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OTHER · BASF SE

Empartis

BVL Zul.-Nr. 035203-60

Empartis ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid von BASF SE, das speziell für den Schutz anspruchsvoller Kulturen im Ackerbau, Weinbau und Zierpflanzenbau entwickelt wurde. Als moderne Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger zuverlässig zu kontrollieren. Zu den Hauptzielorganismen gehören unter anderem Echte Mehltaupilze, Septoria-Arten, Rostpilze sowie die Halmbruch- und Netzfleckenkrankheit.

Durch seine vielseitige Zulassung in Kulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Triticale sowie im Weinbau und bei Zierpflanzen bietet Empartis Landwirten und Winzern eine flexible Lösung für den integrierten Pflanzenschutz. Das Produkt zeichnet sich durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit und eine langanhaltende Schutzwirkung aus, die auch unter wechselnden Witterungsbedingungen stabil bleibt.

Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und eine schnelle Verteilung im Tank. Damit etabliert sich Empartis als verlässlicher Baustein in modernen Spritzfolgen zur Sicherung von Ertrag und Qualität.

Wirkstoffe

Boscalid
200 g/L · Wirkstoff
Kresoxim-methyl
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von Empartis basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier aktiver Wirkstoffe mit unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten. Boscalid gehört zur Gruppe der Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Es blockiert gezielt den Komplex II in der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen, wodurch die Energieproduktion (ATP-Synthese) zum Erliegen kommt und das Myzelwachstum sowie die Sporenkeimung gestoppt werden. Kresoxim-methyl ergänzt diesen Effekt als Wirkstoff aus der Gruppe der Strobilurine (Qo-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 11). Es hemmt den Elektronentransport am Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III) der Atmungskette. Diese Kombination sorgt für eine ausgeprägte präventive und kurative Wirkung: Während Kresoxim-methyl durch seine lokale Systemik und Gasphasenwirkung eine schnelle Verteilung auf der Blattoberfläche garantiert, dringt Boscalid tief in das Gewebe der Kultur ein und schützt sie langanhaltend von innen heraus.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber den Wirkstoffgruppen der SDHI (FRAC 7) und Strobilurine (FRAC 11) zu minimieren, muss Empartis strikt im Rahmen eines integrierten Anti-Resistenz-Managements eingesetzt werden. Die Anzahl der Anwendungen pro Saison ist konsequent zu begrenzen. In der Spritzfolge sollte Empartis im Wechsel mit Fungiziden eingesetzt werden, die über andere Wirkmechanismen verfügen, wie beispielsweise Triazole (FRAC 3) oder Kontaktfungizide. Ein wiederholter, solo-artiger Einsatz dieser Wirkstoffklassen in derselben Kultur ist zu vermeiden, um die Sensitivität der Schaderreger, insbesondere von Septoria tritici und Echtem Mehltau, langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Empartis zeichnet sich durch eine sehr gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Pflanzenschutzmitteln, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen wird empfohlen, die Spritzbrühe zügig auszubringen und während des gesamten Misch- und Ausbringungsvorgangs das Rührwerk aktiv zu lassen. Um eine optimale Benetzung der Kultur zu gewährleisten, sollte die Wassermenge an die Dichte des Pflanzenbestandes angepasst werden. Vor großflächigen Anwendungen von komplexen Mischungen empfiehlt sich ein einfacher Verträglichkeitstest (Mischprobe) im kleinen Maßstab.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel Empartis sind die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA), strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsdüsen konsequent angewendet werden. Das Produkt ist hinsichtlich seiner Wirkstoffe im Regelfall als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte die Anwendung zum Schutz von Bestäubern außerhalb des aktiven Bienenflugs erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenRhynchosporium secalis30–491.5 LITER_PER_HECTARE56T
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–491.5 LITER_PER_HECTARE56T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–491.5 LITER_PER_HECTARE56T
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)30–491.5 LITER_PER_HECTARE56T
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–491.5 LITER_PER_HECTARE56T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)53–830.16 LITER_PER_HECTARE28T
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–491.5 LITER_PER_HECTARE56T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze0.6 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)53–830.16 LITER_PER_HECTARE28T
RosenSternrußtau (Diplocarpon rosae), Echter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)0.6 LITER_PER_HECTARE
LaubholzEchte Mehltaupilze0.6 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–491.5 LITER_PER_HECTARE56T
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.5 LITER_PER_HECTARE56T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–491.5 LITER_PER_HECTARE56T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze0.6 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Halmbruchkrankheit im Getreide?

Die Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sollte frühzeitig im Frühjahr erfolgen, idealerweise in den BBCH-Stadien 30 bis 32 (Schossen). Zu diesem Zeitpunkt dringen die Pilzsporen in die Blattscheiden ein, und die systemische Wirkung von Empartis kann die Infektion effektiv stoppen, bevor das Gewebe der Halmbasis dauerhaft geschädigt wird.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Empartis nach der Applikation?

Empartis verfügt über eine hervorragende Regenfestigkeit. Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme von Boscalid und der ausgeprägten Haftung von Kresoxim-methyl auf der Wachsschicht der Blätter ist der Spritzbelag bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen (meist nach 1 bis 2 Stunden) weitgehend regenstabil. Dennoch sollte die Anwendung nicht unmittelbar vor absehbaren Starkregenereignissen erfolgen.

Warum ist die Kombination aus Boscalid und Kresoxim-methyl im Weinbau besonders vorteilhaft?

Im Weinbau bietet diese Kombination einen doppelten Schutz gegen den Echten Mehltau (Uncinula necator). Während Kresoxim-methyl über eine starke Gasphase (lokal systemisch) verfügt und auch schwer erreichbare Pflanzenteile in der Laubwand schützt, sorgt Boscalid für eine langanhaltende, systemische Dauerwirkung. Dies schützt sowohl die Gescheine als auch das junge Laub in kritischen Wachstumsphasen.

Kann Empartis in einer Tankmischung mit Wachstumsreglern im Getreide eingesetzt werden?

Ja, die physikalische Mischbarkeit mit gängigen Wachstumsreglern (wie z. B. auf Basis von Chlormequat-chlorid oder Prohexadion-Calcium) ist in der Regel sehr gut. Bei der Erstellung von Tankmischungen sollte jedoch stets die Gebrauchsanleitung der Mischpartner beachtet und die Spritzbrühe zügig ausgebracht werden, um Entmischungen im Tank zu vermeiden.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Zubereitung der Spritzbrühe mit Empartis?

Die Formulierung von Empartis ist so stabilisiert, dass sie auch bei unterschiedlichen Wasserqualitäten und Härtegraden eine homogene Suspension bildet. Extrem saures oder stark alkalisches Wasser sollte jedoch vermieden werden, da dies die Stabilität der Wirkstoffe langfristig beeinträchtigen kann. Ein neutraler bis leicht saurer pH-Wert des Spritzwassers (pH 5,5 bis 6,5) ist optimal.

Wie lässt sich Empartis sinnvoll in ein Anti-Resistenz-Programm bei Septoria-Blattdürre integrieren?

Da Empartis Wirkstoffe aus den Gruppen der SDHI (FRAC 7) und Strobilurine (FRAC 11) enthält, sollte es im Getreide maximal einmal pro Saison oder im strikten Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie Triazolen/FRAC 3 oder Multi-Site-Inhibitoren) eingesetzt werden. Dies verhindert, dass sich resistente Stämme von Septoria tritici im Bestand selektieren und ausbreiten.