NOFLY OD
NOFLY OD ist ein innovatives biologisches Pflanzenschutzmittel (Insektizid/Akarizid) auf Basis des entomopathogenen Pilzes Paecilomyces fumosoroseus (Stamm Fe9901). Formuliert als moderne Öldispersion (OD), ist dieses Präparat speziell für den professionellen Einsatz im Unterglas-Anbau konzipiert. Es bietet eine hochwirksame, rückstandsfreie Lösung zur Bekämpfung von saugenden Schaderregern wie der Weißen Fliege (Gewächshaus- und Tabakmottenschildlaus) sowie verschiedenen Thrips-Arten in Gemüse- und Zierpflanzenkulturen.
Durch die Formulierung als Öldispersion haftet das Produkt hervorragend auf den Blattoberflächen und den Zielorganismen, was die Keimung der Pilzsporen auch unter schwankenden Luftfeuchtigkeitsbedingungen im Gewächshaus begünstigt. Als biologisches Präparat fügt sich NOFLY OD nahtlos in integrierte Pflanzenschutzkonzepte (IPM) ein und ist ein wertvolles Werkzeug für Erzeuger, die den Einsatz chemisch-synthetischer Wirkstoffe reduzieren und Rückstände minimieren möchten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkung von NOFLY OD basiert auf den Sporen des nützlichen Pilzes Paecilomyces fumosoroseus (Stamm Fe9901). Nach dem Kontakt mit dem Schaderreger heften sich die Sporen an die Kutikula des Insekts. Unter geeigneten Feuchtigkeits- und Temperaturbedingungen keimen die Sporen und bilden Keimschläuche aus, die aktiv die äußere Schutzhülle des Schädlings durchdringen. Einmal im Inneren des Wirtskörpers (Hämolymphe) angekommen, vermehrt sich der Pilz durch Sprossung und zerstört das Gewebe des Insekts von innen heraus. Zudem werden natürliche Metaboliten freigesetzt, die den Tod des Schädlings beschleunigen. Nach dem Absterben des Wirts wächst der Pilz oft nach außen und bildet unter feuchten Bedingungen einen feinen, weißen Sporenrasen, der zur weiteren Verbreitung des Erregers in der Schädlingspopulation beitragen kann. Da es sich um einen physikalisch-biologischen Infektionsprozess handelt, ist das Risiko einer Resistenzbildung äußerst gering.
Resistenzmanagement
Da Paecilomyces fumosoroseus über einen komplexen, mechanisch-enzymatischen Infektionsmechanismus verfügt, ist keine Resistenzentwicklung der Zielschädlinge bekannt. NOFLY OD eignet sich daher hervorragend als Baustein im Resistenzmanagement (IRM), um den Selektionsdruck auf klassische chemische Wirkstoffklassen (wie Neonicotinoide, Pyrethroide oder Ketoenole) zu minimieren. Es sollte im Wechsel mit anderen Wirkmechanismen eingesetzt werden, insbesondere bei hohem Befallsdruck von Weißen Fliegen oder Thripsen im geschützten Anbau.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da es sich bei NOFLY OD um ein biologisches Produkt auf Basis lebender Pilzsporen handelt, ist bei Tankmischungen besondere Vorsicht geboten. Die physikalische Kompatibilität und insbesondere die biologische Verträglichkeit mit Fungiziden müssen vorab geprüft werden, da viele Fungizide die Lebensfähigkeit der Sporen beeinträchtigen können. Zwischen der Anwendung von NOFLY OD und chemischen Fungiziden sollte im Idealfall ein zeitlicher Sicherheitsabstand von mehreren Tagen eingehalten werden. Die Verwendung von sauberem, chlorfreiem Wasser und die Vermeidung von extremen pH-Werten im Spritztank unterstützen die Vitalität der Sporen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist NOFLY OD ein sehr günstiges Ökotoxizitätsprofil auf. Es schont in der Regel wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Schlupfwespen und räuberische Wanzen, was es ideal für den kombinierten Einsatz mit biologischen Nützlingen im Gewächshaus macht. Dennoch sind beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Applikation die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen (wie das Tragen von Schutzhandschuhen und Atemschutz gegen Aerosole) einzuhalten, um Sensibilisierungen durch Pilzsporen zu vermeiden. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich eingestuft, direkte Einträge in offene Gewässer sind jedoch zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wassermelone | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Melone | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wassermelone | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Aubergine | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Aubergine | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Moschus-Kürbis | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Aubergine | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hülsengemüse | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zucchini | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tomate | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hülsengemüse | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Riesenkürbis | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wassermelone | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hülsengemüse | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Moschus-Kürbis | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tomate | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hülsengemüse | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zucchini | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zucchini | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Garten-Kürbis | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Melone | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Riesenkürbis | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Flaschenkürbis | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Flaschenkürbis | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Flaschenkürbis | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hülsengemüse | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Garten-Kürbis | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Riesenkürbis | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Moschus-Kürbis | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tomate | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Garten-Kürbis | Thrips spp. | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Melone | Gewächshausmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hülsengemüse | Tabakmottenschildlaus | 10–99 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Welche Umweltbedingungen optimieren die Wirkung von NOFLY OD?
