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Sonstige · Sharda Cropchem Espana S.L.

PROPAK

BVL Zul.-Nr. 00B048-00

PROPAK ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern und Ungräsern. Mit dem bewährten Wirkstoff Propaquizafop (100 g/l), formuliert als Emulsionskonzentrat (EC), bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine schnelle Wirkstoffaufnahme und hervorragende Regenfestigkeit. Es ist speziell für den Einsatz in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen konzipiert, um den Konkurrenzdruck durch Gräser frühzeitig und effektiv auszuschalten.

Das Pflanzenschutzmittel besitzt eine breite Zulassung in Deutschland (BVL-Registrierungsnummer 00B048-00) für wichtige landwirtschaftliche Kulturen wie Winterraps und Kartoffeln sowie für verschiedene Gemüse- und Sonderkulturen, darunter Karotten, Zwiebeln, Erdbeeren und diverse Bohnenarten. Diese Vielseitigkeit macht es zu einem flexiblen Baustein in der Unkrautbekämpfung über die gesamte Vegetationsperiode hinweg.

Das Wirkungsspektrum umfasst einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide sowie die hartnäckige Gemeine Quecke. Da der Wirkstoff systemisch in der Pflanze transportiert wird, erfasst er nicht nur die oberirdische Blattmasse, sondern schädigt auch die unterirdischen Überdauerungsorgane mehrjähriger Gräser nachhaltig.

Wirkstoffe

Propaquizafop
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PROPAK enthaltene Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (bekannt als "Fops") und ist in die HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase) in einkeimblättrigen Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Fettsäuresynthese, die für den Aufbau von Zellmembranen in den wachsenden Geweben der Gräser benötigt wird. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter aufgenommen und systemisch sowohl im Phloem als auch im Xylem zu den aktiven Wachstumszonen (Meristemen) von Spross und Wurzel transportiert. Dort führt die Blockade der Fettsäuresynthese innerhalb weniger Tage zu einem vollständigen Wachstumsstopp. Die betroffenen Gräser zeigen bald darauf Vergilbungen und Nekrosen an den jüngsten Blättern, was schließlich zum Absterben der gesamten Schadpflanze führt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Gräsern vorzubeugen, solltest du PROPAK konsequent in ein integriertes Resistenzmanagement einbinden. Da Propaquizafop ein ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe 1) ist, besteht bei wiederholter Anwendung ein erhöhtes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen (z. B. bei Ackerfuchsschwanz oder Windhalm). Wechsle daher in der Fruchtfolge regelmäßig mit Herbiziden ab, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen (z. B. HRAC-Gruppe 2 oder Bodenherbizide im Herbst). Nutze zudem mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung und fördere eine dichte, konkurrenzstarke Kultur.

Mischbarkeit & Tankmischung

PROPAK ist im Allgemeinen gut mit vielen Fungiziden, Insektiziden und spezifischen Nachauflauf-Herbiziden mischbar. Bei Mischungen mit bestimmten Breitblatt-Herbiziden kann jedoch ein antagonistischer Effekt auftreten, der die Wirkung gegen Gräser leicht abschwächt. Um dies zu vermeiden, solltest du im Zweifel die Anwendungen zeitlich trennen oder die Verträglichkeit vorab prüfen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und vermeide Mischungen unter extremen Stressbedingungen wie Hitze oder anhaltender Trockenheit, um die Wirkstoffaufnahme nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PROPAK ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzkleidung, erforderlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühenden Kulturen oder auf von Bienen aktiv beflogenen Flächen durchführen; weiche vorzugsweise auf die Abendstunden aus. Vermeide zudem jegliche Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die umliegende Flora und Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeGemeine Quecke12–350.6 LITER_PER_HECTARE60T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
BuschbohneGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE45T
ErbseGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE45T
ErdbeereGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE
WurzelpetersilieGemeine Quecke12–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
ErbseGemeine Quecke12–991.5 LITER_PER_HECTARE45T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
ErdbeereGemeine Quecke0.6 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelGemeine Quecke9–531.5 LITER_PER_HECTARE30T
StangenbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.7 LITER_PER_HECTARE45T
SpeisezwiebelGemeine Quecke9–530.6 LITER_PER_HECTARE30T
Feuer- bzw. KäferbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.7 LITER_PER_HECTARE45T
ZuckerrübeGemeine Quecke12–351.5 LITER_PER_HECTARE60T
MöhreGemeine Quecke12–991.5 LITER_PER_HECTARE28T
WinterrapsGemeine Quecke12–301.5 LITER_PER_HECTARE90T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide10–350.7 LITER_PER_HECTARE40T
WurzelpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
Feuer- bzw. KäferbohneGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE45T
BuschbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.7 LITER_PER_HECTARE45T
Feuer- bzw. KäferbohneGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE45T
KartoffelGemeine Quecke10–351.5 LITER_PER_HECTARE40T
WurzelpetersilieGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
SpeisezwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter9–530.7 LITER_PER_HECTARE30T
WinterrapsGemeine Quecke12–300.6 LITER_PER_HECTARE90T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide12–350.7 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide12–300.7 LITER_PER_HECTARE90T
StangenbohneGemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE45T
StangenbohneGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE45T
MöhreGemeine Quecke12–990.6 LITER_PER_HECTARE28T
KartoffelGemeine Quecke10–350.6 LITER_PER_HECTARE40T
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–990.7 LITER_PER_HECTARE45T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–990.7 LITER_PER_HECTARE28T
BuschbohneGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE45T
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.7 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie schnell stoppt PROPAK das Wachstum der Schaderreger nach der Behandlung?

