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Schädling

Rapserdfloh

Psylliodes chrysocephala
PSYICH

Der Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephala, EPPO-Code: PSYICH) gehört zur Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae) und ist einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im europäischen Rapsanbau. Der kleine, metallisch blau-schwarz glänzende Käfer mit rötlich-gelben Beinen schädigt die Kulturen vor allem im Herbst. Während der Lochfraß der adulten Käfer an den Keimlingen bei trocken-warmer Witterung zu erheblichen Auflaufschäden führen kann, verursacht der anschließende Larvenfraß in den Blattstielen und Trieben die schwerwiegendsten Ertragseinbußen.

Durch den Wegfall effektiver Beizmittel hat sich die Relevanz dieses Schaderregers in den letzten Jahren massiv verschärft. Die Fraßgänge der Larven schwächen nicht nur die Winterhärte der Kulturen, sondern dienen auch als Eintrittspforten für pilzliche Krankheitserreger wie Phoma lingam. Ein starker Befall kann im Frühjahr zu Kahlstellen auf dem Feld führen und im Extremfall den Totalumbruch der betroffenen Flächen erzwingen.

Typ
Schädling
EPPO-Code
PSYICH
Wirte
3 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Jahr
Verbreitung
Der Rapserdfloh ist in ganz Europa, Nordafrika und Teilen Westasiens verbreitet, wobei die wirtschaftlichen Schäden insbesondere in den intensiven Rapsanbauregionen Mittel- und Westeuropas am höchsten sind.
Erstbeschreibung
Forster, 1771

Biologie / Lebenszyklus

Der Rapserdfloh bildet eine Generation pro Jahr aus. Nach einer Sommerruhe wandern die adulten Käfer ab Ende August bis September (meist ab BBCH 10) aus ihren Sommerquartieren in die neu auflaufenden Rapsbestände ein. Nach einem mehrwöchigen Reifungsfraß beginnt ab September/Oktober die Eiablage im Boden nahe den Rapspflanzen, welche sich bei milder Witterung über den gesamten Winter hinweg fortsetzen kann. Die schlüpfenden Larven bohren sich in die Blattstiele der Kulturen ein und minieren dort; sie durchlaufen drei Larvenstadien, überwintern in der Kultur und wandern im Frühjahr (März/April) zur Verpuppung in den Boden ab, aus dem im Juni die neue Käfergeneration schlüpft.

Bonitur

Das Monitoring beginnt unmittelbar mit dem Auflaufen der Kulturen (BBCH 10 bis 14) mittels Gelbschalen (vorzugsweise mit Gitter, um Beifang zu reduzieren) und Sichtkontrollen auf Lochfraß. Die kritische Schadensschwelle beim Reifungsfraß liegt zwischen BBCH 10 und 13 bei 10 % zerstörter Blattfläche oder innerhalb von drei Wochen bei einem Fang von mehr als 50 Käfern pro Gelbschale. Für die Bekämpfung der Larven im Spätherbst (BBCH 14 bis 19) gilt ein Richtwert von durchschnittlich 3 bis 5 Larven pro Pflanze bei schwachen Beständen bzw. 5 bis 8 Larven bei kräftigen Kulturen, was am besten durch eine Pflanzenuntersuchung (Schnitt der Blattstiele) ermittelt wird.

Symptome

Typisch für den Befall im frühen Herbst ist der sogenannte Lochfraß (Schrotschußmuster) an den Keim- und Laubblättern der jungen Kulturen. Später im Herbst und Winter zeigen sich minierte Blattstiele, die sich oft rötlich oder braun verfärben und bei Frost leicht aufplatzen. Im Inneren der aufgeschnittenen Blattstiele und des Vegetationskegels sind die weißlichen, dunkelköpfigen Larven (bis zu 7 mm lang, mit drei Beinpaaren und dunklem Analsegment) sowie deren braune Kotspuren deutlich sichtbar. Stark geschädigte Pflanzen weisen einen gestauchten Wuchs auf, zeigen eine verminderte Winterhärte und können im Herzblattbereich faulen.

