Leptostar
Leptostar ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums beißender und saugender Schaderreger in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Raps, Senf und Getreide. Mit dem bewährten Wirkstoff Acetamiprid (200 g/l), formuliert als flüssiges Konzentrat, bietet dieses Insektizid eine hervorragende Sofort- und Dauerwirkung. Es dringt schnell in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich systemisch, wodurch auch versteckt sitzende Schädlinge sowie der Neuzuwachs zuverlässig geschützt werden.
Das Anwendungsspektrum umfasst entscheidende Schaderreger im Rapsanbau wie den Rapsglanzkäfer, den Rapsstängelrüssler, den Gefleckten Kohltriebrüssler sowie die Kohlschotenmücke und den Kohlschotenrüssler. Im Getreidebau zeigt Leptostar eine exzellente Wirkung gegen Getreidehähnchen, Getreidewanzen und Blattläuse. Durch seine flexible Einsetzbarkeit in verschiedenen BBCH-Stadien ist es ein unverzichtbarer Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Leptostar enthaltene Wirkstoff Acetamiprid gehört zur chemischen Klasse der Neonicotinoide und ist in die IRAC-Gruppe 4A eingestuft. Er wirkt als Agonist an den postsynaptischen nikotinischen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) im zentralen Nervensystem der Zielorganismen. Durch die Bindung an diese Rezeptoren wird der normale Signalfluss dauerhaft imitiert, was zu einer kontinuierlichen Reizübertragung führt. Da Acetamiprid durch die körpereigene Acetylcholinesterase nicht abgebaut werden kann, verbleiben die Ionenkanäle geöffnet. Dies führt zu einer Übererregung des Nervensystems der Schaderreger, gefolgt von Krämpfen, Lähmungen und schließlich dem schnellen Absterben der Schädlinge. Dank der systemischen und translaminaren Eigenschaften des Wirkstoffs werden auch saugende Insekten auf der Blattunterseite sowie nach der Applikation neu gewachsene Pflanzenteile effektiv erfasst.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung zu minimieren, solltest du Leptostar stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen aus der IRAC-Gruppe 4A (Neonicotinoide) in derselben Kultur. Nutze stattdessen im Wechsel Insektizide mit anderen Wirkmechanismen, wie beispielsweise Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A) oder andere registrierte Wirkstoffklassen. Zudem ist die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die präzise Terminierung der Behandlung nach Erreichen der wirtschaftlichen Schadschwellen entscheidend, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen so gering wie möglich zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Leptostar zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen, um die physikalische Verträglichkeit zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (ein neutraler bis leicht saurer pH-Wert des Spritzwassers begünstigt die Stabilität des Wirkstoffs) und vermeide das Ansetzen von Mischungen bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung, um das Risiko von Phytotoxizität in den Kulturen zu minimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Leptostar ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Bestäubern, solltest du Behandlungen vorzugsweise in den Abendstunden durchführen, wenn der aktive Bienenflug beendet ist, und die direkte Abdrift auf blühende Bestände oder Unkräuter in der Umgebung strikt vermeiden. Da der Wirkstoff Risiken für aquatische Organismen bergen kann, sind die allgemeinen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern einzuhalten und moderne, driftmindernde Düsentechnik einzusetzen, um den Eintrag in angrenzende Biotope zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerraps | Rapsstängelrüssler | 20–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schwarzer Senf | Rapsstängelrüssler | 20–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Einkorn | Getreidewanze | 30–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerraps | Kohlschotenmücke | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Senf | Kohlschotenmücke | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sareptasenf | Kohlschotenmücke | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Getreidehähnchen (Lema sp.) | 37–65 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerraps | Kohlschotenrüssler | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Kohlschotenmücke | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rübsen | Kohlschotenrüssler | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tabak | Blattläuse, Zwiebelthrips | 31–39 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Getreidewanze | 30–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sareptasenf | Rapsstängelrüssler | 20–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Getreidewanze | 30–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Gefleckter Kohltriebrüssler | 30–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Getreidehähnchen (Lema sp.) | 37–65 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Rapsglanzkäfer | 30–69 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Getreidehähnchen (Lema sp.) | 37–65 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Kohlschotenrüssler | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rübsen | Kohlschotenmücke | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rübsen | Rapsstängelrüssler | 20–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Einkorn | Getreidehähnchen (Lema sp.) | 37–65 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Emmer | Getreidewanze | 30–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Getreidewanze | 30–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sareptasenf | Kohlschotenrüssler | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schwarzer Senf | Kohlschotenrüssler | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schwarzer Senf | Kohlschotenmücke | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Senf | Rapsstängelrüssler | 20–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tabak | Blattläuse, Zwiebelthrips | 40–85 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | — |
| Senf | Kohlschotenrüssler | 59–71 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Emmer | Getreidehähnchen (Lema sp.) | 37–65 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Garten-Kürbis | Grüne Blattwanzenarten | 51–65 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Rapsstängelrüssler | 30–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie erkennst du den optimalen Behandlungszeitpunkt für Leptostar gegen den Rapsglanzkäfer?
Der optimale Zeitpunkt richtet sich nach den offiziellen Schadschwellen und dem Knospenstadium (BBCH 51 bis 59). Nutze Gelbschalen zur Überwachung des Zuflugs. Sobald die Schadschwelle überschritten ist und die Knospen noch geschlossen sind, solltest du die Behandlung durchführen, da die Käfer zu diesem Zeitpunkt die Knospen anfressen, um an die Pollen zu gelangen.
Kann Leptostar auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?
Ja, ein großer Vorteil von Acetamiprid ist seine relative Temperaturunabhängigkeit im Vergleich zu vielen Pyrethroiden. Leptostar wirkt bereits ab Temperaturen von ca. 5 bis 8 °C zuverlässig, was besonders bei der frühen Bekämpfung von Rüsselkäfern wie dem Rapsstängelrüssler im zeitigen Frühjahr von großem Nutzen ist.
Warum ist die systemische Wirkung von Leptostar bei der Bekämpfung der Kohlschotenmücke so wichtig?
Die Kohlschotenmücke nutzt zur Eiablage oft die Verletzungen, die durch den Kohlschotenrüssler entstehen. Da sich die Larven im Inneren der Schote entwickeln, sind sie für reine Kontaktinsektizide schwer erreichbar. Durch die systemische und translaminare Verteilung von Leptostar in der Schotenwand werden die Larven auch im Inneren der Schote effektiv erfasst.
Was musst du bei der Anwendung von Leptostar in Tankmischungen mit Bor-Blattdüngern beachten?
Bei der Kombination mit Bor-Düngern kann sich der pH-Wert der Spritzbrühe stark in den alkalischen Bereich verschieben, was den schnellen Abbau von Acetamiprid begünstigen kann. Verwende in solchen Fällen einen geeigneten pH-Puffer oder Säureregulator, um den pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5,5 bis 6,5) zu stabilisieren.
Wie integrierst du Leptostar am besten in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept im Getreide?
Im Getreide solltest du Leptostar gezielt nach dem Überschreiten der Schadschwellen für Getreidehähnchen oder Blattläuse einsetzen. Da das Mittel nützlingsschonender ist als viele Breitband-Pyrethroide, schont es wichtige Gegenspieler wie Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen, die wiederum zur natürlichen Regulierung von Blattlauspopulationen beitragen.
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