicht auf den Unkrautblättern kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels oder Öls die Wirkstoffaufnahme und damit die biologische Effektivität gegen schwer benetzbare Schaderreger jedoch spürbar verbessern.

Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bezüglich der Regenfestigkeit?

Aufgrund der schnellen systemischen Aufnahme von Florasulam ist DIRECTOR bereits etwa eine Stunde nach der Applikation regenfest. Niederschläge, die nach diesem Zeitraum fallen, beeinträchtigen die Herbizidwirkung auf die Zielunkräuter nicht mehr.