Alle Mittel
Sonstige · Syngenta Agro GmbH

Vorox Unkrautfrei Direkt

BVL Zul.-Nr. 025079-63

Vorox Unkrautfrei Direkt ist ein bewährtes, nicht-selektives Pflanzenschutzmittel von Syngenta Agro GmbH, das auf dem systemischen Wirkstoff Glyphosat basiert. Mit einer Konzentration von 435 g/l bietet dieses flüssige Konzentrat eine hocheffiziente Lösung zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie zur Beseitigung von Ausfallkulturen. Es wird vor allem im Ackerbau, auf Stoppelfeldern und in spezifischen Kulturen eingesetzt, um eine saubere Saatbettbereitung zu gewährleisten oder den Ernteprozess zu optimieren.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über die grünen Pflanzenteile und eine anschließende systemische Verteilung in der gesamten Kultur aus. Dadurch werden auch tiefwurzelnde, ausdauernde Schaderreger nachhaltig bis in die Wurzelspitzen erfasst. Neben der klassischen Unkrautbekämpfung ist das Pflanzenschutzmittel in bestimmten Kulturen auch für die Sikkation zugelassen, um eine gleichmäßige Abreife zu unterstützen und die Beerntbarkeit unter schwierigen Bedingungen zu erleichtern.

Wirkstoffe

Glyphosat
435 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals Gruppe G) und fungiert als Inhibitor des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist eine Schlüsselkomponente im Shikimatweg, einem biochemischen Stoffwechselweg, der ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt. Durch die Blockade der EPSP-Synthase wird die Synthese der essenziellen aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan unterbrochen, was letztlich zum Stillstand des Proteinstoffwechsels und zum Absterben der behandelten Schaderreger führt. Da der Wirkstoff systemisch transportiert wird, verteilt er sich nach der Aufnahme über das Blattwerk sowohl akropetal als auch basipetal im Phloem. Dies führt dazu, dass auch unterirdische Überdauerungsorgane wie Rhizome und Wurzeln erfasst werden. Erste Symptome wie Vergilbungen zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen, während das vollständige Absterben der Unkräuter meist nach ein bis zwei Wochen abgeschlossen ist.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielunkräutern zu minimieren, solltest du Glyphosat niemals als alleinige Maßnahme zur Unkrautkontrolle über mehrere Jahre hinweg auf derselben Fläche einsetzen. Integriere stets mechanische Bodenbearbeitungsverfahren, wechsle Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen) in der Fruchtfolge ab und nutze Zwischenfrüchte zur Unkrautunterdrückung. Achte darauf, überlebende Unkräuter nach einer Behandlung genau zu beobachten und gegebenenfalls mechanisch oder mit einem Partnerherbizid aus einer anderen HRAC-Klasse zu korrigieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Vorox Unkrautfrei Direkt ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Bei der Verwendung von hartem Spritzwasser empfiehlt sich der Zusatz von Ammoniumsulfat (AMS), um die Bindung von Glyphosat-Ionen an Calcium- und Magnesiumionen im Wasser zu verhindern und so die volle Wirksamkeit zu sichern. Achte darauf, die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen auszubringen und extreme pH-Werte im Tank zu vermeiden. Vor einer großflächigen Anwendung im Tankmix solltest du immer eine physische Mischbarkeitsprobe im kleinen Maßstab durchführen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände legen und Abdriften auf blühende Unterkulturen oder angrenzende Saumstrukturen strikt vermeiden; eine Applikation in den späten Abendstunden ist ideal. Um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen zu Gewässern einzuhalten und Abschwemmungen durch eine sachgerechte Applikationstechnik mit abdriftmindernden Düsen zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.0005 LITER_PER_SQUARE_METER42T
ZiergehölzeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.0005 LITER_PER_SQUARE_METER
ZuckerrübeAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
ZuckermaisAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
MaisAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE14T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE14T
FutterrübeAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Vorox Unkrautfrei Direkt auf der Stoppel?

Der optimale Zeitpunkt ist, wenn die Unkräuter und Ausfallkulturen nach der Ernte wieder genügend neue, grüne Blattmasse gebildet haben (meist bei einer Wuchshöhe von 10–15 cm). Nur über vitale, grüne Blätter kann genügend Wirkstoff aufgenommen und in die Wurzeln transportiert werden.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?

Warme und wüchsige Wetterbedingungen beschleunigen die Aufnahme und den Transport des Wirkstoffs in der Kultur. Vermeide die Anwendung bei extremer Trockenheit, Frost oder wenn unmittelbar nach der Spritzung (innerhalb von 4 bis 6 Stunden) Regen droht, da dies die Wirkung stark herabsetzen kann.

Kann ich Vorox Unkrautfrei Direkt zur Sikkation in allen Kulturen einsetzen?

Nein, die Sikkation ist streng reglementiert und darf nur in den speziell dafür zugelassenen Kulturen und unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben durchgeführt werden. Beachte stets die spezifischen BBCH-Stadien und Wartezeiten vor der Ernte.

Warum ist die Wasserqualität bei der Ausbringung von Glyphosat so wichtig?

Glyphosat ist ein Chelator und bindet sich leicht an im Wasser gelöste Kationen wie Calcium, Magnesium oder Eisen. In sehr hartem Wasser kann dies die biologische Wirksamkeit des Herbizids spürbar reduzieren. Die Zugabe von Ammoniumsulfat kann diesen Effekt effektiv neutralisieren.

Wie lange muss ich nach der Anwendung warten, bevor ich den Boden bearbeiten kann?

Um eine vollständige systemische Wirkung bis in die Wurzelspitzen zu garantieren, solltest du mit der Bodenbearbeitung warten, bis die Unkräuter deutliche Wirkungssymptome (Vergilbung) zeigen. Bei einjährigen Unkräutern reichen meist 3–5 Tage, bei ausdauernden Problemunkräutern wie der Quecke solltest du mindestens 7–10 Tage warten.

Wie finde ich heraus, ob dieses Produkt für meine spezifische Kultur zugelassen ist?

Du kannst die zugelassenen Kulturen und die dazugehörigen Anwendungsbestimmungen direkt in der Kultur-Übersicht auf unserem Portal agronomy.farmable.tech einsehen oder die offizielle Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) konsultieren.