Bereits wenige Tage nach der Behandlung mit PROPAK stoppt das Wachstum der empfindlichen Gräser vollständig, sodass sie keine Konkurrenz mehr für deine Kultur darstellen. Erste sichtbare Symptome wie Vergilbungen im Herzblatt zeigen sich je nach Witterung nach etwa 10 bis 14 Tagen, bevor die Schadpflanzen komplett absterben.

Wie bekämpfst du die Gemeine Quecke mit PROPAK am effektivsten?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke solltest du warten, bis diese genügend Blattmasse gebildet hat – ideal ist eine Wuchshöhe von etwa 15–20 cm. Da der Wirkstoff systemisch bis in die Rhizome transportiert werden muss, solltest du nach der Spritzung mindestens zwei Wochen mit einer mechanischen Bodenbearbeitung warten, um den Wirkstofffluss nicht zu unterbrechen.

Worauf solltest du bei der Anwendung von PROPAK bei kühlen Temperaturen achten?

Du kannst PROPAK auch bei kühleren Temperaturen im Frühjahr oder Herbst einsetzen, solange die Gräser aktiv wachsen und Stoffwechselaktivität zeigen. Bei niedrigen Temperaturen verzögert sich der Wirkungseintritt jedoch merklich. Vermeide die Anwendung bei Frost oder wenn deine Kulturen durch extreme Nässe oder Trockenheit gestresst sind.

Wann ist PROPAK nach der Anwendung regenfest?

Dank der Formulierung als Emulsionskonzentrat (EC) dringt der Wirkstoff Propaquizafop sehr rasch in das Blattgewebe der Gräser ein. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits ein bis zwei Stunden nach der Applikation regenfest, sodass anschließende Niederschläge die Wirksamkeit nicht mehr beeinträchtigen.

Wie stimmst du die Wartezeit von PROPAK auf deine Ernteplanung ab?

Die Wartezeit von PROPAK ist stark kulturabhängig und bewegt sich in einer Spanne von 28 bis zu 90 Tagen. Du musst diesen Zeitraum unbedingt in deiner Anbauplanung berücksichtigen, um sicherzustellen, dass bis zur Ernte alle Wirkstoffrückstände vollständig abgebaut sind. Die genauen Tage für deine Kultur entnimmst du den spezifischen Zulassungsdaten.

Wie verhinderst du Resistenzen beim Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels?

Um Resistenzen vorzubeugen, solltest du den Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) pro Saison und Schlag begrenzen. Wechsle die Wirkstoffklassen regelmäßig ab, integriere mechanische Maßnahmen in deinen Betrieb und achte darauf, immer die volle registrierte Aufwandmenge gegen schwer bekämpfbare Schaderreger einzusetzen, um eine Selektion widerstandsfähiger Biotypen zu vermeiden.