Da es sich um ein biologisches Präparat auf Pilzbasis handelt, sind eine relative Luftfeuchtigkeit von über 60 % und Temperaturen zwischen 20 °C und 28 °C für die Keimung der Sporen optimal. Es empfiehlt sich daher, die Applikation in den späten Nachmittags- oder Abendstunden durchzuführen, wenn die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus natürlicherweise ansteigt und die UV-Strahlung geringer ist.
Kann NOFLY OD zusammen mit chemischen Fungiziden ausgebracht werden?
Generell wird von einer direkten Tankmischung mit Fungiziden abgeraten, da diese die empfindlichen Pilzsporen von Paecilomyces fumosoroseus schädigen oder abtöten können. Es sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens 2 bis 5 Tagen zwischen einer Fungizidbehandlung und der Anwendung von NOFLY OD eingehalten werden. Wenden Sie sich für spezifische Mischbarkeitstabellen an den Hersteller.
Wie schnell sterben die Schaderreger nach der Behandlung ab?
Der Infektionsprozess beginnt unmittelbar nach dem Kontakt mit den Sporen. Erste Symptome wie Trägheit und verringerte Nahrungsaufnahme treten nach 24 bis 48 Stunden auf. Der vollständige Zusammenbruch und Tod der infizierten Schädlinge erfolgt in der Regel innerhalb von 3 bis 5 Tagen nach der Applikation.
Ist NOFLY OD mit dem Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus kompatibel?
Ja, NOFLY OD ist hervorragend mit den meisten im Gewächshaus eingesetzten Nützlingen (wie Encarsia formosa, Phytoseiulus persimilis oder Amblyseius-Arten) kompatibel. Es schont die erwachsenen Nützlinge weitgehend, weshalb es ein idealer Partner für integrierte biologische Bekämpfungsprogramme ist.
Gibt es eine Wartezeit bis zur Ernte nach der Anwendung von NOFLY OD?
Aufgrund des biologischen Charakters des Wirkstoffs Paecilomyces fumosoroseus und des Fehlens chemischer Rückstände ist für NOFLY OD in der Regel keine Wartezeit (0 Tage) vorgeschrieben. Dies ermöglicht eine flexible Anwendung bis unmittelbar vor der Ernte, was besonders bei kontinuierlich tragenden Gemüsekulturen von großem Vorteil ist.
Wie sollte das Produkt gelagert werden, um die Vitalität der Sporen zu erhalten?
Da NOFLY OD lebende Sporen enthält, ist die Lagerungstemperatur entscheidend. Das Produkt sollte kühl und trocken gelagert werden, idealerweise bei Temperaturen unter 8 °C (z. B. im Kühlschrank). Vermeiden Sie Frost sowie Temperaturen über 25 °C, da dies die Haltbarkeit und Keimfähigkeit der Sporen drastisch reduzieren kann.