Protendo Forte
Protendo Forte ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung eines breiten Spektrums wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten. Mit einem Gehalt von 300 g/l des bewährten Wirkstoffs Prothioconazol bietet dieses flüssige Fungizidformulierung erstklassigen Schutz sowohl im Getreide- als auch im Rapsanbau. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung in der Kultur und eine langanhaltende Dauerwirkung aus.
In Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale sichert Protendo Forte die Erträge durch die wirksame Kontrolle von ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Blattdürre, Rostpilzen und Ährenfusarium. Im Rapsanbau stellt das Mittel eine tragende Säule dar, um wichtige Krankheiten wie die Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) sowie die Weißstängeligkeit (Sclerotinia) erfolgreich in Schach zu halten.
Dank des flexiblen Anwendungsfensters vom frühen Frühjahr bis in die späte Blütephase (BBCH 20–69) lässt sich Protendo Forte optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es unterstützt Landwirte zuverlässig dabei, die Vitalität ihrer Kulturen zu sichern und die Korn- sowie Ölqualität auf hohem Niveau zu stabilisieren.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Protendo Forte enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Zuge der Sterolbiosynthese der Pilze. Dies verhindert die Bildung von Ergosterol, einem essenziellen Baustein für den Aufbau und Erhalt der pilzlichen Zellmembranen, was letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Nach der Anwendung wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur verteilt. Diese systemische Eigenschaft sorgt dafür, dass auch der Neuzuwachs geschützt wird und bereits latent vorhandene, unsichtbare Infektionen kurativ gestoppt werden, bevor sie sichtbare Schäden an den Blättern oder Ähren verursachen können.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung bei wichtigen Schaderregern wie *Septoria tritici* oder Netzflecken zu minimieren, solltest du Protendo Forte stets im Rahmen eines vorausschauenden Resistenzmanagements einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen von Fungiziden aus der FRAC-Gruppe 3 auf derselben Fläche. Es wird empfohlen, Protendo Forte in Spritzfolgen mit Wirkstoffen aus anderen Wirkstoffklassen abzuwechseln oder als Tankmischung mit Kontaktpartnern (z. B. Multisite-Inhibitoren) oder Vertretern der Carboxamide (SDHI, FRAC-Gruppe 7) und Strobilurine (FRAC-Gruppe 11) zu kombinieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Protendo Forte weist eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern auf, die in den zugelassenen Kulturen eingesetzt werden. Beim Ansetzen der Spritzbrühe solltest du den Tank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser füllen, das Rührwerk aktivieren und die Produkte in der Reihenfolge ihrer Formulierungstypen (feste Formulierungen zuerst, flüssige danach) hinzugeben. Bei Mischungen mit Wachstumsreglern unter extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr ist Vorsicht geboten; im Zweifel empfiehlt sich vorab eine Verträglichkeitsprobe in einem kleinen Gefäß.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Protendo Forte ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Universalschutzanzug, für den Anwenderschutz obligatorisch. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern stets vorsorglich handeln: Vermeide Anwendungen direkt in blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Unkräutern fliegen, und verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um Einträge in Oberflächengewässer zu verhindern, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen sowie ein präziser, windstiller Auftrag an den Feldgrenzen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerroggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintergerste | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterroggen | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintertriticale | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | 20–59 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommerroggen | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerraps | Sclerotinia sclerotiorum | 61–69 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Winterhartweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintertriticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Septoria nodorum | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | — | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommerweichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Septoria nodorum | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Alternaria brassicae | 61–69 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommerhartweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommergerste | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintertriticale | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Sclerotinia sclerotiorum | 61–69 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommerhartweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerraps | Alternaria brassicae | 61–69 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Winterroggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
Häufige Fragen
Wie setzt du Protendo Forte am besten gegen Ährenfusarium im Weizen ein?
Für eine optimale Wirkung gegen Fusarium-Arten solltest du die Behandlung gezielt in der Blütephase (BBCH 61 bis 65) durchführen. Achte darauf, dass die Anwendung idealerweise innerhalb eines engen Zeitfensters von bis zu 48 Stunden nach einem regnerischen Infektionsereignis erfolgt, um den Pilz kurativ am Eindringen in die Ährchen zu hindern.
Kannst du Protendo Forte auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr spritzen?
Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist bereits bei niedrigen Temperaturen ab etwa 5 bis 8 °C voll aktiv. Das ermöglicht dir einen flexiblen und frühen Einsatz im Frühjahr, beispielsweise zur Bekämpfung von Halmbruch oder frühen Septoria-Infektionen, sobald die Kulturen das Wachstum wieder aufnehmen.
Wie schnell ist Protendo Forte nach der Anwendung regenfest?
Dank der modernen Formulierung zieht der Wirkstoff sehr rasch in die schützende Wachsschicht der Blätter ein. In der Regel ist der Spritzbelag bereits 1 bis 2 Stunden nach der Applikation regenfest, sodass du auch in unbeständigen Wetterperioden eine hohe Wirkungssicherheit hast.
Welche Strategie empfiehlt sich bei der Bekämpfung von Sclerotinia im Raps?
Gegen die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) im Raps liegt der optimale Behandlungszeitpunkt in der Vollblüte (BBCH 65), wenn die ersten Blütenblätter abfallen. Da die Sporen des Pilzes vor allem auf den in den Blattachseln hängenbleibenden Blütenblättern keimen, fängst du den Schaderreger so am effektivsten ab.
Ist der Zusatz eines separaten Netzmittels bei der Spritzung erforderlich?
Nein, in der Regel ist kein zusätzliches Netzmittel erforderlich. Die Formulierung von Protendo Forte ist bereits ab Werk mit hochwertigen Hilfsstoffen ausgestattet, die eine optimale Benetzung der Blattoberfläche und ein schnelles Eindringen des Wirkstoffs in die Kultur gewährleisten.
Wie findest du auf agronomy.farmable.tech passende Mischungspartner für dein Resistenzmanagement?
Nutze einfach die Filter- und Suchfunktionen auf unserer Plattform. Du kannst gezielt nach deiner Kultur und dem jeweiligen Schaderreger filtern, um registrierte Pflanzenschutzmittel mit anderen Wirkmechanismen (z. B. Kontaktwirkstoffe oder SDHIs) zu finden, die sich hervorragend für eine abwechslungsreiche Spritzfolge eignen.