Integriertes Management

Ein erfolgreiches Management basiert auf einer Kombination aus pflanzenbaulichen und chemischen Maßnahmen. Zur Förderung eines schnellen Auflaufens und zügigen Vorwachsens der Kulturen über das kritische Keimlingsstadium hinaus sind ein optimales Saatbett, eine angepasste Aussaatstärke und eine zeitgerechte Düngung entscheidend. Chemische Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln (vor allem Pyrethroide) müssen streng nach Erreichen der Schadensschwellen ausgerichtet werden. Aufgrund weit verbreiteter Resistenzen (insbesondere gegenüber Pyrethroiden der Klasse II, IRAC-Gruppe 3A) ist ein striktes Resistenzmanagement erforderlich; der Einsatz alternativer Wirkstoffklassen (wie z. B. Flupyradifuron, IRAC-Gruppe 4D) sollte bevorzugt und Wirkstoffwechsel konsequent eingehalten werden.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidest du den Lochfraß des Rapserdflohs von dem anderer Schädlinge im Herbst?

Der Lochfraß des Rapserdflohs ist durch kleine, kreisrunde Löcher (Schrotschußmuster) charakterisiert. Schneckenfraß hingegen hinterlässt unregelmäßige Fraßbilder vom Blattrand her und typische Schleimspuren. Erdflöhe der Gattung Phyllotreta treten meist früher im Sommer auf, während Psylliodes chrysocephala gezielt die auflaufenden Winterrapskulturen ab September besiedelt.

Warum ist die Gelbschale allein nicht immer ausreichend für die Bekämpfungsentscheidung gegen Larven?

Die Gelbschale erfasst nur die Aktivität der adulten Käfer beim Zuflug. Der tatsächliche Larvenbefall hängt jedoch stark von der Eiablageperiode und den Temperaturen im Spätherbst ab. Um den Larvenbefall exakt zu bestimmen, solltest du ab Ende Oktober repräsentative Pflanzenproben entnehmen, die Blattstiele längs aufschneiden und die Larven pro Pflanze direkt auszählen.

Welche Rolle spielt die Aussaatzeit bei der Regulierung des Rapserdflohs?

Eine frühe Aussaat ermöglicht es den Kulturen, bis zum Zuflug des Erdflohs das kritische Keimlingsstadium zu überwinden, wodurch sie den Lochfraß besser tolerieren. Allerdings zieht ein üppiger, früh gesäter Bestand auch mehr Käfer zur Eiablage an, was das Risiko für hohen Larvenbefall im Winter erhöht. Eine ausgewogene, termingerechte Aussaat ist daher ideal.

Wie gehst du vor, wenn in deiner Region Pyrethroid-Resistenzen nachgewiesen wurden?

Bei bekannter Resistenz solltest du den Einsatz von Pyrethroiden (IRAC-Gruppe 3A) minimieren, da diese keine ausreichende Wirkung mehr zeigen und Nützlinge unnötig schädigen. Nutze stattdessen für die zugelassenen Anwendungen Wirkstoffe aus anderen Klassen, wie beispielsweise Flupyradifuron (IRAC-Gruppe 4D), und kombiniere dies mit allen verfügbaren kulturtechnischen Maßnahmen.

Wie beeinflusst Frost den Schaden durch die Larven des Rapserdflohs?

Die Larven minieren in den Blattstielen und zerstören das Gewebe. Dringt bei Frost Wasser in diese Fraßgänge ein, friert es und bringt die Blattstiele zum Aufplatzen. Dies führt zu direktem Blattverlust und öffnet Schadpilzen wie Phoma oder Botrytis im Winter und Frühjahr Tür und Tor, was die Auswinterung der Kulturen massiv beschleunigt.

Wo finde ich im Portal die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen den Rapserdfloh?

Navigiere im Portal einfach zum Bereich "Pflanzenschutzmittel" und filtere dort nach der Kultur "Winterraps" und dem Schaderreger "Rapserdfloh". Dort werden dir alle aktuell für deine Region zugelassenen Produkte inklusive Aufwandmengen, Wartezeiten und den spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL angezeigt.