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Kulturgruppe

Hülsengemüse

10 Mitgliedskulturen
NNNLG

Die BVL-Kulturgruppe „Hülsengemüse“ (Gruppe NNNLG) fasst eine Reihe von landwirtschaftlich und gartenbaulich bedeutenden Leguminosen zusammen. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Gruppe gehören unter anderem die Buschbohne, die Erbse, die Dicke Bohne sowie die zunehmend an Bedeutung gewinnende Sojabohne und die Speiselinse. Diese Kulturen teilen nicht nur die botanische Zugehörigkeit zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), sondern weisen auch sehr ähnliche physiologische Merkmale und Wachstumsverläufe auf.

Aus Sicht des Pflanzenschutzes ist diese Zusammenfassung von großem Vorteil. Da viele dieser Kulturen im Anbau ähnliche Ansprüche an den Boden und das Mikroklima stellen, überschneiden sich auch die potenziellen Schaderreger und Unkrautgesellschaften erheblich. Die Bündelung im Rahmen der BVL-Zulassung ermöglicht es, Pflanzenschutzmittel effizient für die gesamte Gruppe oder definierte Untergruppen zu registrieren, was wichtige Lücken im Indikationsverzeichnis schließt – insbesondere bei Nischenkulturen wie der Kichererbse oder der Feuer- bzw. Käferbohne.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Der integrierte Pflanzenschutz im Hülsengemüse erfordert eine sorgfältige Abstimmung von Fruchtfolge, mechanischer Unkrautregulierung und chemischen Maßnahmen. Aufgrund der langsamen Jugendentwicklung vieler Hülsengemüsearten ist die Unkrautkonkurrenz, insbesondere durch ausdauernde Ungräser wie die Gemeine Quecke (Elymus repens), in der frühen Phase kritisch. Zudem stellen saugende Schädlinge wie die Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci) oder verschiedene Blattlausarten nicht nur direkte Saugschäden dar, sondern fungieren auch als Vektoren für Viruserkrankungen. Pilzliche Schaderreger im Wurzel- und Stängelbereich erfordern ein wachsames Monitoring ab dem Auflaufen der Kulturen. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist ein konsequentes Resistenzmanagement nach den Vorgaben von FRAC, IRAC und HRAC unerlässlich. Da für Hülsengemüse oft nur eine begrenzte Anzahl an Wirkstoffklassen zugelassen ist, müssen Wirkstoffwechsel streng eingehalten werden, um Selektionseffekte zu verhindern. Gruppen-Zulassungen des BVL erleichtern hierbei die Flexibilität im Betrieb, erfordern jedoch stets den genauen Abgleich, ob für die spezifische Kultur (z. B. frische Nutzung mit Hülse versus Trockengewinnung der Samen) abweichende Wartezeiten oder spezifische BBCH-Anwendungsfenster festgeschrieben sind.

Kulturen in dieser Gruppe

BuschbohnePHSVN
Canavalia gladiataCNAGL
Dicke BohneVICFJ
ErbsePIBST
Feuer- bzw. KäferbohnePHSCOKichererbseCIEAR
Phaseolus lunatusPHSLU
SojabohneGLXMASpeiselinseLENCU
StangenbohnePHSVV

