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Sonstige · CAC Chemical GmbH

Procer Xtra

BVL Zul.-Nr. 00B133-61

Procer Xtra ist ein leistungsstarkes, systemisches Fungizid, das speziell für den breiten Einsatz im Getreide- und Rapsanbau entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffklassen bietet dieses Pflanzenschutzmittel sowohl vorbeugende (protektive) als auch heilende (kurative) Eigenschaften gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger. Die flüssige Formulierung sorgt für eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Aufnahme in die Kultur.

In Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale schützt das Mittel zuverlässig vor ertragsmindernden Blatt- und Ährenkrankheiten wie Septoria-Arten, Rostpilzen und Fusarium. Im Raps liegt der Schwerpunkt auf der Bekämpfung von Sclerotinia-Stängelfäule und Rapsschwärze. Dank dieser Vielseitigkeit ist das Produkt ein wichtiger Baustein für den integrierten Pflanzenschutz und die Ertragssicherung in landwirtschaftlichen Betrieben.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
140 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Procer Xtra basiert auf zwei sich ideal ergänzenden Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Er greift in die Zellatmung der Pilze ein, indem er den Elektronentransport in den Mitochondrien am Cytochrom-b-Komplex blockiert. Dies führt zu einem raschen Energiemangel und stoppt das Keimen der Sporen sowie das Wachstum des Pilzmyzels bereits in einem sehr frühen Stadium. Prothioconazol, ein Vertreter der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI), greift an einer anderen Stelle in den Stoffwechsel der Schaderreger ein. Es hemmt die C14-Demethylase bei der Biosynthese von Ergosterol, einem essenziellen Baustein der Pilzzellmembran. Ohne intakte Zellmembranen können sich die Pilzhyphen nicht weiterentwickeln. Diese duale Systemik sorgt für eine langanhaltende Schutzwirkung im gesamten Pflanzengewebe, einschließlich des Neuzuwachses.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber den enthaltenen Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppen 3 und 11) zu minimieren, solltest du Procer Xtra stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Die Kombination aus einem Strobilurin und einem Triazol mindert dieses Risiko bereits von Natur aus. Dennoch empfiehlt es sich, die Anzahl der Anwendungen pro Saison zu begrenzen und das Mittel im Wechsel mit Fungiziden einzusetzen, die über andere, nicht kreuzresistente Wirkmechanismen verfügen (wie z. B. Carboxamide/SDHI). Zudem sollte die Behandlung stets vorbeugend oder bei ersten sichtbaren Symptomen erfolgen, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger gering zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Procer Xtra zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise pH-neutral bis leicht sauer) und eine gleichmäßige Benetzung der Kultur. Die Zugabe von zugelassenen Netzmitteln kann die Anhaftung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei Kulturen mit ausgeprägter Wachsschicht, wie Raps, weiter optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, verzichten. Verlege die Applikation vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerroggenBraunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum, Rhynchosporium secalis30–591.4 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenFusarium-Arten59–691.4 LITER_PER_HECTARE42T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum30–591.4 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum30–591.4 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum30–591.4 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenFusarium-Arten59–691.4 LITER_PER_HECTARE42T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–591.4 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591.4 LITER_PER_HECTARE42T
WintergersteZwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis30–591.4 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum30–591.4 LITER_PER_HECTARE42T
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–591.4 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten59–691.4 LITER_PER_HECTARE42T
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum, Rhynchosporium secalis30–591.4 LITER_PER_HECTARE42T
WinterrapsAlternaria brassicae, Sclerotinia sclerotiorum59–691.2 LITER_PER_HECTARE56T
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591.4 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591.4 LITER_PER_HECTARE42T
SommerweichweizenFusarium-Arten59–691.4 LITER_PER_HECTARE42T
WintertriticaleDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum30–591.4 LITER_PER_HECTARE42T
SommerhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591.4 LITER_PER_HECTARE42T
SommerrapsAlternaria brassicae, Sclerotinia sclerotiorum59–691.2 LITER_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Wann solltest du die Behandlung gegen Sclerotinia im Raps durchführen?

Wenn du den optimalen Schutz erzielen willst, liegt der beste Behandlungszeitraum in der Vollblüte des Rapses (BBCH 65). Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen, was dem Pilz als Nährboden dient. Deine vorbeugende Spritzung schützt die Kultur optimal vor dem Eindringen des Erregers.

Wie wirkt sich die Temperatur auf deine Anwendung von Procer Xtra aus?

Für eine optimale systemische Verteilung der Wirkstoffe in deiner Kultur sind wüchsige Bedingungen bei Temperaturen zwischen 10 °C und 22 °C ideal. Vermeide Behandlungen bei extremer Hitze, starker Sonneneinstrahlung oder wenn Frostgefahr droht, da dies die Aufnahme beeinträchtigen und Stress für deine Kultur bedeuten kann.

Kannst du das Mittel auch bei feuchtem Wetter spritzen?

Die Spritzbrühe muss auf den Blättern antrocknen können, um regenfest zu werden. In der Regel ist das nach etwa 1 bis 2 Stunden der Fall. Spritze nicht auf taunasse Bestände oder unmittelbar vor einem angekündigten Regen, damit der Wirkstoff nicht abgewaschen wird, bevor er in deine Kultur eindringen kann.

Warum ist die Kombination aus Azoxystrobin und Prothioconazol für dich so vorteilhaft?

Diese Kombination vereint zwei unterschiedliche Wirkungsweisen (Atmungshemmung und Membranaufbau-Störung). Dadurch bekämpfst du Schaderreger auf verschiedenen physiologischen Ebenen, was nicht nur die biologische Wirksamkeit verstärkt, sondern auch aktiv einer Resistenzbildung der Pilze in deinem Bestand vorbeugt.

Wie erkennst du, ob deine Getreidekultur eine Behandlung gegen DTR-Blattdürre benötigt?

Achte ab dem Schossen (BBCH 30/32) besonders auf anfällige Weizensorten, insbesondere bei Mulchsaat nach Vorfrucht Weizen. Erste Symptome sind kleine, braune Flecken mit einem gelben Hof auf den unteren Blättern. Sobald du merkst, dass sich die Krankheit bei feucht-warmer Witterung nach oben auszubreiten droht, solltest du eine Behandlung einplanen.

Wie findest du heraus, ob dieses Pflanzenschutzmittel für deine spezifische Sorte verträglich ist?

Obwohl Procer Xtra in den zugelassenen Kulturen generell sehr gut verträglich ist, können extreme Witterungsbedingungen oder Sortenbesonderheiten die Verträglichkeit beeinflussen. Du kannst im Zweifelsfall eine Probespritzung auf einer kleinen Teilfläche durchführen oder dich beim regionalen Beratungsdienst nach sortenspezifischen Erfahrungen erkundigen.