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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

PHYTAVIS Varlega

BVL Zul.-Nr. 00A501-61

PHYTAVIS Varlega ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel von Nufarm Deutschland GmbH, das speziell für die gezielte Bekämpfung von einkeimblättrigen Schaderregern in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen entwickelt wurde. Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, dringt der Wirkstoff nach der Spritzung rasch in die Blätter der Schadgräser ein und verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome.

Das breite Anwendungsspektrum umfasst wichtige landwirtschaftliche Kulturen wie Raps, Zuckerrüben, Leguminosen und Sonderkulturen. PHYTAVIS Varlega zeichnet sich durch eine hervorragende Selektivität in den zugelassenen Kulturen aus, während es gleichzeitig ein breites Spektrum an Schadgräsern erfasst. Dazu gehören sowohl einjährige einkeimblättrige Unkräuter als auch hartnäckige ausdauernde Arten wie die Gemeine Quecke und Straußgras-Arten sowie auflaufendes Ausfallgetreide.

Wirkstoffe

Fluazifop-P
150 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Fluazifop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (Fops) und ist in die HRAC-Gruppe 1 als ACCase-Inhibitor eingestuft. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) der Gräser transportiert. Dort blockiert er selektiv das Enzym Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Biosynthese von Fettsäuren spielt. Durch diese Blockade wird der Aufbau neuer Zellmembranen in den Bildungsgeweben der Schadgräser vollständig unterbunden. Dies führt zu einem schnellen Wachstumsstopp innerhalb weniger Tage. Die betroffenen Gräser verfärben sich rötlich bis nekrotisch, beginnend an den jüngsten Blättern, und sterben schließlich im Laufe von zwei bis vier Wochen vollständig ab, einschließlich ihrer unterirdischen Überdauerungsorgane wie den Rhizomen der Quecke.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei einkeimblättrigen Schaderregern aktiv vorzubeugen, solltest du PHYTAVIS Varlega stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 1 ein bekanntes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen aufweisen, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen in der Fruchtfolge unerlässlich. Vermeide die wiederholte, alleinige Anwendung von ACCase-Hemmern auf derselben Fläche und nutze mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

PHYTAVIS Varlega ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, solltest du jedoch vorsichtig sein, da antagonistische Effekte die Gräserwirkung reduzieren können; in solchen Fällen empfiehlt sich eine zeitlich versetzte Behandlung. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide Applikationen bei extremer Trockenheit oder Frostgefahr, da gestresste Schadgräser den Wirkstoff schlechter aufnehmen und transportieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PHYTAVIS Varlega ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Anmischung und Anwendung obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere in angrenzenden Gewässern, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsumfang ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und die Behandlung bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter34–511.25 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeStraußgras-Arten, Gemeine Quecke11–352.5 LITER_PER_HECTARE56T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–350.8 LITER_PER_HECTARE56T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide10–500.8 LITER_PER_HECTARE90T
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide12–500.8 LITER_PER_HECTARE90T
SenfEinkeimblättrige Unkräuter11–501.25 LITER_PER_HECTARE90T
SenfEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–500.8 LITER_PER_HECTARE90T
MohnEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide10–500.8 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide32–500.8 LITER_PER_HECTARE90T
Lupine-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide32–500.8 LITER_PER_HECTARE90T
Lupine-ArtenEinkeimblättrige Unkräuter32–501.6 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–350.8 LITER_PER_HECTARE56T
WinterrapsEinkeimblättrige Unkräuter10–501.6 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeStraußgras-Arten, Gemeine Quecke11–352.5 LITER_PER_HECTARE56T
MohnEinkeimblättrige Unkräuter10–501.6 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneEinkeimblättrige Unkräuter32–501.6 LITER_PER_HECTARE90T
LeinEinkeimblättrige Unkräuter12–501.25 LITER_PER_HECTARE90T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Ausfallgetreide mit PHYTAVIS Varlega?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt vor, wenn das Ausfallgetreide die Hauptauflaufwelle abgeschlossen hat und sich im Stadium BBCH 12 bis 14 (2- bis 4-Blattstadium) befindet. Zu diesem Zeitpunkt sind die Pflanzen besonders empfindlich, und du erzielst mit einer angepassten Aufwandmenge die beste Wirkung, bevor das Getreide beginnt, deine Kultur zu beschatten.

Wie bekämpfe ich die Gemeine Quecke mit diesem Pflanzenschutzmittel am effektivsten?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke muss die Pflanze genügend Blattmasse gebildet haben, damit ausreichend Wirkstoff aufgenommen und in die Rhizome transportiert werden kann. Behandle am besten, wenn die Quecke eine Wuchshöhe von etwa 15–20 cm erreicht hat. Hierbei ist die höhere zugelassene Aufwandmenge zu wählen, um einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg zu sichern.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirkung von PHYTAVIS Varlega?

Warme, wüchsige Witterungsbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze, was zu einem schnelleren Absterben der Gräser führt. Bei extremer Trockenheit, Hitze oder Kälte stellen die Gräser ihren Stoffwechsel ein; vermeide in solchen Stressphasen die Anwendung, da die Wirkung dann unzureichend sein kann.

Wie lange ist die Wartezeit bis zur Ernte der behandelten Kulturen?

Die einzuhaltende Wartezeit variiert je nach behandelter Kultur und liegt im Bereich von 56 bis zu 90 Tagen. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung und der Ernte zwingend einhalten, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Rückstände im Erntegut verbleiben.

Kann ich PHYTAVIS Varlega auch bei Frost oder kurz vor Regen anwenden?

Nein, wende das Pflanzenschutzmittel nicht bei Frost oder Frostgefahr an, da die Kulturpflanzen geschädigt werden könnten und die Gräser den Wirkstoff nicht optimal aufnehmen. Zudem sollte nach der Anwendung eine regenfreie Zeit von mindestens 1 bis 2 Stunden gewährleistet sein, damit der Wirkstoff vollständig in das Blattgewebe eindringen kann.

Wie erkenne ich, ob die Behandlung gegen die Schadgräser erfolgreich war?

Erste Symptome zeigen sich nach etwa 7 bis 10 Tagen. Die Herzblätter der Gräser verfärben sich gelblich bis rötlich und lassen sich leicht aus der Blattscheide herausziehen. Das vollständige Absterben der gesamten Pflanze inklusive der Wurzeln kann je nach Witterung bis zu 3 bis 4 Wochen dauern.