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Armicarb Spray
Agronaturalis Ltd.
00A325-00
Armicarb Spray
Agronaturalis Ltd.
02A325-00
Armisan AF PilzFrei
Agronaturalis Ltd.
00A325-61
Armisan AF PilzFrei
Agronaturalis Ltd.
02A325-61
Bayer Garten Schneckenkorn Protect MaXX
DE SANGOSSE
007825-61
Bio Spinnmilben- & Schädlingsfrei
W. NEUDORFF GMBH KG
024780-72
Buchsbaumzünslerfrei
Trifolio-M GmbH
024436-75
BUCHSBAUMZÜNSLER-FREI ORGANIC
Trifolio-M GmbH
024436-81
Bulldock Top
Nufarm Deutschland GmbH
006387-61
CELAFLOR Schädlingsfrei Neem
Trifolio-M GmbH
024436-74
Celaflor Schädlingsfrei Zierpflanzen Konzentrat
Evergreen Garden Care
043743-68
CeraVita Lambda
Nufarm Deutschland GmbH
006387-64
Chrysal Blattläuse Stop Pumpspray
W. NEUDORFF GMBH KG
034210-61
COMPO BIO Insekten-frei Neem
Trifolio-M GmbH
024436-65
COMPO BIO Mehltau-frei Universal AF
Agronaturalis Ltd.
02A325-60
COMPO BIO Mehltau-frei Universal AF
Agronaturalis Ltd.
00A325-60
COMPO Buchsbaumzünsler K.O.
Trifolio-M GmbH
024436-76
COMPO Schädlings-frei plus
W. NEUDORFF GMBH KG
024780-64
COMPO Schnecken-frei
DE SANGOSSE
007825-60
COMPO Trauermücken-frei
Trifolio-M GmbH
024436-87
Cyperkill Max
Arysta LifeScience Benelux Sprl.
007456-00
Danjiri
Nisso Chemical Europe GmbH
005655-60
Dehner Schneckengranulat
DE SANGOSSE
007825-65
Dr. Stähler Blattlausfrei-Spray
W. NEUDORFF GMBH KG
034210-64
ETISSO Schädlings-frei EC
Trifolio-M GmbH
024436-77
EVURE
ADAMA Deutschland GmbH
024218-60
Fusilade MAX
Nufarm Deutschland GmbH
024847-00
Herba-Vetyl flüssig
W. NEUDORFF GMBH KG
024780-67
Kaiso Sorbie
Nufarm Deutschland GmbH
006387-00
Karate Zeon
Syngenta Agro GmbH
024675-00
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Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob eine BVL-Zulassung für „Hülsengemüse“ für alle meine angebauten Kulturen gilt?

Eine Zulassung für die übergeordnete Gruppe „Hülsengemüse“ (NNNLG) deckt grundsätzlich alle gelisteten Kulturen wie Buschbohne, Erbse oder Sojabohne ab. Dennoch müssen Sie im Zulassungstext prüfen, ob Einschränkungen vorliegen – beispielsweise wird häufig zwischen der Nutzung als Frischgemüse (mit Hülse) und der Nutzung als Druschfrucht (Trockenspeiseerbsen/-bohnen) unterschieden, was erhebliche Auswirkungen auf die zulässigen Wartezeiten hat.

Warum ist die Bekämpfung von Ungräsern wie der Gemeinen Quecke im Hülsengemüse besonders im frühen BBCH-Stadium wichtig?

Hülsengemüse-Kulturen weisen in der Regel eine langsame Jugendentwicklung auf und besitzen eine geringe Konkurrenzkraft gegenüber schnellwachsenden Unkräutern und Ungräsern. Eine frühzeitige Regulierung der Gemeinen Quecke sichert den Licht-, Nährstoff- und Wasseranspruch der Kultur und verhindert, dass die Erntetechnik später durch dichte Unkrautnester blockiert wird.

Welche Rolle spielt das HRAC-System bei der Unkrautbekämpfung in dieser Kulturgruppe?

Da für Hülsengemüse nur wenige selektive Herbizide zur Verfügung stehen, ist das Risiko von Wirkstoffresistenzen hoch. Durch den gezielten Wechsel von Wirkstoffen aus unterschiedlichen HRAC-Klassen (z. B. Systemherbizide versus Bodenherbizide im Vorauflauf) wird verhindert, dass sich resistente Biotypen von Unkräutern und Ungräsern auf der Fläche etablieren.

Wie beeinflusst das Auftreten von Vektoren wie Bemisia tabaci die Behandlungsentscheidung?

Schaderreger wie Bemisia tabaci schädigen die Kultur nicht nur durch Saftentzug, sondern übertragen auch pflanzenschädigende Viren. Die Schadschwelle liegt daher bei virusübertragenden Vektoren deutlich niedriger als bei reinem Saugschaden. Ein engmaschiges Monitoring mittels Gelbtafeln und visueller Kontrolle der Blattunterseiten ab den frühen BBCH-Stadien ist für den rechtzeitigen Einsatz von nützlingsschonenden Insektiziden entscheidend.

Worauf muss bei der Applikation von Fungiziden während der Blüte (BBCH 60–69) geachtet werden?

Behandlungen in der Blütephase sind bei vielen Hülsengemüsen zur Absicherung des Ertrags gegen Blüten- und Hülsenpilze Standard. Hierbei ist strikt auf die Bienengefährlichkeit (B-Auflagen des Pflanzenschutzmittels) zu achten. Zudem sollten Behandlungen vorzugsweise in den Abendstunden durchgeführt werden, um den Bienenflug zu meiden und die Benetzung der Blütenorgane zu optimieren.