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Schädling

Rapserdfloh

Psylliodes chrysocephala
PSYICH

Der Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephala, EPPO-Code: PSYICH) gehört zur Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae) und ist einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im europäischen Rapsanbau. Besonders im Herbst gefährdet der Käfer durch seinen Lochfraß die jungen Keimlinge und Jungpflanzen von Winterraps (Brassica napus). Ein starker Befall in frühen Entwicklungsstadien kann zu erheblichen Ertragsverlusten oder im Extremfall zum Totalausfall der Kultur führen.

Neben dem direkten Fraßschaden der adulten Käfer an den Keimblättern stellt der Larvenfraß in den Blattstielen und Trieben das Hauptproblem dar. Die Larven minieren in den Stängeln, was die Winterhärte der Kultur drastisch herabsetzt und Eintrittspforten für pilzliche Schaderreger wie Phoma lingam öffnet. Durch den Wegfall effektiver insektizider Beizmittel hat die Relevanz dieses Schädlings in den letzten Jahren in ganz Mitteleuropa massiv zugenommen.

Typ
Schädling
EPPO-Code
PSYICH
Wirte
3 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Jahr
Verbreitung
Psylliodes chrysocephala ist in ganz Europa, Nordafrika und Teilen Westasiens verbreitet. Besonders in den intensiven Rapsanbauregionen West- und Mitteleuropas verursacht der Schaderreger jährlich erhebliche ökonomische Schäden durch Ertragsminderungen und erhöhte Aufwendungen im Pflanzenschutz.
Erstbeschreibung
Linnaeus, 1758

Biologie / Lebenszyklus

Der Rapserdfloh bringt eine Generation pro Jahr hervor. Nach einer Sommerruhe (Ästivation) wandern die adulten Käfer ab Ende August bis September in die neu auflaufenden Rapsbestände ein. Nach einem mehrwöchigen Reifungsfraß erfolgt ab September/Oktober die Eiablage im Boden nahe den Rapspflanzen. Die ab Herbst schlüpfenden Larven bohren sich in die Blattstiele der Kultur ein und minieren dort; sie überwintern im Inneren der Pflanze und setzen ihren Fraß bei milden Wintertemperaturen fort. Im Frühjahr verlassen die Larven die Kultur zur Verpuppung im Boden, woraufhin im Juni/Juli die neue Käfergeneration schlüpft.

Bonitur

Das Monitoring beginnt unmittelbar mit dem Auflaufen der Kultur (BBCH 10) und erstreckt sich bis zum Rosettenstadium (BBCH 19–30). Zur Erfassung des Zuflugs der adulten Käfer werden Gelbschalen (vorzugsweise mit Gitterabdeckung zur Schonung von Nützlingen) auf Bestandshöhe aufgestellt. Der kritische Bekämpfungsrichtwert liegt beim Lochfraß im Keimblattstadium (BBCH 10–12) bei 10 % zerstörter Blattfläche. Ab dem Vierblattstadium (BBCH 14) gilt ein Richtwert von 50 bis 75 Käfern pro Gelbschale innerhalb von drei Wochen oder ein Nachweis von durchschnittlich 3 bis 5 Larven pro Pflanze bei einer repräsentativen Pflanzenuntersuchung im Spätherbst.

Symptome

Typische Symptome im Herbst sind der charakteristische Loch- und Schabefraß der adulten Käfer an den Keim- und Laubblättern, der bei starkem Befall zu einem siebartigen Aussehen führt. Im Spätherbst und Winter zeigen sich minierte Blattstiele mit bräunlichen Fraßgängen und Kotspuren im Inneren. Bei starkem Larvenfraß vergilben die älteren Blätter vorzeitig, die Pflanzen zeigen einen gestauchten Wuchs, und das Herzblatt kann absterben. Zudem weisen die betroffenen Kulturen eine deutlich reduzierte Frosthärte auf, was im Frühjahr zu vermehrtem Auswinterungsverlust und aufgeplatzten Stängeln führt.

Integriertes Management

Die Bekämpfung basiert auf einem integrierten Ansatz. Pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine zeitgerechte, nicht zu späte Aussaat fördern ein zügiges Jugendwachstum, sodass die Kultur dem kritischen Keimlingsstadium schneller entwächst. Ein gut rückverfestigtes Saatbett erschwert zudem die Eiablage. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten streng nach Erreichen der Schadschwellen eingesetzt werden. Aufgrund weit verbreiteter Resistenzen gegen Pyrethroide (IRAC-Klasse 3A) ist ein Wirkstoffwechsel zwingend erforderlich; wo zugelassen, sollten alternative Wirkstoffklassen (z. B. IRAC-Klasse 4C oder 28) integriert werden, um die Selektion resistenter Populationen zu minimieren.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Warum ist der Larvenfraß im Winter gefährlicher als der Lochfraß der Käfer im Herbst?

Während gesunde Kulturen moderaten Lochfraß im Herbst durch schnelles Wachstum kompensieren können, schädigt der Larvenfraß im Stängel das Leitgewebe nachhaltig. Dies stört die Nährstoff- und Wasseraufnahme, schwächt die Standfestigkeit und führt durch Frostschäden im Winter oft zum Absterben der gesamten Kultur.

Wie kann ich eine Pyrethroid-Resistenz beim Rapserdfloh auf meinen Flächen feststellen?

Ein Indiz ist das Ausbleiben der Wirkung 24 bis 48 Stunden nach einer vorschriftsmäßigen Anwendung eines Pyrethroids bei optimalen Bedingungen. Zur Absicherung bieten Pflanzenschutzdienste standardisierte Biotests (z. B. den 'Becher-Test') an, bei denen eingesammelte Käfer direkt auf ihre Empfindlichkeit getestet werden.

Welche Rolle spielt die Saattiefe und Saatzeit bei der Regulierung des Rapserdflohs?

Eine frühe Aussaat ermöglicht es der Kultur, bis zum Hauptzuflug des Käfers bereits das robustere Vierblattstadium (BBCH 14) zu erreichen. Eine optimale Saattiefe von 2–3 cm in ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett sichert ein schnelles Auflaufen, wodurch die kritische Phase des Keimlingsfraßes verkürzt wird.

Wie finde ich aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Rapserdfloh im agronomy.farmable.tech Hub?

Navigieren Sie im Hub zum Bereich 'Pflanzenschutzmittel' und filtern Sie nach der Kultur 'Winterraps' sowie dem Schaderreger 'Rapserdfloh' (Psylliodes chrysocephala). Achten Sie bei der Auswahl auf die aktuellen BVL-Zulassungsdaten, die spezifischen Anwendungsbestimmungen und die Resistenzklassen (IRAC).

Gibt es biologische Gegenspieler, die den Befall im Feld natürlich regulieren können?

Ja, Schlupfwespen (insbesondere Arten der Gattung Microctonus) parasitieren die adulten Käfer und können deren Fruchtbarkeit stark einschränken. Auch räuberische Laufkäfer und Spinnen im Boden dezimieren Eier und Larven. Zur Förderung dieser Nützlinge sollte auf unnötige, breitbandige Insektizidanwendungen verzichtet werden.

Warum ist eine Gitterabdeckung auf der Gelbschale beim Monitoring des Rapserdflohs ratsam?

Ein grobmaschiges Schutzgitter (Maschenweite ca. 10 mm) verhindert, dass größere Nützlinge wie Honigbienen oder Hummeln in die Gelbschale gelangen und ertrinken, während der kleinere Rapserdfloh ungehindert hindurchfallen kann. Dies schont die Biodiversität und erleichtert das Auszählen des Schädlings.