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OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

PIRIM

BVL Zul.-Nr. 00A529-00

PIRIM ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von bedeutenden Pilzkrankheiten im Obst- und Beerenanbau. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, basiert das Präparat auf dem bewährten Wirkstoff Pyrimethanil (400 g/l). Es zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung auf der Kultur und eine schnelle Regenfestigkeit aus, was es zu einem verlässlichen Baustein im integrierten Pflanzenschutz macht.

Das Anwendungsspektrum konzentriert sich primär auf die Bekämpfung von Schorf (Venturia spp.) im Kernobst sowie Botrytis cinerea (Grauschimmel) in Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und verschiedenen Johannisbeer-Arten. Durch seine ausgeprägte translaminare und gasförmige Phase erfasst PIRIM auch Schaderreger an schwer zugänglichen Stellen der Kultur und bietet somit einen lückenlosen Schutz in kritischen Wachstumsphasen.

Wirkstoffe

Pyrimethanil
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PIRIM enthaltene Wirkstoff Pyrimethanil gehört zur chemischen Gruppe der Anilinopyrimidine und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 9 (Methionin-Biosynthese-Inhibitoren) klassifiziert. Pyrimethanil blockiert die Biosynthese der Aminosäure Methionin, die für das Pilzwachstum essenziell ist. Gleichzeitig hemmt der Wirkstoff die Sekretion von hydrolytischen Enzymen (wie Pektinasen und Laccasen), die der Pilz benötigt, um das Pflanzengewebe der Kultur zu durchdringen und zu besiedeln. PIRIM wirkt vorwiegend protektiv, besitzt jedoch auch kurative Eigenschaften, wenn die Behandlung kurz nach dem Infektionsereignis erfolgt. Dank seiner ausgeprägten Dampfphase (Gasphase) verteilt sich der Wirkstoff auch innerhalb des dichten Laubwerks und schützt somit auch unbehandelte oder neu zuwachsende Pflanzenteile effektiv vor dem Eindringen der Schaderreger.

Resistenzmanagement

Da Pyrimethanil der FRAC-Gruppe 9 angehört, besteht bei einseitiger Anwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Schaderreger-Stämme, insbesondere bei Botrytis cinerea und Venturia spp. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, ist ein striktes Resistenzmanagement erforderlich. PIRIM sollte daher stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, und die Behandlungen sollten bevorzugt präventiv erfolgen.

Mischbarkeit & Tankmischung

PIRIM ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern, die im Obst- und Beerenanbau etabliert sind. Bei Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder bestimmten Netzmitteln ist jedoch Vorsicht geboten, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann. Es wird empfohlen, vor großflächigen Anwendungen eine Mischprobe auf physikalische Kompatibilität und Kulturverträglichkeit durchzuführen. Die Ausbringung sollte mit ausreichend Wasser erfolgen, um eine vollständige und gleichmäßige Benetzung der Kultur zu gewährleisten, insbesondere bei dichten Laubwandstrukturen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von PIRIM sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz und zum Schutz der Umwelt strikt einzuhalten. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung ist obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern genau zu beachten. Der Wirkstoff Pyrimethanil ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ApfelSchorf (Venturia spp.)7–990.375 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT56T
Rote JohannisbeereBotrytis cinerea2 LITER_PER_HECTARE21T
BrombeereBotrytis cinerea2 LITER_PER_HECTARE21T
ErdbeereBotrytis cinerea58–972 LITER_PER_HECTARE3T
Schwarze JohannisbeereBotrytis cinerea2 LITER_PER_HECTARE21T
HimbeereBotrytis cinerea2 LITER_PER_HECTARE21T
BirneSchorf (Venturia spp.)7–990.375 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT56T
Weiße JohannisbeereBotrytis cinerea2 LITER_PER_HECTARE21T
ForstpflanzenBotrytis cinerea2 LITER_PER_HECTARE
StachelbeereBotrytis cinerea2 LITER_PER_HECTARE21T
ForstpflanzenBotrytis cinerea2 LITER_PER_HECTARE
HeidelbeereBotrytis cinerea2 LITER_PER_HECTARE21T
ZierpflanzenBotrytis cinerea3 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenBotrytis cinerea3 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit PIRIM gegen Schorf im Kernobst?

Die Behandlung sollte bevorzugt präventiv zu Beginn der Infektionsperioden ab dem Knospenaufbruch (BBCH-Stadium 07) bis zur Fruchtreife erfolgen. Besonders in Phasen mit hoher Feuchtigkeit und schnellem Triebwachstum im Frühjahr schützt die translaminare Wirkung von PIRIM den Neuzuwachs optimal.

Wie unterstützt die Dampfphase von Pyrimethanil die Wirkung in dichten Kulturen?

Pyrimethanil besitzt eine hohe Dampfaktivität bei milden Temperaturen. Der Wirkstoff verteilt sich gasförmig im Inneren der Laubwand oder des Beerenstrauchs. Dadurch werden auch Pflanzenteile geschützt, die von der Spritzbrühe nicht direkt getroffen wurden, was besonders bei der Botrytis-Bekämpfung im dichten Blütenstand von Erdbeeren entscheidend ist.

Kann PIRIM auch kurativ gegen bereits stattgefundene Schorfinfektionen eingesetzt werden?

Ja, PIRIM besitzt eine begrenzte kurative Wirkung von bis zu 24 bis 36 Stunden nach dem Infektionsereignis. Für einen optimalen Bekämpfungserfolg und zur Vermeidung von Resistenzen sollte das Pflanzenschutzmittel jedoch primär vorbeugend oder in Kombination mit einem Kontaktpartner ausgebracht werden.

Welche Rolle spielt PIRIM im Antiresistenzmanagement bei Erdbeeren?

Da Botrytis cinerea ein hohes Risiko für Resistenzen aufweist, darf PIRIM (FRAC-Gruppe 9) nicht blockweise hintereinander angewendet werden. Wechseln Sie nach einer Anwendung konsequent auf Wirkstoffe aus anderen Gruppen, um die Selektion resistenter Pilzstämme zu verhindern.

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirksamkeit von PIRIM?

PIRIM entfaltet seine optimale Wirkung bereits bei kühleren Frühjahrstemperaturen ab ca. 10 °C, was es besonders wertvoll für die frühen Schorfbehandlungen macht. Bei extrem hohen Temperaturen über 25 °C kann die Dampfphase zu einer zu schnellen Verflüchtigung führen, weshalb Behandlungen dann in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden sollten.

Was muss bezüglich der Wartezeit vor der Ernte beachtet werden?

Die Wartezeit von PIRIM variiert je nach Kultur und Anwendungszeitpunkt erheblich zwischen 3 und 56 Tagen. Prüfen Sie vor der Applikation stets die spezifischen Zulassungsbedingungen für Ihre Kultur, um Rückstände im Erntegut sicher zu vermeiden und die Vermarktungsfähigkeit zu gewährleisten.