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Kultur

Persischer Ehrenpreis

Veronica persica
VERPE

Der Persische Ehrenpreis (Veronica persica, EPPO-Code: VERPE) ist ein einjähriges, winter- oder sommerannuelles Unkraut, das zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) gehört. Ursprünglich aus dem Kaukasus stammend, hat sich dieser Schaderreger in ganz Mitteleuropa als eines der häufigsten und anpassungsfähigsten Ackerunkräuter etabliert. Er besiedelt bevorzugt nährstoffreiche, humose Lehmböden und tritt besonders stark in intensiv geführten Kulturen wie Wintergetreide, Winterraps und Mais auf.

Obwohl der Persische Ehrenpreis aufgrund seiner niedrigen, kriechenden Wuchsform oft als wenig konkurrenzstark wahrgenommen wird, liegt seine wirtschaftliche Bedeutung in der extrem schnellen Bodenbedeckung im frühen Frühjahr. Bei starkem Besatz entzieht er den jungen Kulturen wertvolle Nährstoffe und Wasser, was insbesondere in lichten Beständen oder bei verzögerter Jugendentwicklung der Hauptkultur zu spürbaren Ertragsverlusten führen kann. Zudem dient er als Zwischenwirt für verschiedene pflanzenpathogene Nematoden und Pilze.

Typ
Kultur
EPPO-Code
VERPE
Wirte
6 Kulturen
Generationen
Mehrere überlappende Generationen
Verbreitung
Der Persische Ehrenpreis ist weltweit in gemäßigten Klimazonen verbreitet und tritt in ganz Europa flächendeckend auf, wo er insbesondere auf intensiv bewirtschafteten Ackerflächen erhebliche Ertrags- und Qualitätsverluste verursachen kann.
Erstbeschreibung
Poir., 1808

Biologie / Lebenszyklus

Die Keimung von *Veronica persica* erfolgt fast ganzjährig, solange die Bodentemperatur über dem Gefrierpunkt liegt, mit Keimmaxima im Herbst und im zeitigen Frühjahr. Nach der Keimung bildet die Pflanze rasch niederliegende, stark verzweigte Triebe aus, die an den Knoten Wurzeln schlagen können und dichte Teppiche bilden. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis in den späten Herbst, wobei sich die charakteristischen himmelblauen Blüten einzeln in den Blattachseln entwickeln. Nach der Selbst- oder Insektenbestäubung reifen herzförmige Kapseln heran, die zahlreiche langlebige Samen entlassen, welche im Boden ein dauerhaftes Samenpotenzial aufbauen und über Jahre keimfähig bleiben.

Bonitur

Für eine gezielte Bekämpfung solltest du die Flächen bereits im Herbst im BBCH-Stadium 10 bis 13 des Wintergetreides oder Winterrapses regelmäßig kontrollieren. Da der Persische Ehrenpreis sehr früh im Jahr keimt, liegt die kritische Schadensschwelle im Getreide bei etwa 20 bis 40 Pflanzen pro Quadratmeter, während in Rapsbeständen aufgrund der höheren Konkurrenzkraft oft erst ab 50 Pflanzen pro Quadratmeter eine gezielte Behandlung wirtschaftlich sinnvoll ist. Achte bei der Bonitur besonders auf feuchte Senken und Vorgewende, da sich das Unkraut dort aufgrund optimaler Feuchtigkeitsbedingungen besonders rasch etabliert.

Integriertes Management

Ein erfolgreiches integriertes Management setzt auf eine Kombination aus pflanzenbaulichen und chemischen Maßnahmen. Durch eine weite, abwechslungsreiche Fruchtfolge und den Anbau von konkurrenzstarken Zwischenfrüchten kannst du den Keimdruck im Herbst effektiv mindern. Eine mechanische Regulierung mittels Striegel oder Hacke ist im frühen Keimblattstadium der Unkräuter besonders erfolgreich, verliert jedoch an Wirkung, sobald die Pflanzen tiefere Wurzeln gebildet haben. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist auf eine rechtzeitige Anwendung im Nachauflauf (Herbst oder zeitiges Frühjahr) zu achten. Um der Entstehung von Herbizidresistenzen vorzubeugen, solltest du Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Klassen) abwechselnd einsetzen und die Aufwandmenge stets an die Standortbedingungen und das BBCH-Stadium des Unkrauts anpassen.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheide ich den Persischen Ehrenpreis im Keimblattstadium von anderen Ehrenpreis-Arten?

Achte auf die Keimblätter: Beim Persischen Ehrenpreis sind diese relativ groß, breit-dreieckig bis spatelförmig und an der Spitze leicht eingekerbt. Die ersten Laubblätter sind gegenständig, grob gezähnt und deutlich behaart. Andere Arten wie der Efeublättrige Ehrenpreis haben meist rundlichere oder tief gelappte Blätter ohne die typische intensive Behaarung.

Warum ist der Persische Ehrenpreis trotz Frosttemperaturen im Winter so vital?

Diese Art ist extrem frosthart und kann selbst bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt weiterwachsen und sogar blühen. Wenn du im Spätherbst oder milden Winter eine Behandlung planst, solltest du wissen, dass die Pflanze metabolisch aktiv bleibt und systemische Pflanzenschutzmittel auch bei niedrigen Temperaturen (ab ca. 5 °C) gut aufnimmt.

Welche Rolle spielt der Persische Ehrenpreis bei der Übertragung von Fruchtfolgekrankheiten?

Er fungiert als bedeutender Brückenwirt für wirtschaftlich relevante Schaderreger. Unter anderem können sich Nematoden (wie Pratylenchus-Arten) und bodenbürtige Pilze an seinen Wurzeln vermehren. Eine konsequente Regulierung im Zwischenfruchtanbau oder auf Brachen ist daher wichtig, um den Infektionsdruck für die nachfolgende Kultur zu senken.

Kann ich den Persischen Ehrenpreis rein mechanisch im Getreide bekämpfen?

Ja, das Striegeln ist im frühen BBCH-Stadium (Keimblatt- bis maximal 2-Blatt-Stadium) sehr effektiv. Sobald die Pflanzen jedoch Seitentriebe bilden und sich im Boden verankern, reicht die mechanische Wirkung oft nicht mehr aus, da abgerissene Pflanzenteile bei feuchter Witterung schnell wieder anwurzeln können.

Wie finde ich im Hub die passenden zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen dieses Unkraut?

Nutze die Such- und Filterfunktion in unserem Hub und filtere nach dem EPPO-Code "VERPE" oder dem deutschen Namen "Persischer Ehrenpreis". Du kannst die Ergebnisse zusätzlich nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Winterweizen) und der gewünschten Anwendungszeitspanne filtern, um die aktuell für deinen Standort zugelassenen Pflanzenschutzmittel und deren Aufwandmengen einzusehen.

Welche HRAC-Wirkstoffklassen sind bei einer beginnenden Resistenzentwicklung zu bevorzugen?

Da in einigen Regionen Europas bereits verminderte Sensibilitäten gegenüber bestimmten ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe 2 / B) beobachtet wurden, solltest du auf Wirkstoffkombinationen setzen, die beispielsweise Bodenherbizide aus den HRAC-Gruppen 15 (K3) oder 12 (F1) enthalten. Ein regelmäßiger Wirkstoffwechsel verhindert den Selektionsdruck auf deinen Flächen.