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Sonstige · GLOBACHEM NV

Patel 300 EC

BVL Zul.-Nr. 00A271-61

Patel 300 EC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von pilzlichen Schaderregern in Getreide und Raps. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Es bietet sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften, was es zu einem flexiblen Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien macht.

Der Wirkstoff Prothioconazol ist in der landwirtschaftlichen Praxis fest etabliert und gilt als Standard im Getreide- und Rapsanbau. Das breite Wirkungsspektrum erstreckt sich von klassischen Blattkrankheiten wie Septoria-Arten, Rostpilzen und Echtem Mehltau im Getreide bis hin zu wirtschaftlich bedeutenden Krankheiten im Raps wie Sclerotinia-Stängelfäule und Alternaria-Schwärze.

Durch die systemische Verteilung im Pflanzengewebe schützt Patel 300 EC auch den Neuzuwachs zuverlässig. Die Formulierung sorgt für eine hohe Regenfestigkeit bereits kurze Zeit nach der Anwendung, wodurch die Wirkungsdauer auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen maximiert wird.

Wirkstoffe

Prothioconazol
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung der C14-Demethylase, einem Schlüsselenzym in der Biosynthese von Ergosterol. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktion der pilzlichen Zellmembran. Ohne eine intakte Zellmembran kommt es zu einer Störung des Membrantransports und letztlich zum Absterben der Pilzzellen. Da Prothioconazol die Keimung der Sporen sowie das Wachstum des Myzels verzögert und unterbindet, entfaltet es sowohl eine vorbeugende (protektive) Schutzwirkung als auch eine abstoppende (kurative) Wirkung bei bereits erfolgter Infektion.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du Patel 300 EC stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen desselben Wirkstoffs und wechsle stattdessen zwischen Fungiziden mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen. Die Kombination oder der saisonale Wechsel mit Kontaktfungiziden oder Wirkstoffen aus anderen FRAC-Gruppen (wie SDHI oder Strobilurinen) sichert die langfristige Wirksamkeit. Halte dich zudem strikt an die empfohlenen Aufwandmengen, um die Selektion weniger empfindlicher Pilzstämme zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Patel 300 EC ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme Spritzbrühtemperaturen. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um die Verträglichkeit für die Kultur zu optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Patel 300 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, verzichten und Behandlungen in die späten Abendstunden verlegen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik und die Einhaltung der guten fachlichen Praxis konsequent zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerroggenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria nodorum30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.6 LITER_PER_HECTARE56T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleRhynchosporium secalis30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerroggenRhynchosporium secalis30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenFusarium-Arten61–690.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsAlternaria brassicae61–690.6 LITER_PER_HECTARE56T
WinterroggenRhynchosporium secalis30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenFusarium-Arten61–690.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten61–690.65 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerrapsAlternaria brassicae61–690.6 LITER_PER_HECTARE56T
WinterhartweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteRhynchosporium secalis30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteRhynchosporium secalis30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)20–590.6 LITER_PER_HECTARE56T
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenSeptoria nodorum30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0.6 LITER_PER_HECTARE56T
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenFusarium-Arten61–690.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.6 LITER_PER_HECTARE56T
SommerhartweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia im Raps?

Die Behandlung gegen Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) im Raps sollte idealerweise während der Vollblüte (BBCH 61 bis 65) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen, was dem Pilz als Nährboden dient. Eine gezielte Applikation schützt deine Kultur in dieser kritischen Phase optimal.

Wie wirkt sich die Temperatur auf die Anwendung von Patel 300 EC aus?

Patel 300 EC zeigt auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen ab etwa 8 bis 10 °C eine gute und zuverlässige Wirkung. Vermeide jedoch Behandlungen bei extremer Hitze (über 25 °C) oder starker Sonneneinstrahlung, um Stressreaktionen der Kultur und eine zu schnelle Verdunstung der Spritzbrühe zu verhindern.

Kann ich Patel 300 EC mit Wachstumsreglern im Getreide kombinieren?

Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern ist in der Regel gut möglich und spart einen Arbeitsgang. Achte jedoch darauf, dass die Kultur vital und nicht durch Frost, Trockenheit oder Staunässe gestresst ist, da Kombinationsmischungen unter Stressbedingungen die Kultur zusätzlich belasten können.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit bei diesem Fungizid so wichtig?

Die registrierte Wartezeit stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände im Erntegut weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Du solltest deine Ernteplanung daher frühzeitig auf den Behandlungszeitpunkt abstimmen, um die Wartezeit von bis zu 56 Tagen exakt einzuhalten.

Wie kann ich feststellen, ob eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Weizen notwendig ist?

Eine Behandlung gegen Ährenfusarium ist besonders dann ratsam, wenn während der Weizenblüte (BBCH 61 bis 69) feucht-warme Witterung herrscht und zuvor Mais als Vorfrucht angebaut oder eine pfluglose Bodenbearbeitung durchgeführt wurde. Patel 300 EC sollte in diesem Fall zeitnah nach dem Infektionsereignis appliziert werden.

Was muss ich bei der Wasseraufwandmenge für eine optimale Benetzung beachten?

Für eine lückenlose Benetzung der Blätter und Stängel solltest du eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha wählen, angepasst an die Dichte des Bestandes. Eine feine bis mittlere Tropfenstruktur sorgt dafür, dass der systemische Wirkstoff optimal von der Kultur aufgenommen und verteilt werden kann.